Tore hat die SpVgg Renningen schon viele gefeiert, hier einen Treffer von Kaan Ekmen (re.) gegen den SV Gebersheim – nun feiert das Team die Meisterschaft. Foto: Andreas Gorr

Im Nachholspiel der Kreisliga A2 überrollen die TSF Ditzingen Kornwestheim mit 4:0. Damit steht die SpVgg Renningen vor dem letzten Spieltag als Meister und Aufsteiger fest.

Nachdem die Partie in der Kreisliga A2 zwischen den TSF Ditzingen und Drita Kosova Kornwestheim am 29. Spieltag wegen des starken Unwetters abgebrochen wurde, fanden sich beide Teams am Donnerstagmittag erneut im Edeka-Matkovic-Stadion ein. Die Hausherren triumphierten mit einem deutlichen 4:0.

 

Nachdem die TSF zum Zeitpunkt des Spielabbruchs mit 3:2 in Führung lagen, wollte die Mannschaft ohne ihren in Zürich weilenden Trainer Kevin Sturm und ohne den frisch gebackenen Vater Günay Akkus erneut für eine Überraschung sorgen. Das Traineramt übernahm der verletzte Moritz Güttler, der erstmalig an der Seitenlinie stand. „Da kann man nur zufrieden sein“, freute sich der Novize, der im Vorfeld von Sturm unterstützt wurde. „Wir haben uns über die Aufstellung, den Kader und darüber, wie wir das Spiel angehen wollen, unterhalten“, erzählt Güttler. Auch Kapitän David Schmitt stand ihm zur Seite, insbesondere bei der Mannschaftsansprache.

Wenig Spannung im Spiel – Drita schont sich, Ditzingen kontert

Die Gäste aus Kornwestheim benötigten einen deutlichen Sieg um irgendwie die Restchance darauf zu wahren, die SpVgg Renningen noch abzufangen. Diesen gab es zwar, jedoch auf der Gegenseite. „Man hat gemerkt“, analysierte Trainer-Aushilfe Güttler, „dass Drita mit den normalen Spielen abgeschlossen hat und eher in Richtung Relegation schaut“. Der Gast habe wenig begeistert von der Neuansetzung am Feiertag gewirkt und vor allem darauf geachtet, keine unnötigen Verletzungen zu riskieren. Die Gastgeber erspielten sich die größeren Möglichkeiten, die allerdings ungenutzt blieben. Khaleddaham Pascale Djellali wurde nach einem Konter im Strafraum gefoult, vergab jedoch den fälligen Strafstoß. Nach einer torlosen ersten Halbzeit der beiden stark ersatzgeschwächten Teams drehten die TSF im Anschluss an den Seitenwechsel auf, Michael Moser vollendete zwei Konter in der 52. und 64. Minute zur Ditzinger Führung.

Was ist los? Für Michael Schürg (2.v.re.) und seine Mannschaft ist jetzt Party angesagt. Foto: Andreas Gorr

Amin Djelalli legte in Minute 69 nach, den Schlusspunkt setzte kurioserweise der zurückgekehrte Stammtorwart Marco Kolb (82.). Trainer Moritz Güttler erläuterte: „Wir hatten einen sehr kleinen Kader, aber zwei Torspieler. Marco hat sich bereit erklärt, auf dem Feld mitzumachen, wenn es eng wird.“ Obwohl es nicht eng wurde, entschied Güttler, Kolb nach dem dritten Treffer mit Minuten auf dem Feld zu belohnen. Es kam, wie es kommen musste. „Da kam eine Flanke direkt auf seinen Kopf und er hat das Tor gemacht“, grinste Goldfinger Güttler. Die TSF feiern nach zwei Pleiten und vier sieglosen Spielen einen fulminanten Brustlöser. „Siege tun immer gut“, meinte Güttler. Da sich die Ditzinger früh aus den Kämpfen um Auf- und Abstieg verabschiedeten, sei unterbewusst eine Blockade aufgetreten, fand der Aushilfscoach. „Im letzten Heimspiel wollten wir beweisen, dass wir eine gute Truppe sind. Das hat funktioniert, ich bin echt stolz auf die Jungs“, lobte Güttler.

Renningen feiert Meisterschaft – Trainer Schürg zieht Bayern-Vergleich

Trotz der Torflut in Hälfte zwei bezeichnete ein Zuschauer das Duell als „mit das schlechteste Spiel, das ich im letzten Jahrzehnt angeschaut habe.“ Der SpVgg Renningen wird dies herzlich egal sein, durch die Niederlage ihres ärgsten Verfolgers sind sie nun endgültig uneinholbar an der Spitze und feiern mit der Meisterschaft ein Jahr nach dem Abstieg die Rückkehr in die Bezirksliga. Das wurde entsprechend gefeiert, zuerst vor der heimischen Kabine, dann in einer Rutesheimer Kneipe. Am Folgetag sagte der stolze Trainer Michael Schürg: „Wie die Jungs die Saison durchgezogen haben, verdient höchsten Respekt“. Schürg feiert im ersten Jahr als Trainer direkt die Meisterschaft, den Erfolg wertet der frühere Drittliga-Torjäger im Vergleich zu seiner aktiven Karriere sehr hoch. „Als Trainer hast du viel mehr Verantwortung, das würde ich fast ganz oben einordnen.“ Einen Vergleich zu seiner Spielerkarriere zieht Schürg: als er im Italien-Urlaub 2015 erfuhr, dass er mit seinem damaligen Verein FC Nöttingen im DFB-Pokal gegen den großen FC Bayern München spielen wird.

Auch ein Highlight: Michael Schürg (re.) 2015 im DFB-Pokal gegen den FC Bayern München (li. David Alaba). Foto: AP

Am Sonntag geht es zum letzten Spiel gegen den Nachbarn KSV Renningen, für beide Teams gibt es keine tabellarischen Veränderungen mehr zu erreichen. Schürg kündigt an, dass zum Abschluss eine gewisse Rotation im Team erfolgen wird, stellt aber klar: „Wir gehen das Derby trotzdem mit der höchsten Seriosität an.“ Auch angesichts der angesetzten Meisterfeier mit Livemusik, es gelte, die Stimmung hochzuhalten, sagt Schürg. „Keine Späßchen machen, am besten noch mal drei Punkte holen, dann können wir richtig feiern“, lautet die Marschroute des Meistertrainers.

Spvgg Warmbronn schlägt KSV Renningen in der 90. Minute

Im zweiten Nachholspiel empfing die Spvgg Warmbronn erneut den KSV Renningen und triumphierte mit 2:1. Alles andere als ein Sieg der Gäste hätte für diese das finale Feststecken auf Rang 13, welcher aktuell zur Relegation verpflichtet, bedeutet. Doch die Gäste wurden dominant empfangen, nach einigen Torchancen fiel die Führung der Hausherren durch einen Foulelfmeter von Sanel Bilali (24.).

Felix Raith kann endlich wieder einen Sieg bejubeln. Foto: Andreas Gorr

„In der zweiten Hälfte war es das komplette Gegenteil, sie waren viel mutiger“, sagte Warmbronns Trainer Felix Raith über die Gäste. Diese kamen zu mehreren Möglichkeiten, die Fynn Kleinschmidt zu vereiteln wusste. Doch in der 74. kam der KSV zum Ausgleich, Raith kommentierte: „Es kam, wie es kommen musste. Ein komplettes Slapstick-Eigentor.“ Einen Abschluss entschärfte Kleinschmidt zunächst, der Abpraller traf das Knie von Philipp Knapp und segelte ins Tor. Kurz darauf folgte die nächste Hiobsbotschaft für die Spvgg: der erst in der 65. Minute eingewechselte Morten Sigle, der jüngst bereits für einen halben Monat ausgefallen war, wurde gefoult und musste verletzt ausgewechselt werden. „Seine erste Reaktion war, dass er sagte, das Knie sei kaputt. Er hatte schon zwei Kreuzbandrisse und meinte, das war wieder einer“, stöhnte Raith, der mit Galgenhumor anmerkte: „Es passt zu unserer Rückrunde.“

Morten Sigle (Mi.) musste nach kurzem Einsatz verletzungsbedingt vom Feld – es droht ein langer Ausfall. Foto: Andreas Gorr

Ein Elfmeter wurde den Hausherren verwehrt, dafür fiel die Entscheidung in der 90. Minute. Nach Einleitung von Bilali, dem Raith ein „Riesenspiel“ attestierte, und Vorarbeit von Verletzungsrückkehrer Nils Schenk schloss Christian Ahlborn einen Konter zum Sieg ab. „Das war ein schönes Gefühl, wir wussten gar nicht mehr so richtig, wie das ist, zu gewinnen“, meinte der erleichterte Felix Raith. Die Spvgg beendet eine Serie von acht sieglosen Spielen, mit einem Erfolg im Rücken in das letzte Saisonspiel gehen zu können, entspannt die Lage in Warmbronn.

Die wichtigen Entscheidungen der Kreisliga A2 sind gefallen

Damit steht einen Spieltag vor Saisonende fest, dass sich die Renninger nicht mehr vom Relegationsplatz werden retten können. Zu groß ist der Rückstand auf die SKV Rutesheim II, die entsprechend beruhigt in ihr letztes Saisonspiel gegen die TSF Ditzingen gehen kann. Der KSV dagegen tritt zum Meisterschaftsspalier für die benachbarte SpVgg Renningen an, während die Spvgg Warmbronn die Spielzeit beim FC Gerlingen ausklingen lässt.