Schlechte Nachrichten für den TSV Plattenhardt und seinen Spieler Kevin Pein (im Bild). Foto: Archiv/Günter Bergmann

Vor dem aktuellen 18. Spieltag erhält der Filderclub die befürchtete bittere Diagnose. Derweil will der Tabellennachbar TV Echterdingen das nächste Spitzenteam stolpern lassen.

Der eine gegen einen der Aufstiegsanwärter, gegen den es im Hinspiel eine 0:5-Schlappe gab. Der andere gegen das Team, das gerade den Spitzenreiter abgewatscht hat. Der TV Echterdingen und der TSV Plattenhardt stehen in der Fußball-Landesliga am Sonntag vor schweren Aufgaben. Vorab haben sich für die Filderstädter in einer Angelegenheit die schlimmsten Befürchtungen bestätigt.

 

TSV Plattenhardt – VfL Sindelfingen (Sonntag, 15 Uhr)

Pierre Eiberger sagt es im Rückblick kurz und knapp: „Ein richtiger Scheißauftakt.“ Erstes Pflichtspiel mit ihm als neuer Cheftrainer des TSV Plattenhardt. Und was passiert? Nicht nur zwei späte Gegentore zur bitteren 1:2-Niederlage in Maichingen – dazu auch noch ein Schwerverletzter im eigenen Team. Um den, Kevin Pein, haben sich inzwischen die schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Im Knie, das sich der 27-Jährige unglücklich verdreht hat, ist so ziemlich alles kaputt. Kreuzband, Innenband, Meniskus. Der OP-Termin steht für Ende dieses Monats. Danach dürfte für Pein das Sportjahr 2026 bereits vorüber sein.

„Extrem bitter für uns“, sagt Eiberger, der diesmal selbst wieder auf dem Spielfeld mitmischen will, „er ist einer unserer Wichtigsten. Mit seiner Physis gewinnt er viele Zweikämpfe.“ Und: Gerade auf den Schienenpositionen sind die Filderstädter in ihrem Kader dünn besetzt. Umso mehr wird dies bewusst, da aktuell obendrein Tobias Hornung (Zerrung) und Jamie Luke Straub (Hüftbeschwerden) auszufallen drohen.

So ist Eiberger also gleich als Krisenmanager gefragt. Möglich, dass er am Sonntag positionsfremd improvisieren muss – was aber am sportlichen Vorhaben nichts ändert. „Nächstes Spiel, nächste Chance. Mit der richtigen Einstellung kannst du in dieser Liga gegen jeden punkten“, ist der Coach überzeugt. Folglich auch gegen einen der Topgewinner des vorigen Spieltags: Die Gäste des VfL Sindelfingen haben die zweite Saisonphase mit einem 3:0-Ausrufezeichen gegen den Tabellenführer TSV Köngen begonnen. Und das, obwohl ihr Torjäger Gianluca Gamuzza (Schleimbeutelentzündung) gerade fehlt.

Mit dem angepeilten Heimsieg würden die Plattenhardter bis auf zwei Punkte an ihren Kontrahenten heranrücken. Bei einer weiteren Niederlage hingegen? Müsste Eiberger wohl erneut das Wort wählen, das mit “Sch“ anfängt und „eiße“ endet. Das Polster zu den Abstiegsplätzen ist mit ebenfalls zwei Zählern nur noch dünn.

TSV Ehningen – TV Echterdingen (Sonntag, 15 Uhr)

Ein erstes Ausrufezeichen ist gesetzt, an diesem Wochenende soll das zweite folgen. Nach dem Derby-2:0 in Bernhausen will der TV Echterdingen die nächste Spitzenmannschaft stolpern lassen. „Es gibt in dieser Liga kein Überteam, gegen das du nicht gewinnen kannst“, sagt der neue Trainer Daniel Heisig selbstbewusst. Eben „gewinnen“ gibt er nun auch für das Gastspiel beim Tabellendritten in Ehningen als Devise aus, was nebenbei eine Revanche bedeutete. Düster sind die Erinnerungen der Gelb-Schwarzen an das Hinspiel vom August. Seinerzeit mussten sie im eigenen Stadion eine 0:5-Schlappe quittieren.

Das aktuelle Erfolgsrezept? So schlicht und platt es klingen mag: „Wir müssen uns weiter auf die Basics des Abstiegskampfs fokussieren“, fordert Heisig. Gut gegen den Ball arbeiten, gut in der Verteidigung stehen, mit dem nötigen Biss in die Zweikämpfe gehen. In der vor Wochenfrist durchgesickerten Kunde, dass sein Nachfolger Roko Agatic im Sommer von seinem Noch-Verein TSV Bernhausen gleich acht Spieler mitbringen wird, will Heisig dabei keinen internen Unruhefaktor erkennen. „Natürlich, das ist ein Thema im Team“, konstatiert er. Schließlich dürfte sich der ein oder andere im Echterdinger Kader fragen, wo dann künftig für ihn noch Platz sein wird? Aber, so Heisigs ganz pragmatischer Umgang damit: „Mir kam der Bericht entgegen. Ich konnte ihn nutzen, um die Mannschaft anzustacheln und zusätzlich zu motivieren.“ Mit entsprechender Gelassenheit sieht der Coach denn auch die jüngste und seit dieser Woche bekannte Personalie: nämlich, dass sein aktueller Torjäger Flon Ajvazi den umgekehrten Weg gehen wird. Der Youngster wird nach der Saison seinerseits wie berichtet zurück nach Bernhausen wechseln.

Bis dahin soll Ajvazi weiter als Echterdinger Knipser seinen Beitrag leisten. Verändern wird Heisig an seiner Siegerelf von zuletzt wohl nichts. Auch wenn er in Leo Milutinovic (nach muskulären Problemen) und Yannis Kalchschmidt (nach Urlaub) für Sonntag zwei neue Optionen hat. „Bei Leo war es nur eine Vorsichtsmaßnahme, dass er nicht gespielt hat. Er ist wieder fit“, sagt der Trainer. Das Luxusproblem jedoch: Als Ersatzmann nutzte ein anderer seine Chance. Der Youngster Matti Theobaldt wartete mit einer Topleistung auf. „Einen Grund, etwas umzustellen“, gibt es laut Heisig „eigentlich nicht“.

Ebenfalls gut gestartet ist am vergangenen Wochenende der Gegner. Er siegte in Neuhausen mit 3:0 – auch er allen Ereignissen hinter den Kulissen zum Trotz. Für die Ehninger gilt es zu verdauen, dass sie ihre beiden herausragenden Spieler an den Nachbarn GSV Maichingen verlieren werden. Der Abwehrchef und Kapitän Marcel Berberoglu sowie der Torjäger Lars Jäger, in einer Umfrage unserer Zeitung kürzlich zum ligabesten Spieler der Hinrunde gewählt, sind auf dem Absprung.

Überhaupt also gerade ordentlich Betrieb auf dem Personalkarussell der Staffel.

MTV Stuttgart – TSV Bernhausen (Sonntag 15 Uhr)

Vorschau zu diesem Spiel siehe hier.