Beim VfL Sindelfingen glänzt in der Fußball-Landesliga, Staffel II, vor allem ein Hattrick-Schütze. Aber der Torwart sorgte zuvor dafür, dass die Partie in die richtige Richtung lief.
„Wer zur Pause mit 4:0 führt, kann nicht so viel falsch gemacht haben“, schmunzelte Trainer Thomas Siegmund vom VfL Sindelfingen. Und auch wenn er mit dem Auftritt seiner Schützlinge in der zweiten Halbzeit nicht wirklich zufrieden war, konnte er unter dem Strich einen 5:1-Sieg bei der TSVgg Plattenhardt in der Fußball-Landesliga, Staffel II, notieren.
Bei der Suche nach dem Mann des Tages tappte niemand lange im Dunklen: Arbes Bytyci stand stets da, wo ein echter Knipser stehen muss, und erzielte einen lupenreinen Hattrick. Sein früher Doppelschlag brachte die Auswärtstruppe ohne Umleitungen auf die Siegerstraße.
Arbes Bytyci erzielt einen lupenreinen Hattrick für den VfL Sindelfingen
Zunächst schob er eine Hereingabe von Andre Simao in die Maschen, dann veredelte er eine Kombination über Bünyamin Bakacs, Artan Ademi und Rion Gashi, ehe er einen gescheiterten Versuch von Ademi per Abstauber ins Netz bugsierte.
Wohlgemerkt hätte die Partie auch einen ganz anderen Anstrich bekommen können, wenn nicht VfL-Keeper Alexander Bachmann direkt nach dem Anpfiff in einer Eins-gegen-eins-Situation gegen Ekrem Servi gerettet hätte. „Speziell hier hatten wir auch das nötige Glück“, sprach Siegmund nicht nur die Parade seiner Nummer eins an, sondern auch die Tatsache, dass die Schiedsrichterin ein vorheriges Halten gegen den gegnerischen Stürmer nicht geahndet hatte.
VfL Sindelfingen ist griffiger in den Zweikämpfen als TSVgg Plattenhardt
Die Sindelfinger agierten griffig in den Zweikämpfen, ließen bis auf die Großchance in der ersten Minute defensiv nichts zu und spielten im richtigen Moment die entscheidenden Bälle. Nach einem Einwurf zelebrierten Bakacs und Ademi einen Doppelpass, letzterer ließ es ein weiteres Mal im TSVgg-Kasten klingeln.
Die Sache war natürlich bereits zur Pause durch, auch wenn die Plattenhardter nach dem Wiederanpfiff verkürzten. Nach seinem Konter feuerte Aristidis Perhanidis aus halblinker Position und jagte das Runde mit Hilfe des Innenpfostens ins Eckige.
VfL Sindelfingen verliert seine klare Linie
Der Anschlusstreffer sorgte dafür, dass das Geschehen ruppiger wurde. Die Gäste verloren ihre Linie, sodass Siegmund lautstark wieder mehr Klarheit in den Aktionen forderte. „Wir haben uns auf unnötige Diskussionen eingelassen. Das war zu viel Reden und zu wenig Fußball“, konstatierte der Coach.
Die Gastgeber waren vielleicht auch deshalb häufig einen Schritt schneller, beschworen aber keine Gefahr herauf. Ein zu hoch angesetzter Schuss aus der Distanz, ein Kopfball über den Querbalken nach einer Ecke das war’s.
Stattdessen schlug noch einmal der VfL zu. Nach einem Gegenstoß holte TSVgg-Schlussmann Kristian Grbic ungestüm Tahir Bahadir von den Füßen, den fälligen Elfmeter verwandelte Tobias Kubitzsch souverän. Bahadir hätte sogar noch das halbe Dutzend vollmachen können, scheiterte aber am Aluminium.
VfL Sindelfingen: Bachmann, Simao, Bakacs, Biedma-Andrades (46. Kizilagil), Gashi (79. Edelmann), Kubitzsch, Bytyci (71. Weinhardt), Molitor, Kilinc, Ademi (61. Bahadir), Brendle.
Tore: 0:1 (2.) Bytyci, 0:2 (4.) Bytyci, 0:3 (27.) Bytyci, 0:4 (40.) Ademi, 1:4 (51.) Perhanidis, 1:5 (85. Foulelfmeter) Kubitzsch.