Julian Häusler (mit Ball im Spiel gegen die Spvgg Satteldorf) verletzte sich im Spiel gegen den TSV Heimerdingen schwer und musste ins Krankenhaus. Foto: Andreas Gorr

Der Jubel fällt verhalten aus: Verteidiger Julian Häusler vom SV Leonberg/Eltingen zieht sich beim 5:0-Erfolg über den TSV Heimerdingen einen Schlüsselbeinbruch zu.

Es war eine Szene, wie sie in jedem Fußballspiel zigmal vorkommt: Nach einer Flanke in den Strafraum in der 60. Minute stiegen Julian Häusler und ein Heimerdinger mit mehreren Akteuren zum Kopfball hoch. Doch dass nach der Landung auf dem Boden etwas Schlimmeres passiert war, wurde den rund 150 Zuschauern schnell bewusst, als es quälend lange Minuten dauerte, ehe der SV-Verteidiger sich wieder vom Spielfeld erheben konnte.

 

Mit dem Arm in einer Schlinge und gestützt auf einen Helfer ging der 29-Jährige mit langsamen Schritten in den Kabinentrakt. Schnell machte die Vermutung eines Schlüsselbeinbruchs die Runde, die sich nach der Diagnose im Krankenhaus am späten Freitagabend bestätigte. „Das Schlüsselbein ist komplett gebrochen. Anfang kommender Woche werden die Ärzte mit Julian besprechen, ob er operiert werden soll oder ob die Verletzung einfach ausheilen kann“, erklärte SV-Trainer Robert Gitschier.

Kein Vorwurf an den Gegenspieler

Die gute Nachricht: Nachdem ein Krankenwagen den Verteidiger vom Sportplatz an der Weissacher Straße ins Krankenhaus gebracht hatte, wurde er nach eingehender Untersuchung in der Nacht nach Hause entlassen. „Er hat uns durch einen kurzen Anruf informiert und gesagt, dass wir den Derbysieg genießen sollen“, erzählte Gitschier. Vorwürfe in Richtung des TSV Heimerdingen gibt es nicht im Ansatz. „Es war ein normaler Zweikampf in der Luft. Sein Gegenspieler ist etwas höher gesprungen und hat ihn möglicherweise bei der Landung aus dem Gleichgewicht gebracht. Aber so was passiert im Fußball immer wieder“, stellte Gitschier klar.

Gruppenbild mit Einlaufkindern vor dem Anpfiff des Derbys. Foto: Baumann/Alexander Keppler

Einer der ersten, die auf Julian Häusler vor dem Kabinentrakt warteten, war Fabian Löwen. Der knapp einen Monat jüngere Verteidiger ist nicht nur ein Teamkollege, der mit Julian Häusler lange Jahre die Innenverteidigung beim SV Leonberg/Eltingen gebildet hatte, sondern auch einer seiner besten Freunde. Löwen hatte nach einem Knöchelbruch die Hinrunde verletzungsbedingt gefehlt. Nach sieben Spielen in der Rückrunde, das letzte Mitte April beim 1:1 in Satteldorf, muss er pausieren, nachdem ihm eine Metallplatte aus dem Fuß entfernt wurde. „Julian und ich haben zusammen Abi gemacht, zusammen den Bachelor und zusammen die Welt bereist – jetzt folgt er mir leider auch in den Krankenstand“, kommentierte Fabian Löwen die Verletzung seines Kumpels.

Nach Florian Hofmann, Sandro Seeber und Fabian Löwen ist Julian Häusler der vierte Akteur beim SV Leonberg/Eltingen, der mit einer schweren Verletzung länger ausfällt. Löwen hofft, bis zur Vorbereitung auf die neue Saison wieder so belastbar zu sein, dass er das Programm mitmachen und seine Karriere fortsetzen kann. Wie lange Julian Häusler ausfallen wird, muss sich zeigen. Sowohl ohne als auch mit Operation verheilt ein Schlüsselbeinbruch nach Auskunft von Experten in rund sechs Wochen. Nach einer Operation ist der Arm in der Regel wieder schneller beweglich. Dennoch empfehlen Mediziner eine Sportpause von mehreren Monaten. Fabian Löwen hat wohl nicht nur an sich selbst gedacht, als er Freitagabend sagte: „Fußball kann einem echt viel geben, aber manchmal nimmt er einem auch was.“