Sandro Seeber hat sich ins Team des Fußball-Landesligisten SV Leonberg/Eltingen gespielt – und schon als Bub viel von Vater Chris gelernt. Vieles verbindet sie, aber nicht alles.
Er hat es wieder getan. Sandro Seeber hat seinen zweiten Doppelpack in dieser Saison geschnürt, als er den SV Leonberg/Eltingen im Derby gegen den TSV Heimerdingen zum 2:0-Erfolg schoss. Am 30. August ist dem 20-Jährigen dieses kleine Fußball-Kunststück gegen den SV Kaisersbach (4:1) auch schon gelungen. „Sandro ist wirklich sehr clever vor dem Tor“, betont sein Trainer Robert Gitschier.
Sagen wir es so: Gestohlen hat der Stürmer diese Torgefahr ganz gewiss nicht. Sein Vater Chris (52) war einer, den die Verteidiger nicht so gerne im eigenen Strafraum gesehen haben, weil er nicht leicht zu packen war – 168 Regionalliga-Partien inklusive 35 Tore hat Seeber senior auf dem Buckel, die meisten im Trikot des VfR Aalen und des VfB Stuttgart II; mit den Club aus Bad Cannstatt lief er auch zweimal im DFB-Pokal auf den Rasen.
Vater Chris legt wert auf Beidfüßigkeit
„Als ich klein war haben wir oft miteinander gekickt“, erzählt der Filius, „da hat er mir schon wirklich viel beigebracht.“ Vor allem auf einen Aspekt in der kindlichen Ausbildung hat der Herr Papa größten Wert gelegt: Sandro sollte mit beiden Füßen gegen den Ball treten können, ein großer Pluspunkt für einen Angreifer, weil vom Verteidiger viel schwieriger zu ahnen ist, ob er denn nun eher links oder rechts vorbeizieht. „Dafür bin ich meinem Vater enorm dankbar“, betont Sandro Seeber, der in dieser Saison sechs Tore erzielt hat, „mein Vater war ausschließlich ein Linker.“ Allerdings kein ganz Schlechter.
Beim SV Leonberg/Eltingen, der an diesem Samstag (14.30 Uhr) beim TV Oeffingen antritt, sind sie alle froh über die Beidfüßigkeit des Neuzuganges, der vor der Saison von der SKV Rutesheim in den Lewa-Sportpark gekommen war – allen voran Robert Gitschier. „Sandro ist sehr variabel einsetzbar“, unterstreicht der Coach, „er kann auf der Außenbahn über links wie über rechts kommen.“ Darin unterscheiden sich Vater und Sohn: Der Senior war im Gegensatz zum Junior ein typischer Strafraumstürmer, ein richtiger Neuner.
Zwar hat Sandro Seeber seine ersten Fußballschritte beim damaligen TSV Eltingen gemacht, doch von der B-Jugend an trug er das schwarz-weiße Jersey des Nachbarn SKV Rutesheim, wo er auch seine Feuertaufe bei den Aktiven verpasst bekam. Obwohl ihn Trainer Christopher Baake stets im Blick hatte, brachte es Sandro Seeber nur auf 25 Einsätze (2 Tore) in der Landesliga bei den Rutesheimern. Zu wenig Einsatzzeit für seinen Geschmack. „Ich bin meist nur von der Bank gekommen“, erzählt er, „deshalb habe ich nach einer neuen Herausforderung Ausschau gehalten.“
Gesucht und gefunden. Allerdings musste sich Seeber in Eltingen nicht anbieten als Fußball-Schnäppchen, Robert Gitschier hatte den jungen Mann seit Jahren auf dem (Einkaufs-)Zettel. „Ich kenne Chris Seeber sehr gut“, berichtet der SV-Trainer, „ich habe immer mal wieder nachgefragt, ob Sandro nicht zu uns komme wolle.“ Es kam das Eine zum Andern – ein etwas desillusionierter junger Kicker und ein Trainer, der einen beidfüßigen Stürmer im Kader des Landesliga-Aufsteigers wollte. „Alles richtig gemacht mit dem Wechsel“, freut sich Sandro Seeber.
Sandro Seeber findet schnell ins Team
Der 20-Jährige fügte sich nicht nur sportlich hervorragend in die Mannschaft ein, sondern auch menschlich – obwohl im Kader des Sportvereins einige Spieler stehen, die sich seit dem Jugendalter kennen und die eine eingeschworene Gemeinschaft bilden. Aber Sandro Seeber fand sofort den Zugang, „ich war gleich nach den ersten Training eingebunden“, erzählt der Neuzugang, „mittlerweile sind daraus Freundschaften entstanden.“ Die Rückkehr in die alte Fußball-Heimat – ein Volltreffer für beide Seiten.
Meist steht Chris Seeber am Sportplatz, um den Filius bei Spielen zu beobachten. Ist Ehrensache als Vater; die Gene verbinden. Übrigens: Ob man Rechts- oder Linksfüßer wird, ist nicht nur, aber auch genetisch bedingt – und nur zwischen zehn und 15 Prozent aller Fußballer können mit ihrem linken Fuß mehr als nur einen Pass über fünf Meter spielen. Sandro Seeber gehört dazu.