Anton Lendl (links) haut alles rein: Die SV Böblingen bestimmt das Geschehen gegen den 1. FC Eislingen, verliert aber dennoch. Foto: Schuon

Die SV Böblingen hätte in der Fußball-Landesliga, Staffel II, in Sachen Klassenerhalt alles klarmachen können. Dass es nicht geklappt hat, lag nicht an der eigenen Leistung.

Die Serie der SV Böblingen ist zu Ende: Nach zuletzt drei Siegen in Folge gab es in der Landesliga, Staffel II, eine 0:1-Niederlage gegen einen äußerst effizienten 1. FC Eislingen. Doch irgendwie fühlte sich dieses Ergebnis für die Böblinger falsch an.

 

Nach Abpfiff konnte Slobodan Markovic nur noch den Kopf schütteln. „Das ist Wahnsinn“, sagte er. Seiner Mannschaft konnte der SVB-Coach nämlich keinen Vorwurf machen. „Es war ein mutiger Auftritt von uns“, lobte er die Einstellung. „Wir hatten hier alles im Griff.“ Seine Kritik galt viel mehr dem Schiedsrichter.

Unzufrieden mit der Schiedsrichterleistung

Was nicht nur daran lag, dass Marco Bühler den einzigen Treffer der Partie aus einer stark abseitsverdächtigen Position erzielte. „Das werde ich mir gleich auf Video noch einmal anschauen“, meinte Markovic. Aus Sicht der Hausherren hätte es gar nicht erst soweit kommen dürfen, dass die Partie in dieser Szene entschieden wurde, als Salih Egrlic eine Flanke per Kopf für Bühler ablegte, der den Ball nur noch über die Linie drücken musste. Bereits davor waren die Böblinger mit der großzügigen Linie von Finn Kittelmann nicht einverstanden.

Denn allein in den zweiten 45 Minuten hätte es gleich drei Strafstöße für die Einheimischen geben können – aus deren Sicht sogar geben müssen. Doch die Pfeife des Unparteiischen blieb stumm. Erst, als Dominik Cseri ohne Chance auf den Ball Alban Dodoli im Sechzehner wegcheckte. Dann, als ein Eislinger aus dem Getümmel heraus den Ball gegen den Arm bekam. Und zuletzt, als Oliab Calemba an seinem Gegenspieler Yasir Israfil Köse vorbeizog, dieser bereits am Boden lag, den Böblinger jedoch mit beiden Händen umriss. „Das kann ich nicht verstehen“, betonte Markovic.

Es ist verständlich, dass der Frust des Coaches tief saß. Mit einem Sieg hätte sein Team sich endgültig den Klassenerhalt gesichert. Und diese drei Punkte schienen für lange Zeit in Reichweite zu sein. Doch die Böblinger müssen sich ebenso ankreiden, dass sie den Ball trotz guter Chancen nicht über die Linie brachten. Eray Cilhüseyin, Lennart Häßler, der eingewechselte Ibrahim Özpinar oder Calemba, der nach gut einer Stunde am Pfosten scheiterte, ließen gleich mehrere gute Chancen liegen. „Es war ganz klar unser Spiel, aber wir müssen uns für eine solche Leistung auch belohnen“, wusste Markovic.

Eislinger haben nur zwei Chancen – eine geht rein

Wie das geht, zeigten die Gäste. Die Eislinger ließen sich nicht aus dem Konzept bringen und warteten geduldig auf ihre Möglichkeiten. Das waren genau zwei: Bei der ersten klärte Bjarne Hamann gerade noch zur Ecke. Doch bei der nächsten war Bühler zur Stelle und schob den Ball in die Maschen. Mögliches Abseits hin oder her. „Einfach schade. Wir hätten in diesem Spiel alles klarmachen können.“

Jetzt müssen die Böblinger mindestens eine weitere Woche warten.

SV Böblingen: Zivny, Häßler, Stöckle (82. Körtge Corral), Hamann, Dodoli, Arellano Torres, Cilhüseyin (46. Traub), Hlebec, Gkiagkiaev (79. Keysan), Lendl (46. Özpinar), Calemba.

Tor: 0:1 (72.) Bühler.

Zuschauer: 100.