Intensive Zweikämpfe wie hier von Ismail Oguz (links) und Waldhausen-Torschütze Mustafa Sungur gab es nur wenige. Foto:  

TV Echterdingen verpasst gegen Waldhausen wichtige Punkte und kann den direkten Klassenverbleib praktisch nicht mehr schaffen. Der Rückschlag lässt den Trainer ratlos zurück.

Fällt dem TV Echterdingen seine Personalplanung tatsächlich am Ende übel auf die Füße? Nach der 0:1-Niederlage gegen den SV Waldhausen muss der Fußball-Landesligist voraussichtlich in die Abstiegsrelegation. Zeigten die Echterdinger Spieler vergangene Woche trotz interner Querelen gegen Geislingen noch vollen Einsatz, war davon gegen den Tabellensiebten kaum noch etwas zu sehen. „Wir hatten keine Energie, sowohl körperlich als auch verbal“, konstatiert der Trainer Daniel Heisig.

 

Bezeichnend: Nur drei der Startelf-Spieler werden in der kommenden Saison noch das TVE-Trikot tragen. Routinier Steffen Schmidt sowie die beiden Talente Jannis Duplys und Matti Theobaldt haben beim Verbandsliga-Absteiger verlängert. Hinzu kommen der später eingewechselte Yannis Kalchschmidt sowie der langzeitverletzte Marius Nita. Alle anderen 20 Spieler des Echterdinger Kaders schließen sich in der kommenden Runde einem neuen Team an.

Weshalb also die Kohlen aus dem Feuer holen für einen Verein, dem rund drei Viertel der Mannschaft den Rücken kehren und von dem sich die meisten in der Kaderplanung übergangen fühlten? Heisig hat dafür einen Ansatz: „Da geht es ja um Ehre und Stolz.“ An denen versucht der Übergangstrainer, der in der kommenden Runde für den bisherigen Bernhausen-Coach Roko Agatic Platz macht, zu packen. „Vielleicht lag es dieses Mal auch an meiner Ansprache“, sagt Heisig selbstkritisch und ratlos, nach einer Erklärung für den Auftritt seines Teams suchend. Dennoch sieht er auch ein Eigeninteresse seiner Spieler: „Ich würde nicht als Doppelabsteiger gehen wollen oder zu meinem neuen Team kommen und davor mit meinem alten Club abgestiegen sein, weil ich nicht alles gegeben habe.“

Wie geplant standen die Echterdinger erneut defensiv und agierten abwartend. Offensiv wollte man durch einzelne Nadelstiche gefährlich werden. Bis auf eine Einzelaktion von Giuseppe Pirracchio (11.) wurde es vor dem Waldhausener Tor in der ersten Hälfte aber nur selten gefährlich. „Wir haben mit dem Ball ohne Überzeugung gespielt“, ärgert sich Heisig.

Sinnbildlich für den lockeren Echterdinger Sommerkick waren zwei Situationen. In der zweiten Hälfte spielte die Echterdinger Defensive den Ball im Kreis mehrfach hoch weiter. „Wir spielen wie im Freibad Jonglieren, statt den Ball runterzunehmen, das Spiel ruhig zu machen und aus einer Ordnung nach vorn zu spielen“, sagt der Coach. Zum anderen traf einer der kleinsten Spieler auf dem Platz, Mustafa Sungur, nach einem Eckball per Kopf zum entscheidenden 1:0 (67.). „Das ist das, was ich sage: Wir sind einfach nicht fokussiert genug – sowohl offensiv als auch defensiv“, betont Heisig.

Echterdingens Trainer Heisig: „Das wird nicht passieren“

Damit verpassten die Echterdinger im letzten Heimspiel gegen einen Gegner, für den es bereits um nichts mehr ging, wichtige Zähler. Zumal zeitgleich der Konkurrent SC Geislingen beim Tabellenführer TSV Ehningen ein 1:1 erspielte und damit der direkte Klassenverbleib praktisch aussichtslos ist. Am letzten Spieltag müssten die Echterdinger beim Tabellensechsten TSV Bad Boll gewinnen und acht Tore aufholen. „Das wird nicht passieren, da müssen wir glaubwürdig bleiben“, sagt Heisig. Zusätzlich die Geislinger ihr Heimspiel gegen den Dritten TSGV Waldstetten, der noch um den Aufstieg kämpft, verlieren.

Obwohl auch die direkte Abstiegsgefahr noch nicht gebannt ist – steigt der ungeliebte Platznachbar Calcio Leinfelden-Echterdingen doch noch überraschend aus der Verbandsliga ab, könnten es sogar vier Absteiger werden – richtet sich Heisig schon auf die aus zwei Runden bestehende Relegation ein. „Wir haben noch mindestens zwei Spiele. Ob es dann überhaupt drei werden, sehen wir dann.“

Echterdingens „Spieler des Spiels“

Giuseppe Pirracchio (Nominierungen: 4). Obwohl der Mittelfeldspieler ebenfalls einer der Aussteiger ist, gab der 31-Jährige auf der linken Schiene mächtig Gas und hatte die größte Echterdinger Chance, scheiterte jedoch am Torhüter. Fiel mit seinem Tempo und Dribbelstärke auf.

TV Echterdingen: Duplys – Handanagic (84. Cosic), Kuhn, Mägerle, Theobaldt (72. Hertel), Pirracchio – Dölker (72. Acholonu), Deutsche (84. Kalchschmidt), Schmidt, Oguz – Celiktas.

SV Waldhausen: Körber – Schwarzer (11. Mack/90. +3 Manci), Herkommer, Michael Schiele, Kazymov, Philipp Schiele (76. Häußler) – Janik, Avdiovski, Agathangelidis – Sungur (69. Kamm), Eckstein (89. Michel).