Mal links, mal rechts, mal zentral: Lars Jäger (li.) ist überall gefährlich. Foto: Harald Rommel

Die Trainer haben bei unserer Lokalsportredaktion abgestimmt: Von welchen Fußballern waren sie in der Hinrunde besonders angetan? Heute der dritte Teil: die Landesliga, Staffel II.

Zehn von 16 möglichen Stimmen hat Lars Jäger in der Umfrage unserer Lokalsportredaktion erhalten. Für zehn der 16 befragten Trainer und sportlichen Leiter der Fußball-Landesliga, Staffel II, gab es keinen Zweifel: Die Offensivkraft vom TSV Ehningen ist der Topspieler der Hinrunde in dieser Klasse.

 

Einer von denen, die ihn nicht nominiert haben, ist – richtig, sein eigener Coach. Womöglich deshalb, weil der Prophet im eigenen Lande nichts gilt? Irrtum! Es ist in diesem Fall vielmehr eine Sache des Prinzips. „Ich nenne bei so etwas ja keinen von uns selber“, klärt Übungsleiter Johannes Pfeiffer auf – was aber an seiner tatsächlichen Einschätzung nichts ändert. Diese lautet unzweifelhaft: „Keine Frage, Lars ist der beste Spieler der Liga.“

Für die Trainer ist Lars Jäger vom TSV Ehningen bester Spieler der Hinrunde

Lars, Nachname Jäger, der Mann mit den besonderen Fähigkeiten. Ja, der Mann, dem Pfeiffer gar „unfassbare Qualitäten“ attestiert. Und der Mann, der als offensives Rundumpaket den gegnerischen Abwehrreihen Sorgen macht. Geglänzt hat der 28-Jährige in den vergangenen Monaten gleichermaßen als Gestalter, Vorlagengeber und Torjäger. 13 Assists, elf Treffer – mit dieser Bilanz führt er die Scorerliste an.

Gespielt hat er mal links, mal rechts, mal zentral. Ein Gefahrenherd war er überall. Hinzu kommt, um Pfeiffers Lobhymne zu komplettieren, eine Komponente, die dann auch abseits des Rasens greift. Wie der Gepriesene als Typ so ist? „Bodenständig, angenehm, keinerlei Starallüren.“ Anders formuliert: „Keiner, der gehypt werden will.“

Jäger selbst sieht seine Stärken „im Tempo, auch Dribbling und der Spielübersicht“. Ihm ist bewusst: „Ich bin kein 90-Minuten-Dauerläufer, weiß aber vom Timing, was ich auf dem Platz wann machen kann.“ Dass es für ihn im Wettbewerbsjahr 2025/2026 bislang so gut läuft, hat aus seiner Sicht zwei Ursachen. Erstens: seine körperliche Fitness. Zweitens: Er habe halt auch „coole Jungs“ um sich herum, die ihn unterstützten. Mehr noch: „viele Freunde“.

Ein Umstand, aus dem sich wiederum erklärt, warum der gebürtige Sindelfinger überhaupt seit mittlerweile zweieinhalb Jahren in Ehningen die Kickschuhe schnürt. „Ich fühle mich dort sehr wohl“, sagt Jäger, der in der Versicherungsbranche tätig ist.

Gianluca Gamuzza vom VfL Sindelfingen (links) kam in der Umfrage der Lokalsportredaktion auf zwei Stimmen. Foto: Stefanie Schlecht

In der Rückrunde kann er das noch genießen, nach dieser Runde schließt sich der frühere Juniorenspieler der Stuttgarter Kickers (D- bis B-Jugend), bei dem vor der aktuellen Saison dem Vernehmen nach die halbe Oberliga Schlange stand, dann dem GSV Maichingen an. Zuvor fügt sich mit der Wahl zum Spieler der Hinrunde ein persönliches Karriere-Highlight hinzu.

Was Lars Jägers aktuellen Trainer Johannes Pfeiffer beruhigen mag: Seine Stimme hat am Ende nicht entscheidend gefehlt. Im Ranking liegt sein Schützling dennoch knapp vor Tim Schraml (früher Regionalliga beim SC Freiburg II und beim 1. Göppinger SV, ein Bundesliga-Spiel für den SC Freiburg) vom TSGV Waldstetten und deutlich vor Max Schlotterbeck vom TSV Köngen.

Abstimmung

Modus
Die 16 Vereine der Staffel hatten jeweils maximal drei Stimmen für drei verschiedene Spieler. In 15 Fällen haben sich die bis zur Winterpause tätigen Trainer beteiligt, für den VfL Sindelfingen der sportliche Leiter Bastian Bothner.