SV-Kapitän Marco Seufert (Mi.) nutzt seine Geschwindigkeit gegen die SKV-Spieler Maxim Russ (li.) und Marcel Held (re.) Foto: Andreas Gorr

In der Fußball-Landesliga gewinnt die SKV Rutesheim beim SV Leonberg/Eltingen durch einen Strafstoß mit 1:0. Die Entscheidung treibt SV-Coach Robert Gitschier um.

Robert Gitschier, Trainer des SV Leonberg/Eltingen, musste seinem erklärten Ziel im Derby der Fußball-Landesliga gegen die SKV Rutesheim bereits nach acht Minuten Lebewohl sagen. Früh einem Rückstand hinterherlaufen, „das wollten wir auf jeden Fall vermeiden“, meinte der Coach.

 

Nach einem Eckball von Flavio Heiler ging SKV-Verteidiger Joshua Schneider nach einem Duell mit SV-Kicker Fabian Kern zu Boden, der Schiedsrichter deutete nach kurzem Zögern auf den Punkt. Die Entscheidung kritisierte der SV-Trainer aus einem bestimmten Grund: „Der Schiri hat anscheinend zu meinem Spieler gesagt, er hat es nicht gesehen und pfeift dann auf Verdacht. Das geht meiner Meinung nach gar nicht.“

Robert Gitschier konnte das Handeln des Unparteiischen nicht nachvollziehen. Foto: Andreas Gorr

Gitschier hätte sich in dieser Situation vom Unparteiischen „ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl“ gewünscht, aus seiner Sicht war es eine 50:50-Entscheidung. „Wenn er das Foul nicht gesehen hat, kann er auf keinen Fall Elfmeter pfeifen.“ Der Referee aber hatte gepfiffen, und SKV-Stürmer Laurin Stütz ließ sich die Chance auf sein 14. Saisontor nicht nehmen. Sein Ball schlug halbhoch links ein, während SV-Schlussmann Julian Bär nach rechts unten unterwegs war.

Chancen auf beiden Seiten – Kapitän Rudloff rettet in höchster Not

Damit ging die SKV Rutesheim in Führung (8.), dabei hatte Gastgeber SV Leonberg/Eltingen die erste Chance der Partie, der schnelle Finley Strahl brach über den rechten Flügel durch und scheiterte an SKV-Tormann Jan Göbel (4.). Im Gegenzug hatte Rutesheim die Möglichkeiten, nachzulegen, aber erst brachte Held einen Querpass nicht im Tor unter (10.), dann wurde ein Tor nach einer Ecke von Flavio Heiler zurückgenommen (21.). Die große Chance zum Ausgleich bot sich den Hausherren nach 26 Minuten, einen Freistoß faustete Göbel zentral auf Joshua Trefz, der Innenverteidiger nahm Maß, seinen Schuss kratzte SKV-Kapitän Tim Rudloff allerdings von der Linie. Kurz darauf kam Stütz auf der Gegenseite nach einer Flanke zweimal zum Abschluss, wurde jedoch wegen Abseits zurückgepfiffen (30.).

SKV-Trainer Christopher Baake (Mi.) gibt Debütant Marc Geist (re.) letzte Anweisungen. Foto: Andreas Gorr

Insgesamt sahen die über 550 Zuschauer um Leonbergs OB Tobias Degode eine erste Halbzeit, die von viel Mittelfeldspiel geprägt war, die Gastgeber boten der SKV nur wenige Räume an. Nach Wiederanpfiff erhöhte der SV spürbar den Druck und zwang Keeper Göbel vermehrt zu langen Bällen. Die großen Möglichkeiten der zweiten Hälfte gehörten aber den Gästen, ein Abschluss des eingewechselten Neuzugangs Marc Geist wurde vereitelt (60.), bei einem Abschluss von Tobias Gebbert aus der zweiten Reihe zeigte Julian Bär eine spektakuläre Parade (68.).

Julian Häusler (li.) scheiterte mit seinem Abschlussversuch. Foto: Andreas Gorr

Auf der Gegenseite traf Julian Häusler nach einem Lauf über den Flügel das Außennetz (80.). Die letzte große Chance war erneut Laurin Stütz vergönnt, nach einem abgewehrten Freistoß schickte Heiler einen perfekten Flugball auf Alexander Grau, der im Strafraum auf Stütz querlegte. Doch anstatt aus kurzer Distanz flach zu versenken, schoss der 26-Jährige über das Tor.

Christopher Baake kann Chancenverwertung verschmerzen

„Zu viel nachgedacht, beim nächsten Mal lieber den Kopf ausschalten“, resümierte Stütz lachend, auch sein Trainer Christopher Baake konnte mit den vergebenen Chancen seiner Mannschaft am Ende gut leben: „Da hat uns heute ein bisschen die Kaltschnäuzigkeit gefehlt, aber das ist mir scheißegal. Am Ende ist ein 1:0 geiler als ein 3:0, das sind Emotionen pur und im Derby umso mehr.“

Christopher Baake zeigt an, wo es für seine Mannschaft hingehen soll. Foto: Andreas Gorr

Der SKV-Coach betonte, am Anfang sei seine Mannschaft mit den langen Bällen von SV-Keeper Julian Bär schwierig zurechtgekommen. Baake lobte den Torwart, mit dem er in Rutesheim selbst zusammengespielt hatte, ausdrücklich, ebenso wie dessen Flügelspieler Finley Strahl und Marco Seufert für ihr „brutales Tempo.“ Das Spiel gebe ein gutes Gefühl, fand Baake: „Ich bin guter Dinge, dass wir gut im Saft sind und gut gewappnet für die nächsten Spiele.“ Auch Stütz freute sich: „Schön, dass wir beide Spiele gewinnen konnten. Besser geht’s nicht, mit einem Derbysieg an einem Freitagabend.“

Vom Punkt war Laurin Stütz (re.) erfolgreich, die zweite Riesenchance ließ der Stürmer aus. Foto: Andreas Gorr

SV-Coach Robert Gitschier war vor allem in Hälfte zwei stolz auf die Leistung seiner Mannschaft und wollte ihr für die Niederlage keinen Vorwurf machen. Ein Unentschieden wäre aus seiner Sicht gerechtfertigt gewesen, er betonte: „Wir gucken, dass wir unsere Punkte gegen andere machen und am Ende die Liga halten.“ Der 36-Jährige haderte vor allem mit der Chancenverwertung seiner Spieler, die besonders ihre vielen Standardsituationen ungenutzt ließ – und natürlich mit der umstrittenen Elfmeterentscheidung nach acht Minuten.