Der VfL Sindelfingen leistet sich zu viele Aussetzer und kassiert gegen den FV Neuhausen eine deprimierende Heimniederlage in der Fußball-Landesliga, Staffel II.
„Wir müssen ehrlich sein: Momentan reicht die Qualität nicht aus“, lautete das ernüchternde Fazit von VfL-Trainer Thomas Siegmund nach dem Abpfiff. „Und wenn wir fallen, dann fallen wir gleich tief.“
Tatsächlich muss man sich fragen, gegen wen die Daimlerstädter in den restlichen Spielen noch punkten können, wenn sie so auftreten wie am Samstag. Dazu kommt, dass das Fehlen von Stammkeeper Alexander Bachmann nach dessen Platzverweis sicher nicht zur Stabilität in der Defensive beitragen wird.
Aber der Reihe nach: Manch einer der rund 150 Zuschauer hatte noch gar nicht Platz genommen, da lagen die Gastgeber schon 0:2 zurück. Noch keine Minute war gespielt, als Bachmann den Schuss von Ammar Memic zwar noch parieren konnte, sich beim Nachschuss von Luis Herzog aber bereits erstmals geschlagen geben musste. Mit dem zweiten Angriff erhöhten die Gäste durch Peter Güth auf 0:2. Der Neuhausener versenkte den Ball von halblinks im langen Eck. „Das spricht Bände“, schüttelte Siegmund angesichts dieser beiden Treffer nur den Kopf.
Die Sindelfinger schaffen nur den Anschlusstreffer
Sein Team kam nach gut einer Viertelstunde erstmals gefährlich vor das gegnerische Tor. Gegen Tahir Bahadir konnte die FVN-Abwehr noch klären, doch nach der anschließenden Ecke von Bünyamin Bakacs erzielte Artan Ademi mit einem trockenen Schuss von der Strafraumgrenze den Anschlusstreffer – 1:2. Wenig später zögerte Bakacs bei einem sehenswerten VfL-Angriff über André Simao und Bahadir zu lange mit dem Abschluss.
Das Gästeteam kam durch robustes Zweikampfverhalten und hohes Pressing immer wieder zu Ballgewinnen und sorgte dann mit langen Bällen über die Außen für Gefahr. Zudem luden die Hausherren den Tabellenelften durch einfache Ballverluste immer wieder zu Kontern ein. So auch in der 34. Minute, als Hakan Kilinc einen weiteren Treffer gerade noch auf der Linie verhinderte. Auf der Gegenseite landete ein Fallrückzieher von Bahadir an der Oberkante der Latte, und den zu zentralen Abschluss von Bakacs meisterte Gästekeeper Krystian Rudnicki.
Anstatt den Ausgleich zu erzielen, mussten die Hausherren dann allerdings den Platzverweis für Alexander Bachmann hinnehmen. Der Schiedsrichter wertete sein Einsteigen als Notbremse, als er außerhalb des Strafraums klären wollte und dabei einen Angreifer des FVN im Luftkampf abräumte. Den nachfolgenden Freistoß knallte Memic an die Latte.
Siegmund reagierte, brachte zum Wiederanpfiff Max Brendle und stellte auf Dreierkette um - was allerdings nichts daran änderte, dass sich seine Elf weiterhin zu viele Aussetzer leistete. Wie beim 1:3, als Markus Fickeisen einem Abwehrspieler den Ball klaute und ins lange Eck vollendete.
Den Gästen gelingt zum Schluss noch ein Doppelschlag
Danach beschränkte sich Neuhausen vorübergehend auf das Nötigste, versuchte, den Vorsprung zu verteidigen und mit Kontern Nadelstiche zu setzen. Beim VfL hatten die Stürmer bei ihren Angriffsbemühungen meist das Visier falsch eingestellt. Besser machte es hingegen Christian Schenk, der in der Schlussphase für den FVN mit einem Doppelschlag auf 1:5 erhöhte.
Bastian Bothner, der sportliche Leiter, hatte bereits in der Halbzeit eine böse Vorahnung gehabt: „Es wird Zeit, dass diese Saison zu Ende geht.“ VfL Sindelfingen: Bachmann, Simao, Bakacs, Bahadir, Gamuzza, Biedma-Andrades (44. Kauffmann), Kubitzsch (57. Bytyci), Kilinc (46. Brendle), Dittrich, Ademi (79. Weinhardt), Edelmann (57. Schuckenböhmer). Tore: 0:1 (1.) Herzog, 0:2 (3.) Güth, 1:2 (18.) Ademi, 1:3 (53.) Fickeisen, 1:4 (82.) Schenk, 1:5 (87.) Schenk.Zuschauer: 150.Besonderes Vorkommnis: Rot (43.) für Bachmann (VfL, Notbremse).