Pechvogel: Der Heimerdinger Stefan Schlick (li./gegen Nektarios Tsouloulis) wurde in Minute 15 eingewechselt und musste zehn Minuten später wegen einer Oberschenkel-Blessur raus. Foto: Eva Herschmann

Der abstiegsgefährdete Club feiert einen eminent wichtigen 2:1-Auswärtssieg beim TV Oeffingen – Dennis de Sousa Lourenco und Salvatore Pellegrino treffen für den TSV.

Die letzten zehn Minuten der Partie auf dem Oeffinger Kunstrasen waren eine Nervenprüfung für Uwe Sippel und alle, die es mit dem TSV Heimerdingen hielten. Gastgeber TV Oeffingen hatte gerade auf 1:2 verkürzt, der Fußball-Chef des TSV befürchtete, womöglich würde wie so häufig seine Mannschaft kurz vor Schluss einen Gegentreffer kassieren. Das gedankliche Flehen an irgendeine höhere Fußball-Macht wurde erhört – der TSV feierte einen eminent wichtigen Dreier in Oeffingen.

 

„Die Erleichterung ist riesig“, sagte Sippel und atmetet tief durch, „diesen Sieg hatte sich die Mannschaft verdient, ein Remis wäre für den Gegner nicht verdient gewesen.“ Ob der Sieg verdient war, wollte TSV-Coach Markus Koch nicht konstatieren, doch „wir hatten klar mehr Torchancen“, betonte er. Der Dreier kommt jedenfalls zur rechten Zeit, da Abstiegskonkurrent TSV Crailsheim völlig überraschend dem zuvor ungeschlagenen Spitzenreiter FV Löchgau die erste Saisonniederlage (2:0) beigebracht hatte.

Keine Höhepunkte in Hälfte eins

In Oeffingen war die erste Spielerpflicht auf beiden Seiten: Sicherheit geht vor. Beide Teams standen tief und agierten offensiv vorsichtig, sodass die erste Hälfte für die Zuschauer in etwa so mitreißend war wie eine Verkaufsveranstaltung für Wärmedecken im Rahmen einer Kaffeefahrt für Senioren. Kurzum: lange Bälle und ausgiebiges Mittelfeldgeplänkel.

Routiniers im Duell: TSV-Kapitän Sebastian Bortel (li.) gegen TV-Torjäger Malntin Ymerai Foto: Eva Herschmann

Erst mit der Führung kam der Fußball-Zug des TSV Heimerdingen richtig ins Rollen. Dennis de Sousa Lourenco profitierte von einem Missverständnis zwischen TSV-Schlussmann Kerim Redzepovic und einem Abwehrspieler, der TSV-Kicker spritzte dazwischen und lupfte den Ball über den Keeper ins Oeffinger Tor (56.). Es war der Startschuss für die Offensive aufs TV-Tor – oder um es mit dem Ballermann-Hit zu sagen: Der Zug hat keine Bremse. Zehn Minuten später erinnerten sich die älteren Fans ans Wembley-Tor von 1966, als Haris Gudzevic den Ball an die Unterkante der Latte gehämmert hatte – doch im Gegensatz zum WM-Finale von einst erkannte Schiri Knut Krimmer auf „kein Tor“. Der Treffer von Sebastian Bortel nach einem Eckball wurde wegen Foulspiels nicht anerkannt, auch eine zweite Chance von Gudzevic fand nicht den Weg ins Netz.

Nach 77 Minuten war es aber passiert: Rudolf Buxmann hatte sich im Strafraum bis zur Grundlinie durchgetankt, legte mustergültig auf Pellegrino und der schloss fulminant mit dem 2:0 ab. Doch nur vier Minuten danach foulte Ayyub Baroudi einen Oeffinger im TSV-Strafraum – Malntin Ymerai verwandelt zum 1:2. „Dann begann das Zittern“, bekannte Uwe Sippel. Doch außer vor einem Freistoß aus 16 Metern von Ymerai, der in der TSV-Mauer landete, blieb der Puls der Heimerdinger Fans im grünen Bereich. Die Gäste hatten zwar den einen oder andern Konter, doch sie spielten sie zu schlampig.

Filip Milos (hi./gegen Malntin Ymerai) bot im zentralen Mittelfeld des TSV Heimerdingen eine starke Leistung. Foto: Eva Herschmann

„Dieser Erfolg gibt Selbstvertrauen“, sagte Markus Koch, „wir haben in Struktur, Ordnung und Sicherheit die Vorgaben gut umgesetzt. Daran können wir uns festhalten.“ Am nächsten Sonntag empfängt der TSV Heimerdingen die TSG Öhringen. TSV Heimerdingen: Emmrich – Fota, Jildiz (15. Schlick/25. Baroudi/90+4 Traore), Kuchtanin, Pellegrino – Bortel, Geppert – de Sousa Lourenco, Milos – Gudzevic (90. Riedmiller), Buxmann.