Nach einer 4:1-Führung der SKV Rutesheim gegen die SG Weinstadt steht es plötzlich 4:4 – und Trainer Baake tobt. Dann gelingt dem bulligen Stürmer doch noch das Tor zum 5:4.
Als der Schiedsrichter in der 72. Minute auf den Punkt zeigte, reichte es Christopher Baake. Der Trainer der SKV Rutesheim drehte am Spielfeldrand frustriert ab und verpasste seinem Trainerstuhl einen saftigen Tritt, der diesen in Trümmer riss.
Sein Frust war nachvollziehbar, immerhin verwandelte Faton Sylaj den Strafstoß zum 4:4 für die SG Weinstadt, die zur Pause noch mit 1:4 hinten gelegen hatte. SKV-Torwart Jan Göbel, der zuvor nach einer Freistoßflanke Weinstadts Oliver Ehni unsanft abgeräumt hatte, ahnte die linke Ecke, sprang jedoch über den flachen Schuss.
Baake selbst nahm in der Folge auf dem intakten Stuhl seines kurz zuvor eingewechselten Co-Trainers Gianluca Crepaldi Platz. „Das stimmt mich schon ein bisschen sauer“, monierte der Rutesheimer Trainer, nachdem seine Mannschaft nach zwei sieglosen Spielen wieder gewinnen konnte, diesen Dreier jedoch beinahe verspielt hätte.
Blitzstart in Rutesheim: Fünf Tore in 20 Minuten
Dabei hatte die Mannschaft losgelegt wie die Feuerwehr. Bereits in Minute eins schickte Hannes Obert den schnellen Alexander Grau über den rechten Flügel, bei seinem Querpass war Laurin Stütz, der Torschütze vom Dienst, im Zentrum zur Stelle. Wenig später brach Grau erneut durch die SG-Defensive und zwang Gäste-Keeper Levi Onyeama zur Parade – am langen Pfosten wollte Marco Fonseca klären, köpfte den Ball jedoch ins eigene Netz (6.).
Ebenfalls per Kopf fiel der erste SG-Treffer, der groß gewachsene Valon Selimi war nach einem Eckball zum 1:2 erfolgreich. Die Rutesheimer Drangphase lief danach munter weiter, Joshua Schneider fand mit einem seiner präzisen Diagonalbälle hinter die Kette den eingelaufenen Patric Vaihinger, der Onyeama per Lupfer zum 3:1 bezwang (14.). Die Krönung der Startphase folge weitere fünf Minuten später, wieder überspielte Schneider die gegnerische Abwehr, eine anschließende Flanke Vaihingers köpfte Stütz mühelos zum 4:1 ins Weinstädter Tor.
SKV lässt nach, Weinstadt kommt zurück
Wer nun aber dachte, der Sieg wäre bereits in Sack und Tüten, irrte sich. Das Team begann merklich nachzulassen, der Druck der Anfangsphase ging verloren, was Trainer Baake ärgerte: „Wir sind keine Mannschaft, die mit 80 Prozent ein Spiel runterrattern kann. Wenn wir zu wenig Intensität und Leistung auf dem Platz bringen, dann passiert so was.“ So was heißt: In der 52. Minute verunglückte eine Kopfballrückgabe von Schneider, die Faton Sylaj zum 2:4 nutzte. Neun Minuten später fand der spätere Elfmeterschütze seinen Bruder Kujtim mit einem langen Ball hinter die Rutesheimer Kette, der den ohne Not herauseilenden Jan Göbel per Kopf zum Anschluss überlupfte .
„Wir müssen einfach ruhiger bleiben und es souverän zu Ende spielen, davon waren wir ganz weit entfernt“, kritisierte Baake. Die Erlösung nach dem 4:4 kam in der Schlussphase, Marcel Held spielte einen Eckball kurz auf Yannik Riedlinger, der scharf ins Zentrum zu Crepaldi flankte. Dessen Kopfball konnte Onyeama noch parieren, aber im Nachschuss war Markus Wellert zur Stelle (81.). Nachdem der Stürmer seine lange Rotsperre abgesessen hatte, traf er endlich wieder für die SKV.
„Natürlich ist geil, das entscheidende Tor zu machen“, freute sich der Matchwinner. Minuten später war das Spiel vorbei und die SKV der knappe Sieger. Da der FV Löchgau beim Kellerkind TSV Ilshofen nur remis spielte, ist die SKV wieder alleiniger Tabellenführer. Die Achterbahnfahrt am Samstagnachmittag fand doch noch ein Happy End. SKV Rutesheim: Göbel – Schneider, Rudloff, Kiloko (57. Riedlinger) – Grau, Obert (89. Walter), Held, Vaihinger (65. Crepaldi) – Heiler (86. Maier) – Stütz, Wellert (90.+2 Ludwig)