Bei einem weiteren Wunschspieler sieht der Fußballchef Krammer die Chancen bei „70:30“ – während es im Abstiegskampf der aktuellen Runde nun ein pikantes Wiedersehen gibt.
Eigentlich ist es ja eine paradoxe Situation. In der aktuellen Saison steckt der Fußball-Landesligist TSV Plattenhardt unverändert tief im Abstiegskampf. Keiner kann zum jetzigen Zeitpunkt sagen, in welcher Liga die Mannschaft künftig spielen wird. Im Hinblick auf die nächste Runde wirkt der Abteilungsleiter Sascha Krammer dennoch gefühlt so entspannt, als befände er sich im Liegestuhl am Urlaubsstrand. Seine beruhigende Erkenntnis: „Wir hatten noch nie in einer so frühen Phase den nahezu kompletten Kader stehen.“ Und zwar eben unabhängig davon, auf welche sportliche Etage die Reise führt.
Seit dieser Woche sind drei weitere Personalien fix. Während auf der einen Seite der erwartete Wechsel des Angreifers Ekrem Servi zum Nachbarn TSV Bernhausen nun endgültig ist, vermeldet der Verein auf der anderen Seite zwei weitere Zugänge. So kommt aus der Parallelstaffel der Rechtsverteidiger Niklas Nill (25) vom SV Nehren in den Weilerhau. Und von der zweiten Mannschaft der Young Boys Reutlingen haben die Filderstädter sich das Sturmtalent Eimen Zalloumi geangelt. Der Youngster hat sich in dieser Saison nach einer längeren Verletzungspause furios zurückgemeldet, wenn auch nur in der Kreisliga A: In 13 Punktspielen für sein aktuelles Team erzielte er 26 Treffer. Zuvor war Zalloumi beim U-19-Bundesligisten SSV Reutlingen engagiert.
Übrig sind damit nur noch drei Baustellen. Erstens: im Tor, wo die Suche nach einem Nachfolger für den scheidenden Stammkeeper Kristian Grbic (zum anstehenden Gegner SV Böblingen) dem Vernehmen nach weit fortgeschritten ist. Zweitens: auf der offensiven Außenbahn. „Wir hätten gern noch einen, der den Flügel rauf und runter geht“, nennt Krammer das Anforderungsprofil. Drittens: in der Defensive. Hierbei ist unverändert Denis Lübke (33) vom Oberligisten 1. Göppinger SV der große Wunschkandidat – nicht nur für diese Rolle, sondern wie berichtet zudem für den Posten des Co-Trainers.
Woran es hakt? Der Umworbene schwankt laut Krammer noch. Die für ihn beiden Optionen: entweder noch ein weiteres Karrierejahr auf höherer Ebene bei seinem jetzigen Verein – oder der Start in ein neues Kapitel in Plattenhardt, dort an der Seite seines alten Kumpels und Ex-Teamkollegen Pierre Eiberger. Auf tieferem sportlichen Niveau zwar, dafür aber mit verstärkter Führungsverantwortung. „Vom Gefühl her stehen die Chancen 70:30 für uns“, schätzt Krammer.
TSV Plattenhardt will Revanche für schwarzen Hinspieltag
Und vielleicht werden sie ja sogar noch ein bisschen besser, wenn an diesem Sonntag (15 Uhr) die erhoffte Initialzündung im Kampf um den Klassenverbleib gelingt – und zugleich die Revanche für die bislang schwärzeste Stunde dieser Saison. Gegner ist der selbst noch nicht endgültig gerettete Tabellenneunte SV Böblingen. Das Hinspiel im Oktober haben die Plattenhardter mit 0:7 verloren. Aktuell will Krammer die Leistungen nicht bemäkeln. „Die Jungs geben Gas, kämpfen und machen“, konstatiert er, „zuletzt hat aber einfach das nötige Quäntchen Glück gefehlt.“ Klar ist, dass nach dem am vergangenen Wochenende ermutigenden 0:0 beim Titelanwärter TSGV Waldstetten diesmal drei Punkte mehr oder weniger Pflicht sind, wenn die Rechnung noch aufgehen soll. Jene lautet von Krammer: „Drei Siege aus den verbleibenden fünf Spielen, damit müssten wir wenigstens die Relegationsteilnahme sicher haben.“ Wäre jetzt Schluss, gehörte sein Team als Tabellenvierzehnter allerdings zu den Absteigern.
Pikante Note der Begegnung dieses Spieltags: Diese bringt das erstmalige Wiedersehen mit dem eigenen Ex-Coach Slobodan Markovic. Der 38-Jährige stand bis Januar noch in Plattenhardt unter Vertrag, ehe er mit seinem plötzlichen Ausstieg in Richtung Böblingen überraschte. Für eine verschnupfte Stimmung sorgte er dabei weniger mit seiner Entscheidung an sich als mit der Art und Weise, wie er diese vollzog und kommunizierte. Markovic hatte bei seinem neuen Club bereits unterschrieben, bevor er seinen bisherigen von seinem Wechselplan unterrichtete.
Doch tempi passati. „Wir haben uns darüber nicht gefreut, aber auch nicht gestritten. Das Verhältnis ist in Ordnung“, sagt Krammer. Noch mehr, wenn der Ex im gleichzeitigen jetzigen Familienduell die erwähnten Zähler da lassen sollte. Sein Bruder Nemanja, Noch-Plattenhardt-Abwehrchef, wird ihm dann ja im Sommer zusammen mit dem Keeper Grbic nach Böblingen folgen.
Auch das hat Krammer im Übrigen recht gechillt registriert.