Pierre Eiberger, Spielertrainer des TSV Plattenhardt, hat sich aus Personalmangel erneut fit spritzen lassen. Foto: Günter Bergmann

Plattenhardt rechnet nicht mehr mit der Rettung. Der TV Echterdingen steckt erneut tief im Abstiegskampf. Beim MTV Stuttgart sorgen das DFB-Pokalfinale und Pfingsten für Personalnöte.

Im Tabellenkeller der Fußball-Landesliga wird es für die hiesigen Mannschaften immer enger. Der TSV Plattenhardt steht kurz vor dem Abstieg, der TV Echterdingen hat ein Endspiel und der MTV Stuttgart hofft auf Rückenwind durch den DFB-Pokal.

 

TSV Plattenhardt – TSV Köngen (Samstag, 15.30 Uhr)

Wunder gibt es immer wieder, hat Katja Ebstein schon 1970 in ihrem bekannten Schlagerhit versprochen. Doch damit ein Fußballwunder beim TSV Plattenhardt entsteht, muss schon vieles zusammenkommen – vermutlich zu vieles. Der Aufsteiger müsste alle seine drei kommenden Landesligaspiele gewinnen, um den Klassenverbleib noch zu schaffen. Ein Sieg des SC Geislingen würde schon ausreichen, damit die direkte Rettung unmöglich ist. Ist dieses Szenario nicht schon düster genug, kommt hinzu, dass die kommenden Gegner Köngen, Bernhausen und Eislingen allesamt noch um den Aufstieg spielen.

Die Landesliga hat Spielertrainer Pierre Eiberger deshalb bereits abgeschrieben. „Es wird so schon enorm schwierig, die Liga zu halten. Die große Hoffnung ist deshalb bei uns schon raus“, sagt der Coach. Seine Vorgabe: Genießen. „Es werden voraussichtlich die letzten drei Landesligaspiele für uns werden. Da wollen wir noch einmal Spaß haben und einfach Fußball spielen“, sagt Eiberger.

Und das ohne Druck. Am vergangenen Samstag gegen Sontheim habe seine Mannschaft enormen Druck verspürt. „Das hat man dann auf dem Platz gesehen“, blickt der Trainer zurück. Nach einem enttäuschenden und „blutleeren Auftritt“ gegen den Tabellenletzten verlor der TSV Plattenhardt mit 0:2.

Vor der Partie gegen den Tabellenzweiten Köngen hat Eiberger enorme Personalprobleme. Auch deshalb ließ sich der ehemalige Oberliga-Spieler am Rücken behandeln und erneut fit spritzen. „Mir fehlen etliche Stammspieler, deshalb muss ich vermutlich erneut ran“, sagt der Coach.

Die Kaderplanung für die kommende Saison nimmt bereits weiter Formen an. Im Tor wird Giorgio Alber vom Bezirksligisten TSV Musberg auf Kristian Grbic folgen. Der bisherige Stammkeeper wechselt bekanntlich mit seinem Freund Nemanja Markovic zu dessen Bruder Slobodan nach Böblingen.

SC Geislingen – TV Echterdingen (Samstag, 15.30 Uhr)

Den Plattenhardter Abstieg könnte zeitgleich der TV Echterdingen besiegeln. Der Tabellen-13. tritt ebenfalls am Samstag um 15.30 Uhr beim SC Geislingen an. Die Echterdinger stecken nach einem zwischenzeitlichen Hoch ebenfalls wieder tief im Abstiegskampf. In den vergangenen vier Spielen verlor das Team von Übergangstrainer Daniel Heisig dreimal und trennte sich von Verfolger MTV Stuttgart nur 1:1. „Wir waren in den Spielen nie die schlechtere Mannschaft. Wir haben aber immer den ein oder anderen Fehler mehr gemacht – mit und ohne den Ball“, sagt Heisig.

Die Begegnung gegen seinen Heimatverein sei bereits ein Endspiel, sagt der Coach. Gewinnen die Geislinger, ziehen sie auf fünf Punkte davon. „Ganz klar, der Druck ist jetzt wieder bei uns“, sagt der Coach. Der tabellarische Druck hemme die Mannschaft jedoch nicht, „es sind eher andere Gründe, die ich aber nicht beeinflussen kann“, sagt der Trainer, ohne näher drauf eingehen zu wollen. Klar ist aber, dass es seit Monaten hinter den Kulissen knirscht. Heisigs Nachfolger Roko Agatic bringt vom TSV Bernhausen sieben Spieler mit, bisherige Akteure wie Kapitän Marvin Kuhn wurden dabei lange im Unklaren gelassen und verlassen den Verein unzufrieden.

Heisig will sich jedoch auf das Sportliche konzentrieren und seine Rettungsmission erfolgreich zu Ende bringen. Die Begegnung mit dem SC Geislingen, für den der 39-Jährige lange gespielt hatte, sei etwas „ganz Besonderes“. Mit vielen im Verein sei er noch gut befreundet. „Ich weiß deshalb ganz genau, was auf uns zukommt. Sie sind eine gute Mentalitätsmannschaft die gerade im Aufwind ist“, weiß Heisig. Das Spiel werde deshalb „durchaus heiß und die Zweikämpfe intensiv“.

Der Coach ist davon überzeugt, eine „richtig gute und schlagkräftige Mannschaft“ aufs Feld schicken zu können. Fehlen werden neben Flon Ajvazi und Leo Milutinovic weiterhin Stammtorhüter Marko Gaspar sowie Yannis Kalchschmidt (beruflich) und Maric Lucov (Urlaub).

MTV Stuttgart – SV Böblingen (Sonntag, 15 Uhr)

Zugegeben, er komme durchaus das ein oder andere Mal ins Grübeln, sagt der MTV-Trainer Björn Lorer, warum sein Team in der Vorrunde nur elf Zähler geholt hat und nun schon bei 16 steht – und das bei noch drei ausstehenden Partien. „Wir hatten auch in der Hinrunde viele gute Spiele, aber das Momentum war oftmals nicht auf unserer Seite. Das hat sich mittlerweile verändert, deshalb passen die Ergebnisse besser“, erklärt Lorer.

Passen müssen die Resultate auch weiterhin – am besten noch dreimal in den drei Saison-Restpartien. Denn: Er gehe davon aus, zwei Teams noch überholen zu müssen. Dafür seien drei Erfolge notwendig. Lebt der Glaube daran? „Ich habe zumindest ein gutes Gefühl, vor allem für das Heimspiel am Sonntag gegen Böblingen.“ Dabei steht ein Wochenende an, was es gemeinhin dem Trainer erschwert, eine schlagkräftige Truppe zusammenzustellen. Denn Pfingsten ist bekanntlich ja auch Reisezeit und beim MTV nimmt man solche „Auszeit-Möglichkeiten“ gerne wahr. Dieses Mal fehlen aus diesem Grund Lion Janzen und Daniel Henschke.

Doch ein eigentlich freudiges Ereignis verschärft Lorer die Aufstellungsproblematik zusätzlich: das DFB-Pokalfinale des VfB Stuttgart gegen Bayern München. „Drei Akteure sind auf Berlinfahrt, wollen aber zum Spielbeginn am Kräherwald sein.“ Mit einem VfB-Sieg im Gepäck würde das „Hauptstadt-Trios“ gegen Böblingen sicherlich hoch motiviert zur Sache gehen.