Die Fußballer der SKV Rutesheim kämpfen um den Aufstieg, der SV Leonberg/Eltingen und der TSV Heimerdingen wollen den Klassenerhalt möglichst schnell eintüten.
Noch fünf Spieltage, dann ist Schicht im Schacht der Fußball-Landesliga. Für die SKV Rutesheim geht es im Duell mit dem FV Löchgau auf der Zielgeraden um die Meisterschaft, der SV Leonberg/Eltingen und der TSV Heimerdingen wollen die letzten Zweifel am Klassenerhalt möglichst schnell ausräumen. Ein Blick auf das Restprogramm der drei Clubs und wie sie die Chance einschätzen, ihre Ziele zu erreichen.
SKV Rutesheim Das nächste Spiel ist immer das schwerste. Fünf Euro ins Phrasenschwein. Aber im Fall der SKV dürfte das zutreffen – und es geht nicht gegen den Tabellenzweiten FV Löchgau, die Partie findet erst am Freitag nächster Woche (19 Uhr) statt. Die Rutesheimer empfangen am Samstag (15.30 Uhr) ihren Angstgegner TSV Ilshofen. Kling recht bedrohlich: Seit 2014 hat die SKV gegen den TSV nicht mehr gewonnen, in zehn Partien gab es acht Niederlagen und zwei Unentschieden. „Das wird ein hartes Stück Arbeit“, sagt Christopher Baake.
Selbst mit sechs Punkten aus diesen zwei Begegnungen glaubt der Coach nicht, dass dann das Aufstiegsschäfchen im Trockenen stünde. „Damit wären wir auf keinen Fall durch“, stellt der 36-Jährige klar, „auch wenn ich das mit den sechs Punkten natürlich sofort unterschreiben würde.“ Auch die übrigen drei Gegner werden die Punkte nicht in Geschenkpapier den Rutesheimer überreichen. Selbst gegen den designierten Absteiger SV Kaisersbach gibt’s nichts geschenkt.
„Ich kenne das aus meiner aktiven Zeit, dass du Spiele verlieren kannst, in denen du haushoher Favorit warst“, warnt Baake. Doch im Gegensatz zu früher hält die Truppe aus Rutesheim drei Trümpfe auf der Hand: körperliche Fitness, mentale Stärke und einen gut gefüllten Kader, der den internen Konkurrenzkampf anheizt. Bestes Beispiel: Der 4:3-Erfolg vergangene Woche in Weinstadt. Die SKV lag zweimal zurück und drehte die Partie im Endspurt. „Wir können bis zum Abpfiff alles reinwerfen“, sagt der Coach, „gerade unsere mentale Stärke ist ein Erfolgsfaktor. Die Jungs haben Blut geleckt und wollen das jetzt durchziehen.“
SV Leonberg/Eltingen Die Nachbarn der SKV drunten in Eltingen haben auch noch ein paar Hausaufgaben zu erledigen, die anders gelagert, aber nicht minder diffizil sind. „Ein paar Punkte brauchen wir noch, um sicher zu sein“, sagt Trainer Robert Gitschier, der davon ausgeht, dass der Tabellen-13. in die Abstiegs-Relegation muss – die Luft dorthin beträgt sieben Punkte. „Mit zwei Siegen sollten wir gesichert sein“, vermutet der 36-Jährige, „weil sich die anderen Abstiegskandidaten auch noch gegenseitig Punkte wegnehmen.“
Dass sein Team nach anfänglichem Schwächeln in der Rückrunde wieder gefangen hat, festig seine Zuversicht auf den Ligaverbleib – auch wenn die Vorrunde deutlich besser lief: 2025 holte der SV in den ersten zehn Partien 16 Punkte, in den zehn Begegnungen der Rückrunde waren es nur zwölf. Vor allem die Abteilung Attacke war sparsam: 26 Treffern in den zehn Hinrunden-Spielen stehen lediglich zehn in der Rückrunde gegenüber. Könnte daran liegen, dass Sandro Seeber die Saison verletzt abbrechen musste und Patrik Hofmann nicht immer zur Verfügung stand. „Aber wir haben die Kurve gekriegt“, betont Gitschier.
An diesem Samstag (15.30 Uhr) kommt Sport-Union Neckarsulm in den Lewa-Sportpark, für die Gäste geht es nur noch um die Goldene Ananas, dennoch warnt der SV-Coach: „Auch die sind schwer zu spielen. Kein Team verliert gerne.“ Dass es danach am kommenden Freitag zum brisanten Derby nach Heimerdingen geht, raubt Gitschier nicht den Schlaf: „Die brennen sicher auf Revanche für die Niederlage in der Hinrunde – aber auch dabei geht es nur um drei Punkte.“
TSV Heimerdingen Beim Verbandsliga-Absteiger blinkten in dieser Saison lange die Alarmlichter, an der Weissacher Straße herrschte massiver Punkte-Notstand – es wurde auch zumindest darüber diskutiert, ob die Runde mit Trainer Markus Koch beendet werden solle, letztlich sprach die Abteilungsleitung ihm in der Winterpause das Vertrauen aus.
Es sieht ganz so aus, als war es die richtige Entscheidung. In neun Partien im Jahr 2026 sammelte der TSV 16 Punkte, drei Partien gingen verloren, allerdings gegen die Topteams aus Rutesheim, Löchgau und Ilshofen. „Wir haben dabei in keinem Spiel eine Klatsche bekommen“, unterstreicht Markus Koch, „und hätten wir gegen Crailsheim zuletzt nicht in der Nachspielzeit den Ausgleich kassiert, stünden wir noch besser da.“
Die Heimerdinger befinden sich eigentlich in einer ganz günstigen Situation – in den letzten fünf Saisonspielen treffen sie in vier Begegnungen auf Mannschaften, die entweder bereits designierte Absteiger sind (SGM Krumme Ebene) oder bei denen das Abstiegsgespenst bedrohlich übers Sportgelände geistert (GSV Pleidelsheim und Spvgg Satteldorf) sowie den Schicksalsgenossen SV Leonberg/Eltingen, der wie der TSV noch ein paar Pünktchen zur sicheren Rettung benötigt. „Wir wollen den Vorsprung auf diese Teams zumindest beibehalten“, sagt Koch, „wir haben alles selbst in der Hand.“
Am Sonntag (15.30 Uhr) geht es zum potenziellen Absteiger SGM Krumme Ebene am Neckar, aber beim TSV kennen alle das oberste Gebot einer Jagdgesellschaft: Das Fell des Bären kann erst verteilt werden, wenn er erlegt wurde. „Die werden sich wehren“, ist Sportdirektor Daniel Riffert überzeugt, „deshalb muss die Einstellung stimmen – der Blick auf die Tabelle hilft uns nicht weiter.“ Und auch Koch, der den TSV am Saisonende verlassen wird, warnt davor die Partie als „Selbstläufer“ einzuordnen.
Personalsorgen beim TSV
Der Optimismus, die turbulente Runde mit den Klassenverbleib versöhnlich abzuschließen, wird allerdings ein wenig getrübt, da im Endspurt die Personaldecke dünner zu werden droht. Ob Martin Kuchtanin noch einmal eingesetzt werden kann, ist ungewiss, auch Filip Milos laboriert an einer Verletzung, das Comeback von Sturm-Routinier Lars Ruckh wird wohl erst nach dem Sommer stattfinden. „Wir müssen von Spiel zu Spiel schauen“, sagt Koch, und Daniel Riffert spricht das aus, was so mancher Fußball-Freund an der Weissacher Straße als Stoßgebet vor dem Einschlafen entsendet: „Wir hoffen, dass wir so schnell wie möglich den Sack zum Klassenerhalt zumachen können.“
Das Restprogramm der drei Clubs
SKV Rutesheim
9. Mai
(15.30 Uhr/H) TSV Ilshofen
15. Mai
(19 Uhr/A) FV Löchgau
24. Mai
(15/A) SV Kaisersbach
30. Mai
(15.30 Uhr/H) SSV Schwäbisch Hall
6. Juni
(15.30 Uhr/A) TSV Crailsheim
SV Leonberg/Eltingen
9. Mai
(15.30 Uhr/H) SU Neckarsulm
15. Mai
(19.30 Uhr/A) TSV Heimerdingen
23. Mai
(15.30 Uhr/H) TV Oeffingen
30. Mai
(15.30 Uhr/A) TSG Öhringen
6. Juni
(15.30 Uhr/H) SG Weinstadt
TSV Heimerdingen
10. Mai
(15.30 Uhr/A) SGM Krumme Ebene
15. Mai
(19.30 Uhr/H) SV Leonberg/Eltingen
23. Mai
(15.30 Uhr/A) SpVgg Satteldorf
30. Mai
(15.30 Uhr/H) GSV Pleidelsheim
6. Juni
(15.30 Uhr/A) SG Schorndorf
H=Heimspiel, A=Auswärtsspiel