Beim TSV Heimerdingen II gelingt der Mannschaft von Kai Liedtke ein souveräner Erfolg, der das Team auf Rang fünf hievt. Dennoch bleibt der Gebersheimer Trainer entspannt.
Kai Liedtke hält den Ball flach. Auch wenn sein SV Gebersheim in der Fußball-Kreisliga A2 aktuell nur noch einen Zähler Rückstand auf die viertplatzierten Spvgg Warmbronn hat, bläst der Trainer, der im Sommer vom Stuttgarter Bezirksligisten SV Vaihingen kam, nicht zum Großangriff. „Es wäre schön, wenn es am Ende reicht“, meinte Liedtke nach dem 3:1-Erfolg beim TSV Heimerdingen II.
In Heimerdingen sah Liedkte ein „sehr überlegtes, erwachsenes Spiel“ seiner Mannschaft und in der 32. Minute den Führungstreffer durch Manuel Bayer. „Ein bisschen glücklich“, nannte Liedtke den entscheidend abgefälschten Kullerball seines Stürmers, den andere Zuschauer auf dem Heimerdinger Rasenplatz gern bei der WDR-Sendung „Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“ für die Rubrik „Kacktor des Monats“ eingereicht hätten, wie zu vernehmen war.
Gieriger Banas gleicht für Heimerdingen aus
Nachdem den Gästen das zweite Tor aufgrund einer Abseitsentscheidung verwehrt blieb, gab es stattdessen den „dummen Ausgleich“, wie Liedtke monierte. Nach einem Einwurf von Cristian Vacca bekam Hakan Öztürk enormen Druck von Luka Banas, der den Ball am rechten Strafraumrand mit einem beherzten Körpereinsatz eroberte und Felix Pohle im Tor zum Ausgleich bezwang (35.). „Wir schenken den Ausgleich her, ansonsten kam nichts Gefährliches auf unser Tor“, meinte der Gebersheimer Trainer.
So gingen die Kontrahenten mit dem Unentschieden in die Pause, zwei Minuten nach Wiederanpfiff schoss Joas Rau die Gäste erneut in Führung. Der SV-Kapitän, der am Montag seinen Verbleib für die kommende Spielzeit verkündete, schädelte eine Flanke von Bernhard Kreis unerreichbar für TSV-Schlussmann Marc-German Emmert ins Tor (47.). Den Schlusspunkt setzte der SV Gebersheim in der 72. Minute, nach einem weiten Befreiungsschlag hatte Kevin Sholabomi im Sprintduell mit Heimerdingens Kapitän Marius Hoyka körperliche und tempotechnische Vorteile und legte im Strafraum quer auf den mitgelaufenen Philipp Hatzigeorgiou. der nur noch einzuschieben brauchte.
SV Gebersheim klettert in der Tabelle – und könnte noch höher landen
Durch den eigenen Sieg und den Ausrutscher der TSF Ditzingen beim SV Leonberg/Eltingen II schiebt sich der SV Gebersheim klammheimlich auf Rang fünf der Kreisliga. Der Vierte der Rückrundentabelle ist nach der SpVgg Renningen und Drita Kosova Kornwestheim die formstärkste Mannschaft der Liga, gewann vier der letzten fünf Spiele. Nun erreichen die Gebersheimer wieder ihre beste Saisonplatzierung, die sie zuletzt an Spieltag 14 innehatten. Der SV kann sogar die Spvgg Warmbronn auf Platz vier einholen, das direkte Duell am 28. Spieltag steht noch aus. Doch Liedtke bremst zunächst, seine Mannschaft ist in der kommenden Woche spielfrei und könnte dann bereits wieder von den TSF Ditzingen eingeholt werden, auch der TSV Flacht ist noch in Schlagdistanz. „Es wäre schön, wenn wir trotz spielfreier Woche auf Platz fünf bleiben“, meint der Gebersheimer Trainer.
Liedtke vermeidet klare Zielvorgabe – Endspiel für Heimerdingen II
Die klare Zielsetzung Platz vier vermeidet Liedtke aber. „Wir sollten immer gewisse Ziele haben und den maximalen Erfolg im Kopf behalten“, meinte der SV-Coach. Gleichzeitig verweist er auf die enge Tabellensituation, zwischen Platz vier und sieben liegen derzeit vier Zähler Abstand. „Wir werden versuchen, daran zu arbeiten, dass Platz vier bestenfalls noch gelingt. Nur weil wir mit unten nichts mehr zu tun haben, sollten wir jetzt nicht sagen, wir spielen das nur noch runter“, sagte der Trainer, der mit seinem Team dem Abstiegskampf längst enteilt ist.
Ganz anders der unterlegene Kontrahent. Der abgeschlagene TSV Heimerdingen II könnte sich bald auch aus dem Abstiegskampf verabschieden, allerdings als Verlierer. Rein rechnerisch ist die Mannschaft noch nicht abgestiegen, müsste allerdings alle vier ausstehenden Spiele gewinnen, dabei das Torverhältnis aufbessern und darauf hoffen, dass der KSV Renningen auf dem Relegationsplatz nur noch maximal einen Punkt holt. Das direkte Duell der beiden Mannschaften am kommenden Wochenende könnte hier bereits die Entscheidung bringen.