Ein Mann, der in Fahrt kaum zu bremsen ist: Patrik Hofmann (in Gelb) im Derby gegen den TSV Heimerdingen mit Ayyub Baroudi (leicht verdeckt) und Leon Baumeister (re.). Foto: Andreas Gorr

Beim Derby zwischen dem SV Leonberg/Eltingen und der SKV Rutesheim will SV-Stürmer Patrik Hofmann wieder seine Stärken einbringen – und erinnert sich an seine SKV-Vergangenheit.

Trainer-Legende Ottmar Hitzfeld wird die Einführung des Begriffs „Wandspieler“ im modernen Fußball zugeschrieben. Gemeint ist ein physisch starker Stürmer, der Bälle mit dem Rücken zum Tor annimmt und auf nachrückende Mitspieler prallen lässt – quasi wie eine Wand, von der der Ball kontrolliert abprallt.

 

Ein Paradebeispiel dafür hat der SV Leonberg/Eltingen mit dem 1,91 Meter und 95 Kilogramm schweren Patrik Hofmann in seinen Reihen. „Er kann exzellent Bälle abschirmen und hat trotz seiner Größe eine gute Dynamik“, charakterisiert Trainer Robert Gitschier die Vorzüge seines Angreifers.

Größer und kräftiger als die meisten seiner Mitspieler war der 29-Jährige schon in der Jugend. Im Alter von vier Jahren begann er bei den Bambini des SV Gebersheim mit dem Kicken und eiferte seinem älteren Bruder Florian nach. In der C-Jugend wechselte er zur SKV Rutesheim, ehe er sich im zweiten A-Jugend-Jahr dem damaligen TSV Eltingen anschloss. „Rutesheim hat zwar eine Klasse höher gespielt, aber meine Schulfreunde Marco Seufert und Julian Häusler haben mich von dem Wechsel überzeugt“, erzählt Patrik Hofmann, der schon als A-Jugendlicher in der zweiten Mannschaft eingesetzt wurde und das letzte Jahr des TSV Eltingen in der Landesliga unter dem damaligen Trainer Karlheinz Fuhrmann miterlebte.

Hofmann trifft auf seine Vergangenheit

Seine gesamte Aktivenzeit verbrachte er beim TSV Eltingen und dem Nachfolgeverein SV Leonberg/Eltingen – mittlerweile spielt er seine zwölfte Saison. Wenn er am Freitagabend im Altkreis-Derby mit dem SV auf den Aufstiegsaspiranten SKV Rutesheim trifft, werden in Joshua Schneider und Patric Vaihinger zwei Spieler in den Reihen des Gegners stehen, mit denen Patrik Hofmann in seiner SKV-Jugendzeit zusammengespielt hat – unter dem späteren Rutesheimer und Renninger Trainer Marcel Pfeffer.

Blick in die Vergangenheit: Patrik Hofmann (Mi.) im WFV-Pokal 2015 mit dem TSV Eltingen gegen den SGV Freiberg mit Sebastian Bortel (hi. li./heute TSV Heimerdingen) Foto: Pressefoto Baumann

Nicht nur Patrik Hofmann ist klar, dass seine Mannschaft am Freitag gegen den Tabellenzweiten die Außenseiterrolle bekleidet. Dass der Aufsteiger dem Favoriten aber Paroli bieten kann, zeigte sich im Hinspiel, das zwar mit einer 1:4-Niederlage für den SV Leonberg/Eltingen endete. Die Gelb-Schwarzen waren jedoch mit 1:0 in Führung gegangen und hielten die Begegnung bis zur 65. Minute offen, ehe das 1:1 von Markus Wellert der Begegnung eine andere Statik verlieh. „In einem Derby ist alles möglich, und zu Hause traue ich uns immer einen Sieg zu“, gibt sich Patrik Hofmann optimistisch.

Der 29-Jährige weiß aber auch, was seine Mannschaft unbedingt vermeiden muss: „Wir müssen in der eigenen Hälfte fehlerfrei spielen, sonst bestraft uns Rutesheim mit seinem enormen Angriffstempo“, warnt der Maschinenbauingenieur. Er selbst will für Entlastung sorgen, indem er Bälle festmacht und bei Standards vorne und hinten seine Kopfballstärke einbringt. „Patrik ist aufgrund seiner langen Vereinszugehörigkeit eine Identifikationsfigur, der sich durch seine Leistung auf und neben dem Platz eine Führungsrolle erarbeitet hat“, lobt SV-Coach Gitschier. Nicht umsonst habe ihn die Mannschaft zum Co-Kapitän nach Marco Seufert gewählt. „Mir macht die Rolle Spaß, ich übernehme gern Verantwortung“, bestätigt Patrik Hofmann, der in seinen jungen Jahren Mario Gomez als sein Vorbild bezeichnet hat.

Patrik Hofmann (hi.) beim Torjubel in der Saison 2022/2023 mit Pascal Nufer (li.) und Kumpel Marco Seufert. Foto: Andreas Gorr

Im Derby fehlen werden beim SV Leonberg/Eltingen Marijan Salopek und Sandro Seeber, die sich nach ihren Verletzungen beide erst im Aufbautraining befinden. Privat verhindert ist zudem Lukas Feigl. Erst kurzfristig entscheiden wird sich, ob Finley Strahl und Fabian Löwen, die beide die komplette Vorrunde verletzungsbedingt verpasst hatten, schon wieder einsatzbereit sind oder zumindest auf der Bank Platz nehmen können. „Wir werden eine gute Mannschaft haben“, ist sich Coach Gitschier dennoch sicher – auch wegen Typen wie Patrik Hofmann.