Sieben Punkte liegt der Zwölfte GSV Maichingen in der Fußball-Landesliga, Staffel II, hinter dem Achten SV Böblingen. Sollen es nicht noch mehr werden, darf er das Derby nicht verlieren
Die SV Böblingen hat sich in eine gute Ausgangslage für die anstehenden Derbys in der Fußball-Landesliga, Staffel II, gebracht. „Es war ganz wichtig, dass wir nach dem überzeugenden Auftritt bei der 2:3-Niederlage in Eislingen ein Erfolgserlebnis einfahren konnten“, betonte Trainer Thomas Siegmund nach dem 4:0 gegen den MTV Stuttgart. Einerseits stärkt der Sieg das Selbstvertrauen, andererseits sorgt er vor dem Gang zum GSV Maichingen für ein 7-Punkte-Polster auf eben jenen nächsten Gegner.
GSV Maichingen – SV Böblingen
Mit einem Dreier könnte die SVB den Abstand auf den GSV noch einmal deutlich vergrößern, er würde dann bereits beruhigende zehn Zähler betragen. „Wenn uns das mit einem Derbysieg gelingen würde, wäre das natürlich umso schöner“, sagt Coach Thomas Siegmund.
Auch abgesehen von der Tabellensituation möchte er Duelle gegen Lokalrivalen ohnehin immer gewinnen. Das ist den Böblingern in der vergangenen Rückrunde beim 0:4 in Maichingen nicht gelungen, nachdem es beim 4:0 auf eigenem Platz geklappt hatte. Da sich beide Mannschaften im Sommer stark verändert haben, spielen diese beiden Resultate seiner Meinung nach nicht mehr die ganz große Rolle. „In meinem Kopf sind sie allerdings noch sehr präsent“, nickt Thomas Siegmund, der bei Cedric Hornung die leise Hoffnung hegt, dass er nach seiner Schnittwunde am Knie wieder mitwirken kann. Weiterhin sicher ausfallen wird dagegen Agim Deskaj.
Die Gastgeber wollen unterdessen im letzten Heimspiel des Kalenderjahres den ersten Saisonsieg vor eigenem Publikum feiern. Dazu darf sich die Mannschaft aber möglichst nicht wieder drei Gegentreffer wie zuletzt in Waldstetten (1:3) oder gegen Ehningen (3:3) erlauben. „Wir machen es dem Gegner zu einfach, gegen uns zu treffen“ bestätigt Trainer Thomas Wohland. „Wir dürfen nicht so viele Fehler begehen.“
Mit 28 erzielten Buden steht die Offensive nur minimal schlechter da als Tabellenführer Köngen, 29 Einschläge im eigenen Kasten zeigen aber die Problemzone auf. „30 gute Minuten reichen nicht. Wir müssen über die gesamte Dauer stabiler sein“, stellt Thomas Wohland klar, der findet, dass sich seine Truppe in dieser Klasse keinesfalls verstecken muss.
Dass die Gäste am Sonntag (15 Uhr) aber kein leichtes Kaliber sind, ist ihm ebenso bewusst: „Sie spielen tollen und schnellen Fußball, sie haben dieses Jahr auch defensiv zugelegt. Die Entwicklung ist beeindruckend.“ Neben Kane Ehmke, der für insgesamt drei Partien rotgesperrt ist, fehlen Renato Peric und Valdrin Demolli, sonst steht Thomas Wohland voraussichtlich der komplette Kader zur Verfügung. Auch das stimmt ihn optimistisch. „Es liegt an uns, wie wir das Spiel gestalten“, nickt er.
SC Geislingen – TSV Ehningen
Mit der A-Jugend der SV Böblingen hatte Johannes Pfeiffer bereits Testspiele gegen den VfL Sindelfingen gewonnen, aber das jüngste 2:1 des TSV war sein erster Sieg als Aktiventrainer gegen den Lokalrivalen. „Wir waren gierig und griffig, haben uns nicht wieder den Schneid abkaufen lassen“, fasst er das Erfolgsrezept kurz und bündig zusammen.
Was die Stimmung trübte, war das üble Foul an Lars Jäger in der Schlussphase. „Ich weiß nicht, wann ich zuletzt eine klarere Rote Karte gesehen habe“, schüttelt Johannes Pfeiffer den Kopf über die Untätigkeit des Unparteiischen und auch die Worte, die er danach von der gegnerischen Bank gehört haben will („jetzt tut es endlich mal weh“). „Man muss sich nicht wundern, dass sowas passiert, wenn es mittlerweile härter geahndet wird, den Schiri verbal anzugehen oder jemanden wegzuschubsen, als brutal einzusteigen“, findet der Coach wie immer klare, ehrliche Worte.
Lars Jäger wird dieses Kalenderjahr mit einem Kapselriss im Fuß keine Partie mehr bestreiten können. Umso wichtiger, dass in der Ehninger Offensive Tino Dannecker, Gabriel Körtge Corral und Armin Zukic wieder zur Verfügung stehen. Ender Özcan fehlt hingegen noch rotgesperrt.
Der nächste Gegner ist als Viertletzter eine der negativen Überraschungen der Saison. „Mein Co-Trainer Manuel Schaitel hat die Geislinger am Anfang der Runde zweimal gesehen und da schon prognostiziert, dass sie es schwer haben werden“, erzählt Johannes Pfeiffer. Mit Chris Loser fehlt einfach der Mann, der Struktur reingebracht hat. „Trotzdem haben die noch viel individuelle Qualität, und das wird kein Selbstläufer.“ Ein schönes Spiel sei am Samstag (14.30 Uhr) nicht zu erwarten. Dafür sorge einerseits der schattige Acker vor Ort, andererseits das Auftreten des Kontrahenten mit langen Pässen und dem Spekulieren auf zweite Bälle.
VfL Sindelfingen – TSGV Waldstetten
Mit dem Tabellendritten wartet auf die Gastgeber am Samstag (14:30 Uhr) ein gehöriges Stück Arbeit. Die Mannschaft von der Ostalb reist mit breiter Brust an, denn aus den letzten sechs Partien holte sie fünf Siege und musste sich lediglich beim 2:3 gegen Tabellenführer Köngen geschlagen geben.
„Die haben nicht nur aktuell einen guten Lauf, sondern sind insgesamt ein unangenehmer Gegner, der zeigt, dass er zurecht vorne dabei ist“, weiß VfL-Coach Maik Schütt. Mit den Zugängen des regionalliga-erfahrenen Tim Schraml vom Göppinger SV und Dominik Pfeifer, der bereits beim VfR Aalen und 1. FC Heidenheim aktiv war, haben die Waldstettener nochmals an Qualität gewonnen.
Mit 32 Toren gehören sie zudem zu den treffsichersten Teams. Maik Schütt wird daher bewusst den Fokus auf die Defensive legen, um Stellungsfehler wie beim ersten Gegentor bei der 1:2-Niederlage in Ehningen möglichst zu vermeiden. „Kompakt agieren, gut gegen den Ball arbeiten und uns gegenseitig unterstützen – das sind die Basics, auf die es ankommen wird“, erläutert er.
Mit Blick auf die 3:4-Heimniederlage in der vergangenen Saison, bei der drei der vier TSGV-Treffer aus Eckbällen resultierten, gilt es, auch bei Standardsituationen hellwach zu sein. Zwar müssen die Sindelfinger noch sechs Spiele auf den rotgesperrten Tahir Bahadir verzichten, dafür ist Timo Krauss aber wieder ins Training eingestiegen.