Zwei Spieler mit großen Fragezeichen. Von links: Carl-Anders Zimmermann (MTV Stuttgart) und Furkan Özüdogru (TV Echterdingen). Foto: Günter Bergmann, TV Echterdingen

Während der MTV Stuttgart mehr denn je auf die Wende hofft, hält beim TV Echterdingen das irre Verletzungspech an und stört die offene Trainerfrage inzwischen auch den Interimscoach.

Nur noch drei Spieltage in diesem Kalenderjahr in der Fußball-Landesliga – und damit jeweils drei Chancen für den MTV Stuttgart und den TV Echterdingen, an ihrer tristen Situation im Tabellenkeller etwas zu ändern. Während die Kräherwald-Kicker am Sonntag im Krisengipfel der Serienverlierer auf den noch punktlosen Letzten aus Sontheim treffen, nimmt beim Goldäcker-Team allerdings die personelle Malaise immer dramatischere Ausmaße an. Nicht nur, dass die Trainerfrage weiterhin ungeklärt ist. Nun droht im Kader obendrein der nächste Langzeitausfall.

 

SV Waldhausen – TV Echterdingen (Samstag, 14.30 Uhr)

„Eine Seuchensaison“ – so hatten die Echterdinger das vergangene auch schon schwarze Spieljahr für sich selbst überschrieben. Bezogen war dies nicht zuletzt auf das fast schon aberwitzige Verletzungspech. Einhelliger Tenor danach: Das kann in der neuen Runde nur besser werden. Mittlerweile weiß man beim Filderclub mehr: nämlich dass es auch zu schlecht immer noch eine Steigerung gibt. Vier Langzeitausfälle stehen auch 2025/2026 schon wieder auf der Patientenliste (Celiktas, Mägerle, Babatas, Nita). Und aktuell deutet einiges darauf hin, dass Eintrag Nummer fünf bereits in der Warteschleife ist.

Der neueste Sorgenfall: Furkan Özüdogru. Den Sommer-Neuzugang hat es am vergangenen Wochenende beim 1:2 gegen den SC Geislingen erwischt. Erneut das linke Knie – mithin jenes Gelenk, in dem der vormalige Reutlinger Oberliga-Kicker gerade erst einen zweiten Kreuzbandriss auskuriert hatte. Der nun dritte ist zwar noch nicht bestätigt, aber die Befürchtungen gehen in diese Richtung. „Das wäre natürlich ganz bitter“, sagt der Interimstrainer Predrag Sarajlic und blickt allmählich mit Fatalismus auf den Lädiertenlauf seines Vereins. Seine kopfschüttelnde Erkenntnis: „Was wir hier in Echterdingen an schweren Verletzungen haben, seit ich hier bin, haben andere Clubs in 20 Jahren nicht.“

Auch für die Partie an diesem Samstag beim amtierenden Vizemeister Waldhausen wird es somit wieder nur für ein Notaufgebot reichen. Zumal obendrein Christian Heinrich (beruflich verhindert) sowie die Zweite-Mannschaft-Aufrücker Wesley Acholonu und Matti Theobaldt (beide privat verhindert) fehlen. „Theoretisch würde uns für die Anreise mittlerweile ein Kleinbus reichen“, sagt Sarajlic mit einem Anflug von Galgenhumor.

Alles in allem also keine guten Vorzeichen, den Negativlauf von sechs Niederlagen aus den vergangenen sieben Spielen zu stoppen. Und eine Gemengelage, zu der es dann irgendwie passt, dass es auch in der Trainerfrage offenbar nach wie vor keine Fortschritte gibt. „Nichts Neues, alter Stand. Wir suchen“, antwortet der sportliche Leiter Sascha Härtenstein auf Nachfrage lapidar. Ein Bekenntnis zu Sarajlic über das jeweils nur nächste Spiel hinaus, etwa bis zur Winterpause, vermeiden die Echterdinger Verantwortlichen gleichwohl nach wie vor. Ein Umstand, den der vorherige Assistent des vor viereinhalb Wochen zurückgetretenen Valentin Haug nicht direkt kritisieren will. Von einer dadurch „unglücklichen Situation“ spricht er aber doch. Denn: „Man fühlt sich ein bisschen als Lame Duck, im luftleeren Raum. Man versucht zu machen und zu motivieren, aber jeder Spieler weiß ja, dass man vielleicht schon in ein, zwei Wochen gar nicht mehr sein Trainer ist.“

MTV Stuttgart – FV Sontheim/Brenz (Sonntag, 14.30 Uhr)

Mehr Kellerduell geht nicht. Der Tabellenvorletzte gegen den Tabellenletzten. Auf der einen Seite eine Gastgeber-Mannschaft, die zuletzt siebenmal nacheinander verloren hat, dies mit im Schnitt gut vier Gegentoren pro Spiel. Auf der anderen Seite ein Gästeteam, das in dieser Saison überhaupt noch ohne Punktgewinn ist. 13 Spiele, 13 Niederlagen – und das dem Abwehrdesaster des MTV Stuttgart eine bemerkenswerte Angriffsflaute gegenüberstellt. Die Sontheimer ihrerseits haben insgesamt erst viermal eingenetzt.

Wenn also nicht jetzt, wann dann? „Wenn man auf diese Zahlen schaut, wäre es ein guter Zeitpunkt, die Wende einzuleiten“, konstatiert der Stuttgarter Trainer Björn Lorer. Um nicht zu sagen: ein höchst dringlicher. Keine Frage: Wollen Lorer und die Seinen noch vor dem Gang in die Winterpause irgendwelche Hoffnungslichter anknipsen, ist ein Sieg an diesem Sonntag ein Muss. Zumal danach heuer noch zwei schwere Auswärtsaufgaben folgen, beim Spitzenreiter Köngen sowie in Plattenhardt. Einstweilen immerhin beträgt der Abstand der Kräherwald-Kicker zum nach jetzigem Stand rettenden zwölften Rang weiterhin „nur“ sechs Zähler. Zuversichtlich stimmt den Coach zudem, dass sich seine Mannschaft an den beiden vergangenen Spieltagen deutlich besser verkauft habe, als es die bloßen Ergebnisse vermuten ließen (0:3 gegen Waldstetten, 0:4 in Böblingen).

Unverändert schwierig ist allerdings die Personalsituation. Zu den bisher schon Fehlenden kommen nun auch noch Joel-Noah Graham (Gelb-Rot-Sperre), Sebastian Oehme und Moritz Walz (beide Urlaub) hinzu. Definitiv weiterhin raus sind die Patienten Egzon Sufaj, Michel-Angelo Triantafillou und Fabio Baldi. Und der Abwehrchef Philipp Weippert sowie Dominik Hug machen inzwischen zwar wieder sportliche Gehversuche, aber eine Rückkehr ins Aufgebot käme wohl zu früh.

Bleibt zudem das Fragezeichen im Tor. Was tun zwischen den Pfosten? Nun doch den Oldie Carl-Anders Zimmermann vollends vom Comeback überzeugen, nachdem jener zuletzt in Böblingen schon eingesprungen ist? Damit verbunden die Degradierung des im Sommer eigentlich als neue Nummer eins geholten Khalil Lalo auf die Bank. Oder nach seiner Genesung eben erneut Lalo vertrauen? Allerdings im Wissen, dass der 25-Jährige bis dato nicht der erhoffte Rückhalt war.

„Da müssen wir uns noch Gedanken machen, wie wir das angehen“, sagt Lorer. Eine Entscheidung will er im Rahmen des Freitag-Abschlusstrainings finden.

TSV Bernhausen – TSV Plattenhardt (Freitag, 19.30 Uhr)

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