Trotz Trainerwechsel setzt der TSV Plattenhardt auf Kontinuität. Spannend wird, ob der einstige Fast-100-Tore-Sturm seine Ladehemmung lösen kann.
Alles wie bisher, nur ein bisschen besser, so will man beim TSV Plattenhardt die Rückrunde in der Fußball-Landesliga angehen. Der Aufsteiger möchte sich nach der soliden Hinserie nicht von seinem Weg abbringen lassen, auch wenn der Cheftrainer nicht mehr Slobodan Markovic heißt, sondern Pierre Eiberger und dieser als Spielertrainer fungiert.
Eiberger war zuvor der spielende Co-Trainer und ist in der Winterpause zum Cheftrainer aufgerückt, nachdem Markovic überraschend seinen Abschied zum Ligakonkurrenten SV Böblingen verkündet hatte. „Durch die Erfahrung, die er im Fußball mit seinen über zehn Jahren als Spieler beim SSV Reutlingen gesammelt hat, war von Anfang an klar, dass wir Pierre zunächst als Spielertrainer und dann, wenn seine Beine nicht mehr können, als Trainer im Verein behalten wollen“, sagt der Plattenhardter Fußballchef Sascha Krammer.
Noch aber wollen die Beine des 34-Jährigen. Wenn es nach ihm geht, dem Mittelfeldmann, dann jedoch nicht mehr so oft. „Ich würde gern versuchen, dass ich weniger spiele. Aber wenn man mich braucht, bin ich da“, sagt Eiberger. In der Vorbereitung stand er weiterhin regelmäßig selbst auf dem Platz – einmal sogar mangels Alternativen als Torhüter zwischen den Pfosten.
Mit der Vorbereitung ist Eiberger nicht gänzlich zufrieden. „Mit dem Ball haben wir uns noch etwas schwer getan, Ideen herauszuspielen. Da müssen wir noch flexibler werden und uns mehr bewegen. In dem Bereich haben wir Nachholbedarf“, sagt der Coach. Gegen den Ball sei es dagegen schon ordentlich gewesen.
Diesem Bereich hat sich der neue Cheftrainer besonders gewidmet. „Mir war wichtig, dass defensiv jeder einzelne Spieler wirklich seine Aufgabe kennt“, berichtet er. An der Grundformation mit drei Innenverteidigern will Eiberger nicht rütteln. „Slobodan Markovic und ich hatten eigentlich immer die gleichen Ansichten, deshalb wird sich nicht sonderlich viel verändern“, kündigt er an.
Das Vertrauen der Plattenhardter Verantwortlichen in den bisherigen Kader, das Saisonziel einstelliger Tabellenplatz zu erreichen, ist weiterhin hoch. Insbesondere auch in den vor der Saison viel gelobten Angriffsdreizack mit Aristidis Perhanidis, Ekrem Servi und Fabijan Krpan. Das Trio hatte in der vergangenen Bezirksliga-Saison zusammengerechnet 98-mal eingenetzt, in dieser Runde trafen sie erst 13-mal. Damit sich die Ladehemmungen in der Rückrunde endlich lösen, haben die Plattenhardter in Giuliano Soddu einen Neuzugang als Unterstützung geholt. Der 20-Jährige, der zuletzt für den Staffel-3-Landesligisten Croatia Reutlingen auflief, soll hinter den Spitzen agieren, sie in ihren defensiven Aufgaben entlasten und offensiv mit Vorlagen füttern. „Er ist schnell, er ist quirlig, er kann Fußball spielen, und wir erhoffen uns viel von seinen offensiven Qualitäten“, sagt Eiberger.
Auf der anderen Seite bedauert der Trainer die Abgänge von Tizian Beinschrodt und Willy Vöhl. Die beiden Eigengewächse hatten unter Markovic nur wenig Einsatzzeiten bekommen und sich deshalb für einen Wechsel zum TSV Denkendorf entschieden. „Die Tür steht für sie immer offen. Sie sollen jetzt Spielpraxis sammeln, und dann wird man sehen, was im Sommer ist“, sagt Eiberger. Grundsätzlich will er darauf achten, alle Spieler bei Laune zu halten, insbesondere jene aus der Plattenhardter Jugend und dem Ort selbst.
Zum Auftakt beim Tabellennachbarn GSV Maichingen am kommenden Sonntag um 15 Uhr könnte bereits der ein oder andere Einsatzminuten sammeln. Von den Routiniers fehlt der Kapitän Emre Göcer wegen eines gebrochenen Fingers. „Außerdem haben wir ein paar kleinere Verletzungen“, sagt Eiberger.
Personalien
Zugänge:
Giuliano Soddu (20, Angriff, SV Croatia Reutlingen).
Abgänge:
Tizian Beinschrodt, Willy Vöhl (beide TSV Denkendorf), Devrim Azad Sefer (Spvgg Cannstatt).