Fußball-Landesligist TSV Köngen erreicht im nachgeholten Spitzenspiel gegen den TSGV Waldstetten einen verdienten 2:0-Sieg – und widmet ihn seinem verstorbenen sportlichen Leiter.
Der Siegerkreis löste sich mit einem fröhlichen Gelächter auf, alle waren mit sich zufrieden. Danach saßen die Fußballer des TSV Köngen und manche ihrer Fans noch lange zusammen und ordneten ihre Gedanken. Es war ein besonderer Abend im Fuchsgrubestadion. Das Landesliga-Team hatte das nachgeholte Spitzenspiel gegen den TSGV Waldstetten verdient mit 2:0 (1:0) gewonnen und war am Konkurrenten vorbei auf den Relegationsplatz zwei geklettert. Die Begegnung war aufgrund des Todes des sportlichen Leiters Thomas Köhrer verschoben worden. Die Köngener wussten: Ihr „Thommy“ hätte sich über den Erfolg gefreut. Und er hätte ebenso viel Spaß an der Partie gehabt, wie die 350 Zuschauer.
Die Einnahmen der Partie gingen an Köhrers Familie. Sein Sohn Noah Schadt stand auf dem Platz und fügte sich in die starke Mannschaftsleistung ein. „Wir spielen auch die restlichen Spiele für Thommy, wir wollen das Beste rausholen“, sagte Doppel-Torschütze Yannik Kögler. Denn nach einer Schwächephase zum Start ins Fußballjahr und dem Verlust der Tabellenführung ist Aufsteiger Köngen nun wieder voll dabei. Keiner hatte vor der Saison mit der Aufstiegschance gerechnet. Und nun erklärt Kögler: „Wenn du da vorne dabei bist, wäre es dumm zu sagen, wir wollen es nicht.“
Wenn die Mannschaft auch in den verbliebenen vier Saisonspielen so auftritt wie gegen Waldstetten, ist ihr alles zuzutrauen, auch der Durchmarsch in die Verbandsliga.
Köngen hat die Chancen
Es war ein sehr sehenswertes Spiel. „Man sieht, dass beide Mannschaften kicken können“, brachte es ein Zuschauer auf den Punkt. Beide kickten taktisch diszipliniert, mit Spielfreude und fair. Auch die Leistung von Schiedsrichter Daniel Fuchs aus Tübingen-Hagelloch trug zum gelungenen Abend bei. Die Waldstettener hatten etwas mehr Ballbesitz, aber die Köngener hatten die großen Chancen. So war der Plan von Spielertrainer Domenic Brück – etwas abwartender agieren und bei Ballbesitz blitzschnell umschalten. Die Offensivakteure hatten ihre Aktionen, in der Defensive verrichtete das gesamte Team konzentriert seinen Dienst.
„Wie wir das gegen so eine starke Mannschaft wegverteidigt haben und wie das Vertrauen der jungen Mannschaft da ist und sie das aufnimmt, ist unfassbar“, war Brück sichtlich und zurecht stolz. Erst in der Schlussphase kamen die Waldstettener zu der einen oder anderen Chance. Aber auch jetzt waren die Verteidigung oder der nach einem Zusammenprall mit einem farblich zum Trikot passend gelben „Turban“ spielende Torhüter Fynn Köstle zur Stelle.
Geistesblitz von Yannik Kögler
Es hätte da aber auch schon 5:0 oder 6:0 für die Köngener stehen können. Nachdem die Mannschaft bereits die eine oder andere Chance vergeben – oder die Waldstettener ihrerseits sie gut verteidigt hatten –, brauchte es einen Geistesblitz von Schlitzohr-Stürmer Kögler: Er setzte sich nach einer halben Stunde und einem Doppelpass mit Robin Hiller unwiderstehlich durch und traf zum 1:0. Bis zum zweiten Tor dauerte es eine Weile inklusive weiterer Möglichkeiten wie einem Lattentreffer. Auch das 2:0 war sehenswert: Kapitän Max Schlotterbeck schloss einen bärenstarken Spielzug – er hätte auch selbst schießen können – mit einem klugen Pass von links in die Mitte ab, Kögler schob ein (69.).
„Für mich war Waldstetten der Favorit auf die Meisterschaft“, sagte Brück, ebenfalls in Gedanken bei Köhrer, mit dem er eng befreundet war, und ließ den Erfolg damit noch ein bisschen mehr glänzen. Nun haben es die Köngener, die am Sonntag (15.30 Uhr) zum nächsten Spitzenspiel bei dem einen Punkt schlechteren Dritten TSV Bernhausen antreten, wieder selbst in der Hand, zumindest den Relegationsplatz zu sichern. Spitzenreiter TSV Ehningen hat bei einem mehr absolvierten Spiel fünf Punkte mehr auf dem Konto (54/49). Wenn es mit dem Aufstieg klappt, ist es klar, wem ihn die Köngener widmen.
TSV Köngen: Köstle – Durst, Dobler, Herz, Lander – Hiller (57. Panne), Kimi Hindennach (68. Vrljicak), Brück, Schadt (74. Rüttinger) – Kögler (79. Corbisiero), Schlotterbeck (86. Intemperante).
TSGV Waldstetten: Helmli – Kurfess, Rosenfelder, Taxis, Waldraff (64. Podilczak)– Szenk, Eisele (78. Beyerle), Pfeifer – Dudium (78. Schoell), Nagler – Groiß.
Schiedsrichter: Daniel Fuchs (Hagelloch).
Zuschauer: 350.
Tore: 1:0 Kögler (30.), 2:0 Kögler (69.).
Beste Spieler: Kögler, Brück, Schlotterbeck / Eisele, Szenk.