Enge Kiste: Am Ende fanden die SV Böblingen (in Blau) um Torschütze Alban Dodoli (2. v. re.) und der TSV Ehningen (in Grau) keinen Sieger. Foto: Kevin Schuon

Nichts Halbes, nichts Ganzes: Am Ende können die SV Böblingen und der TSV Ehningen mit der Punkteteilung in der Fußball-Landesliga, Staffel II, leben – ohne ganz zufrieden zu sein.

Wenn beim Fußball beide Seiten weder gänzlich zufrieden noch unzufrieden sind und sich die Trainer schwer damittun, in eine treffende Analyse zu kommen, dann handelt es sich meist um ein verdientes Unentschieden. Genau wie nach dem 1:1 zwischen der SV Böblingen und dem TSV Ehningen in der Landesliga, Staffel II.

 

„Es war nichts Halbes und nichts Ganzes“, sagte SVB-Coach Thomas Siegmund. Keine Mannschaft habe es geschafft, dem Derby komplett den Stempel aufzudrücken. „Jeder hatte seine Phasen.“ Die Hausherren nahmen zu Beginn das Heft in die Hand, liefen sehr hoch an, versuchten den Lokalrivalen hinten einzuschnüren. Das klappte ganz gut, zumindest bis zum Sechzehner. Wirklich gefährlich wurde es dennoch zunächst nicht. „Wir haben irgendwie nicht so gut gespielt“, fand TSV-Coach Johannes Pfeiffer. „Wie schon vorige Saison auf diesem Platz.“ Woran genau das liegt, konnte er jedoch nicht erklären.

Fast von der Grundlinie aus per Kopf die Führung besorgt

Dennoch sei sein Plan einigermaßen aufgegangen. Nach der blassen Anfangsphase der Gäste tauchte Lars Jäger nach einer halben Stunde plötzlich frei vor dem Kasten auf. Maurice Zivny, der wieder zwischen den Pfosten stand, tauchte ab und klärte zur Ecke. „Mit ein bisschen Glück können wir in Führung gehen“, haderte Pfeiffer. Denn auch im Anschluss wurde es richtig brenzlig, als Christian Bildl das Leder an den Pfosten setzte.

„Bis dahin waren wir gut drin“, meinte Siegmund. Anschließend dauerte es allerdings, bis seine Mannen wieder gefährlich wurden. Zunächst konnte Ehningens Keeper Mustafa Görkem den Schuss von Fabio Carneiro de Carvalho klären. Doch dann wurde eine Flanke von Lennart Häßler länger und länger, Alban Dodoli setzte sich am hinteren Pfosten durch und köpfte fast von der Grundlinie zum 1:0 ins lange Eck. Da sah die Hintermannschaft der Kicker von der Schalkwiese unglücklich aus.

Zudem ärgerte sich Pfeiffer, weil er im Vorfeld ein Böblinger Foul gesehen hatte. „Auch heute wurden fast alle Fifty-fifty-Entscheidungen wieder gegen uns gepfiffen“, urteilte er. Dabei hatten seine Schützlinge auch Glück, dass die Pfeife stumm blieb, als Noah Sautter einen weiteren Kopfball von Dodoli mit dem Arm auf der Linie klärte.

Bis zu dieser Szene hätten die Einheimischen nach der Pause eigentlich schon alles klarmachen können. Doch Görkem blieb jeweils erneut Sieger im Duell mit Carneiro de Carvalho und Marvin Pietruschka, und der Kopfball von Dodoli landete am Aluminium. „Wir spielen es in der zweiten Hälfte lange gut“, fand Siegmund. Doch hintenraus wurden die Blau-Gelben noch einmal griffiger.

Zunächst hatten Häßler und Bjarne Hamann Glück, dass Tino Dannecker auf dem Weg zum Gehäuse die Balance verlor und sie dadurch entscheidend klären konnten. Dann rettete Oliab Calemba stark gegen Jäger, der lange Zeit den Alleinunterhalter in der Offensive der Auswärtstruppe spielte. Zumindest bis Gökhan Akyüz und Armin Zukic aufs Feld kamen.

Belebte die Offensive der Gäste nach seiner Einwechslung: Armin Zukic (re., hier im Zweikampf mit Adrian Körtge Corral) gelang auch der Ausgleich zum 1:1-Endstand. Foto: Kevin Schuon

Der Dropkick von Akyüz strich knapp vorbei, dann steckte Jäger gut auf Zukic durch, der von der rechten Seite unhaltbar zum 1:1 ins lange Eck vollendete. Auch danach hatten die Hausherren alle Mühe, dem Druck des Kontrahenten standzuhalten. Als Zivny in der Nachspielzeit einen Jäger-Freistoß entschärfte, war die Punkteteilung allerdings perfekt.

„Wenn man zehn Minuten vor Schluss den Ausgleich macht, muss man damit zufrieden sein“, resümierte Pfeiffer. Insbesondere, wenn man die beiden Partien zuvor verloren hat. „Deshalb konzentrieren wir uns auf das Positive.“ Auch für die SVB fühlte es sich so an, als wäre mehr drin gewesen. „Dafür waren wir jedoch wieder nicht zwingend genug“, räumte Siegmund ein.

SV Böblingen: Zivny (2), Häßler (1,5), Hamann (2), Pietruschka (2/84. Yelken), Carneiro de Carvalho (2), Dodoli (1,5/79. Traub), Arellano-Torres (2), Hlebec (2/64. Böck 2,5), Lendl (3/74. Erarslan), Calemba (1,5), A. Körtge Corral (1,5).

TSV Ehningen: Görkem (1,5), Avci (3/64. Akyüz 2), Horvat (2,5), Dannecker (2), Sigloch (2,5/77. Dreher), G. Körtge Corral (3/64. Zukic 1,5), Jäger (1,5), Boughanmi (2), Nothacker (3/56. Grausam 2), Bildl (2), Sautter (2).

Tore: 1:0 (45.+2) Dodoli, 1:1 (82.) Zukic.

Zuschauer: 150.

Bruddelometer: 1 = granadamäßige Leischdung, 2 = des daugt ebbes, 3 = et so guad.