Der vorherige Seriengewinner unterliegt zum zweiten Mal innerhalb von nur sieben Tagen klar. Beim 1:4 in Waldstetten erkennt der Trainer Agatic „krasse, brutale Fehler“.
Nein, Sorgen „noch keine“, sagt der Trainer Roko Agatic. Dies hielte er für die falsche Wortwahl. Eine Nachdenklichkeit hat sich in den eigenen Reihen aber allemal eingestellt, verbunden mit der Frage: Was, bitte, ist plötzlich mit dem TSV Bernhausen los? Da eilt der Filderstädter Fußball-Landesligist monatelang vermeintlich unaufhaltsam von Sieg zu Sieg. Und nun? Zwei deftige Schlappen innerhalb von nur sieben Tagen. Dem überraschenden 1:5 zuhause gegen den GSV Maichingen ist an diesem Samstag ein 1:4 beim TSGV Waldstetten gefolgt. Vom Seriengewinner also auf einmal zum Krisenteam?
„Kein Thema: Gegen so einen Gegner kann man auch einmal verlieren – allerdings nicht so“, sagt Agatic nach dem Kräftemessen beim bislang punktgleichen Ostalb-Kontrahenten. Was den Coach ins Grübeln bringt, ist eine Reihe „krasser, brutaler Fehler“. Auch für ihn schwer zu erklären: Aber es wirkt, als habe jemand beim ein oder anderen seiner Mannschaft über Nacht einen Schalter umgelegt – von Topform auf Wackelmodus. Zum Ausdruck kommt dies allein schon über die nackte Torstatistik: Hatten die Bernhausener in ihren vier ersten Saisonspielen gerade mal einen Gegentreffer zugelassen, waren es nun in 180 Spielminuten deren neun.
Dabei hatte die aktuelle Begegnung noch gut begonnen. Der Kapitän Ivan Matanovic nahm einen verunglückten Waldstettener Pass vor seine Füße dankend an und vollstreckte früh zur Gäste-Führung (4.). Ja, Filip Jordacevic hatte sogar die große Chance, auf 2:0 zu erhöhen. Dann aber verteilte nur noch eine Mannschaft Geschenke: die in den lila Trikots. Der Pleiten-und-Pannen-Bericht, der Agatic hadern lässt: einmal stand sein Verteidiger Erik Meinlschmidt im Strafraum fünf Meter entfernt von seinem Gegenspieler, der sich somit die Ecke aussuchen konnte. Einmal verlor Mihael Tomic den Ball im Spielaufbau, woraus ein verhängnisvoller Konter resultierte. Und zweimal wurden der Torhüter Kristian-Krassimir Alexandrov beziehungsweise Mikail Gümüssu mit Fehlpässen zu unfreiwilligen Vorlagengebern. In allen vier Fällen zappelte die Kugel schließlich im Bernhausener Netz. Die Torschützen: Joshua Szenk (37.), Can-Luca Groiß (57.), David Vasic (59.) und Niels Waldraff (71.).
Den Keeper Alexandrov hatte Agatic begnadigt, nachdem es in der Vorwoche wie berichtet zwischen ihm und dem 26-Jährigen zu einem Disput gekommen war. Nach einer Aussprache kehrte der Neuzugang zwischen die Pfosten zurück, während im Abwehrchef Mahir Ege (muskuläre Probleme) und Jamie-Noah Demir (privat verhindert) zwei andere Stammkräfte fehlten.
Ob es mit ihrer Rückkehr wieder besser wird? Fest steht für Agatic: „Wir müssen jetzt schauen, dass wir die Köpfe schnell wieder klar bekommen.“ Auf dass aus momentanen Problemen nicht doch echte Sorgen werden.
Bernhausener „Spieler des Spiels“
Ivan Matanovic (Nominierungen: 1). Zumindest an ihm lag es nicht. Einer der wenigen mit Normalform bei den Gästen. Der Kapitän ackerte und rackerte – und erzielte abgebrüht das Bernhausener Führungstor.
TSGV Waldstetten: Helmli – Waldraff (76. Podilczak), Kurfess, Kurz, Taxis, Szenk – Vasic (65. Mädel), Schraml, Eisele (56. Vodopija), Pfeifer (82. Yücel) – Groiß (76. Nagler).
TSV Bernhausen: Alexandrov – Vidic, Lujic, Sterian (61. Henneh), Meinlschmidt – Gümüssu (75. Böhmer) – Rangelov (46. Milos), Tomic, Jordacevic (46. Kranz), Walz (61. Markic) – Matanovic.