Der TSV Bernhausen ist aus dem Aufstiegsrennen so gut wie raus, der TSV Plattenhardt abgestiegen. Der Sündenbock ist nach dem 2:2 auf beiden Seiten schnell gefunden.
Ein Spiel, kein Sieger, dafür eineinhalb Entscheidungen: Mit dem 2:2 steht fest, dass der TSV Bernhausen seine Aufstiegsträume wohl endgültig begraben kann und der TSV Plattenhardt aus der Fußball-Landesliga abgestiegen ist.
Gesprächsthema nach der Partie war jedoch Schiedsrichter Michael Steimle. Denn beide Teams sahen sich nach der Begegnung ungerecht behandelt. Der Bernhauser Frust: die ersten beiden Tore. Aus Sicht von deren Coach Roko Agatic standen Ekrem Servi (45.) und Mark Hörz (45. +2) beim Doppelschlag vor der Pause deutlich im Abseits. „Das erste geht wirklich gar nicht. Das waren fünf Meter im Abseits, das zweite vielleicht zwei Meter“, berichtet Agatic. Deshalb ließ sich der Bernhauser Trainer auch auf eine Wette ein: Stützt das Video vom Spiel seine Auffassung vom Abseits, erhält Agatic vom Unparteiischen eine Kiste Bier. Sollte Steimle hingegen recht behalten, liefert Agatic die Getränke.
Der Plattenhardter Frust staute sich dann in der zweiten Hälfte auf: Angreifer Servi war alleine auf dem Weg zum Tor, ehe er von Erik Meinlschmidt zu Fall gebracht wurde. Aus Sicht des Tabellenvorletzten ist die Sichtweise klar: Notbremse und Rote Karte für den Bernhausener als letzter Mann. Doch zum Unverständnis der Plattenhardter sah Servi, der in der kommenden Runde pikanterweise für den TSV Bernhausen stürmen wird, wegen einer angeblichen Schwalbe Gelb-Rot. Der ausgewechselte Spielertrainer Pierre Eiberger sah daraufhin wegen vehementem Reklamierens ebenfalls Gelb-Rot.
Zu allem Überfluss zeigte Referee Steimle dann kurz vor Schluss wegen eines Handspiels auf den Elfmeterpunkt. „Er war einfach nur sauer auf uns, weil wir uns mehrfach beschwert haben, und hat uns deshalb einen Elfmeter reingedrückt“, ist Eiberger überzeugt. Bernhausens Kapitän Ivan Matanovic verwandelte souverän zum 2:2-Endstand (88.). Zuvor hatte Mihael Tomic den starken Schlussmann Kristian Grbic bezwungen (77.).
„Wir konnten nach dem Spiel darüber lachen, weil es nicht mehr entscheidend war. Aber das Spiel spiegelt unsere Saison wider“, sagt Eiberger. Oftmals waren die Plattenhardter kurz davor, einen Sieg oder zumindest einen Punktgewinn zu erzielen, mussten dann aber stets ein bitteres Gegentor hinnehmen. „Wir greifen nächstes Jahr in der Bezirksliga an“, kündigt Eiberger an.
Unter Umständen kommt es dann zum Wiedersehen mit Agatic und einem Großteil des Bernhausener Teams, die es allesamt zum weiterhin abstiegsbedrohten TV Echterdingen ziehen werden. Gerne hätte sich der Coach mit dem Aufstieg aus Bernhausen verabschiedet. „Wir waren die gesamte Rückrunde aus privaten oder sonstigen Gründen ersatzgeschwächt, deshalb hatten wir aber keine Chance“, konstatiert Agatic.
Spieler des Spiels des TSV Plattenhardt
Kristian Grbic (Nominierungen: 3). Der scheidende Schlussmann war mit Abstand der beste Spieler auf dem Feld. Parierte mehrfach Weltklasse und hielt dem TSV Plattenhardt einen Punkt fest.
Spieler des Spiels der TSV Bernhausen
Erik Meinlschmidt (Nominierungen: 2). War in den Zweikämpfen immer präsent und sorgte für defensive Stabilität beim Favoriten.
TSV Plattenhardt: Grbic –Grun, Markovic, Göcer, Gyselincks – Blazek, Eiberger (58. Soddu) – Servi, Zugac (80. Boketsu), Moll (46. Rippler) – Hörz (65. Hornung).
TSV Bernhausen: Kaya – Kranz (60. Vlasic), Lujic, Meinlschmidt, Henneh – Milos – Tomic, Demir (60. Böhmer), Stegl (70. Galla), Walz (81. Alber) – Matanovic.