Ein spätes Tor sichert Gebersheim einen Punkt gegen Warmbronn. Weil der Stadt triumphiert in Flacht, keine Punkte für den KSV Renningen. In Höfingen werden die Punkte geteilt.
Nur eine Woche nach dem dramatischen Spitzenspiel sieht die Ausgangslage in der Kreisliga A2 wieder eindeutiger aus. Die SpVgg Renningen setzt sich nach dem Ausrutscher von Verfolger Drita Kosova Kornwestheim um vier Punkte an der Tabellenspitze ab.
Mit dem späten Punktgewinn gegen die Spvgg Warmbronn setzt sich der SV Gebersheim wieder auf Platz vier und verdrängt den erst zum zweiten Mal in der Rückrunde besiegten TSV Flacht auf den fünften Rang. Der überraschende Punktgewinn des SV Leonberg/Eltingen sorgt für drei Punkte Abstand auf den KSV Renningen, die weiterhin den Relegationsplatz hüten. Da der KSV erneut punktlos bleibt, schwindet für den FC Gerlingen das realistische Risiko eines Abrutschens auf Platz 13.
TV Möglingen verschärft Abstiegssorgen beim KSV Renningen
Der TV Möglingen kann die letzten zwei Spiele der Saison beruhigt angehen, mit einem 6:3 beim KSV Renningen ist der Klassenerhalt gesichert. Zur Pause stand noch ein 3:3 auf der Anzeigetafel, beide Teams wechselten sich mit dem Toreschießen ab. Baris Erdogan brachte die Hausherren schnell in Führung (5.), noch schneller glich Felix Baque für die Gäste aus (7.). Mehmet Semsettin Erdogan schoss die Renninger gleich zweimal in Front (13., 36.), diese wurde aber zuerst abermals von Baque (35.) und anschließend durch einen Foulelfmeter von Ismetcan Caglayan (41.) egalisiert. Nach dem Seitenwechsel trafen dann nur noch die Möglinger, der zur Pause eingewechselte Mikail Bunzus (53.), Luca Daniele Marino (78.) und der ebenfalls eingewechselte Sahan Sahin (83.) sicherten dem TV den Verbleib in der Liga. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt nun elf Zähler, mit diesem Polster kann Möglingen den Endspurt entspannt beobachten.
Neun Tore in Rutesheim: SpVgg Renningen überrollt SKV-Zweite
Nicht so die SKV Rutesheim II, die U23 des Landesligisten bekam die volle Frustration der SpVgg Renningen nach deren Niederlage im Spitzenspiel zu spüren und wurde mit 0:9 überrollt. „Das Ergebnis hat schon an uns genagt, für mich war es als Trainer die schwierigste Woche“, gestand SpVgg-Trainer Michael Schürg, der in seinem ersten Jahr als Trainer gegen Drita Kosova Kornwestheim in der Vorwoche eine Niederlage im Spitzenspiel wegstecken musste. „Dir wird von vielen Seiten eingeredet, wie gut du bist und wann du welches Ziel erreichst“, schilderte Schürg, „es war eine Riesenchance für uns, die wir vergeben haben. Damit musst du mit 22 Jahren erst einmal klarkommen. Solche Spiele hast du nicht oft in deiner Laufbahn, jetzt hast du es mal und dann verlierst du es. Das zieht dir das schon ein bisschen den Stecker.“
Doch nach dem Spiel in Rutesheim ist der Stecker eindeutig wieder drin, wenngleich Trainer Schürg zu Beginn der Begegnung noch eine leicht gehemmte Mannschaft beobachtete. „Bevor wir die ersten zwei Tore machen, hatten wir schon fünf hundertprozentige Chancen“, erzählte Schürg, was schon leichte Schweißausbrüche hervorrief. Die Erlösung gelang Riccardo Ronny Bischoff, der in der 18. Minute ein nachlässiges Rutesheimer Abwehrverhalten aus spitzem Winkel strafte. Nur eine Minute später drückte Alim Kerim Göler einen erneut schläfrig verteidigten Querpass am langen Pfosten ins Tor. Dieser Doppelschlag war für Trainer Schürg ein wichtiger Faktor, um schnell Klarheit in die Partie zu bringen. „Dann hat man gemerkt, dass der Kopf wieder frei war“, meinte Schürg und stellte klar: „Wenn wir nicht killen, dann wird es gegen jeden Gegner gefährlich.“ Bereits zum vierten Mal in dieser Saison erzielte Schürgs Mannschaft die ersten beiden Treffer der Partie innerhalb von fünf Minuten.
In der 25. Minute fiel das dritte Tor, nach einem langen Ball von Lucas Benjamin Perez legte Bischoff für Leon Kottucz quer, der nur noch einzuschieben brauchte. Renningens Topstürmer Kottucz legte in Minute 32 nach und veredelte einen Konter nach Balleroberung an der Mittellinie und Vorlage von Justin Eberhardt aus spitzem Winkel zum Pausenstand. Der nächste Streich gelang in der 63. Minute, im Gewimmel nach einem Eckball behielt Perez die Übersicht und schoss den Ball unter die Querlatte. 20 Minuten lang hielt dieses Resultat, in der Schlussphase brach die Rutesheimer Verteidigung zusammen. Böhler setzte einen wuchtigen Abschluss über SKV-Schlussmann Luca Antonio Pellino hinweg in die Maschen (83.), eine Minute später schob der eingewechselte Kaan Ekmen einen Chipball in den Strafraum flach an Pellino vorbei. Mit seinem 18. Saisontor aus kurzer Distanz nach einer Hereingabe von rechts (86.) und seinem 19. Treffer in ähnlicher Manier setzte Kottucz dem Spiel den Deckel auf. Die Zahl von Situationen mit zwei Toren innerhalb von maximal fünf Minuten in dieser Saison wuchs dadurch in Summe auf 20 an.
Eine Aufgabe des Gegners wollte Schürg nicht gesehen haben, er meinte vielmehr: „Wir haben in der Rückrunde gelernt, dass auch ein Torverhältnis eine Entscheidung beeinflussen kann.“ Zur Winterpause lag der damalige Zweite aufgrund eines um sechs Tore schlechteren Torverhältnis hinter Drita Kosova Kornwestheim, in der Rückrundentabelle beträgt das Torverhältnis der SpVgg mehr als das doppelte von Drita (plus 51 zu plus 25). Dadurch könnte die Vorentscheidung zur Meisterschaft bereits im nächsten Spiel fallen, Schürg meinte: „Dann sollte der Großteil geschafft sein.“ Die SKV Rutesheim II bekam nach Renningens zweiter Saisonniederlage eine gehörige Breitseite verpasst, nach ihrer ersten Niederlage hatte die SpVgg im folgenden Spiel den SV Leonberg/Eltingen II mit 7:0 abgestraft. Gegen diesen muss die Rutesheimer U23 am kommenden Spieltag antreten.
Punkteteilung zwischen TSV Höfingen und TSV Heimerdingen II
Antreten muss trotz des gesicherten Abstieges auch weiterhin der TSV Heimerdingen II, die sich jedoch erhobenen Hauptes verabschieden wollen. Zum zweiten Mal in Folge punktet die Mannschaft auswärts, beim TSV Höfingen hieß es am Schluss 2:2. Dabei ging die Zweitvertretung des TSV sogar doppelt in Führung, zuerst durch den im Winter vom FC Gerlingen gekommenen Linus Bayer (17.), im zweiten Durchgang dann durch Kapitän Marius Hoyka (58.). Jedoch wurde der Sieg zweimal durch Höfingen Kapitän Rick Schuhmacher verhindert, der zuerst in der 35. und spät in der 90. Minute für den Gastgeber ausglich. Für beide Mannschaften sind die entscheidenden Saisonfragen jedoch bereits beantwortet.
Ohne Welsch und Bauer chancenlos: TSV Flacht verliert gegen Weil der Stadt
Die Frage, wer hinter der Spvgg Weil der Stadt auf Rang vier abschließt, ist hingegen noch offen. Ein Kandidat ist der TSV Flacht, der in der Rückrunde bis zum 27. Spieltag nur eine Partie verlor. Gegen die Städter setzte es mit 0:3 die zweite Niederlage nach der Winterpause. Bitter für den TSV: Topstürmer Christopher Welsch, der in den jüngsten drei Partien zehn Treffer erzielte, fehlte im Kader der Hausherren. Auch Maik Bauer, der beste Vorlagengeber der Flachter, fiel kurzfristig aus. Der Gast kam ebenfalls stark ersatzgeschwächt angereist, mit dem angeschlagenen Spielertrainer Roland Haizmann sowie Eray Yüksel verzeichnete die Bank der Spvgg nur zwei Mitglieder. „Die Kadersituation war nicht berauschend“, befand Haizmann.
Spiele gegen den TSV Flacht nannte Haizmann „erfahrungsgemäß immer anstrengend und intensiv. Ich weiß nicht, ob es bei jedem so ist gegen Flacht, aber es ist immer sehr zweikampfbetont.“ Haizmann verwies auf die sieben vergebenen gelben Karten der Partie, in der sein Team in der 17. Minute das erste Tor erzielte. Justin Schneider erhielt nach einem zunächst geblockten Eckball eine zweite Flanke an den langen Pfosten, den er wiederum in die lange Ecke einschob. Die Vorentscheidung fiel erst in Minute 68, Salih Karaman staubte nach einer starken Parade von Flachts Jonas Welting gegen Jan Holzhäuser per Kopf ab. Die Gastgeber versuchten in der Folge, noch einen offensiven Impuls zu setzen, dies bestrafte Karaman aber in der 83. Minute.
Die im Angriff geschwächten Flachter hatten sehr wenig vom Spiel, berichtete Haizmann, seine Mannschaft gewann im zweiten Durchgang die Überlegenheit auf dem Rasen. Im Hinterkopf der Städter spukte im Vorfeld der Partie die starke TSV-Form der Rückrunde, gab Haizmann zu. „Für uns war das ein besonderer Anreiz, ihnen zu zeigen, dass sie doch noch verlieren können“, meinte der Spvgg-Trainer.
SV Gebersheim entreißt Warmbronn spät den Sieg – Torwart verletzt
Dass die Spvgg Warmbronn nicht nur noch verlieren können, bewies die Mannschaft mit einem 2:2 beim SV Gebersheim, der durch den Punkt vorerst die Führung im Rennen um Platz vier einnimmt. Trotz des ersten Punktes nach vier Pleiten meinte Warmbronns Spielertrainer Felix Raith: „Direkt nach dem Spiel hat es sich angefühlt wie eine Niederlage.“ Das lag vor allem am späten Ausgleichstreffer, den Leon Issler in der Nachspielzeit nach einem Eckball von Marc Zieger per Kopf erzielte. „Das war brutal bitter, passt aber zu den letzten Wochen. Ich weiß nicht, was wir verbrochen haben“, seufzte Raith. Dabei hatte ihm der Auftritt seiner Mannschaft gefallen, der Coach lobte: „Das war das Gesicht, das ich sehen will und das uns in der Hinrunde so stark gemacht hat.“
Die Gäste belohnten sich bereits in der vierten Spielminute, ein langer Abschlag von Torwart Fynn Jannis Kleinschmidt rutschte durch zu Othman Karwi, der Felix Pohle im Gebersheimer Tor per Lupfer bezwang. Die Führung hielt über die Pause, jedoch nur bis zur 53. Minute. Nach Eckball von Bernhard Kreis und einem misslungenen Abwehrversuch im Zentrum staubte SV-Kapitän Joas Rau aus kurzer Distanz ab und ließ Gordon Römer keine Chance zur Abwehr. Römer war zur Pause eingewechselt worden, für Kleinschmidt ging es nicht mehr weiter. Warmbronns Schlussmann hatte in der 27. Minute einen empfindlichen Kopftreffer von Gebersheims Stürmer Bernhard Kreis kassiert, was Trainer Raith erzürnte. „Völlig unnötige Aktion. Der Gegenspieler hat noch zwei, drei Schritte gehabt, um auszuweichen, drüberzuspringen, wie man es normalerweise macht. Er trifft ihn am Kopf, das war ein ordentlicher Schlag“, wetterte der Spielertrainer und ließ kein gutes Haar an Kreis. „Der Spieler hätte in dem Spiel mindestens vier gelbe Karten verdient“, fand er, eine Karte sah Kreis aber erst in der 73. Minute. Bis zur Pause versuchte Kleinschmidt auf dem Platz zu bleiben, nach dem Seitenwechsel übernahm Römer, der selbst vor zwei Wochen in Warmbronn noch eine Verletzung erlitten hatte. Der Verletze erhielt bis auf Weiteres Sportverbot, verriet Raith.
Für seine Mannschaft gab es spät noch einen Grund zum Jubeln, nach einem Distanzschuss von Kapitän Philipp Kindler ließ Pohle den Ball abprallen, aus kurzer Distanz staubte Christian Ahlborn ab, der den Angriff mit einem Dribbling vom rechten Flügel ins Zentrum initiiert hatte. Am Ende stand dennoch der Rückschlag, Felix Raith haderte enorm mit der langen Nachspielzeit. „Eine Minute oben drauf hätte ich mir noch gefallen lassen, aber keine sechs. Der Schiedsrichter hatte drei Minuten kommuniziert, er hatte auch ein paar Chancen, abzupfeifen“. Vom Gefühl her hätte sein Team das Spiel gewinnen müssen, befand Trainer Raith. Zumindest die Pleitenserie ist vorerst gestoppt.
SpVgg Renningen dominiert Elf der Woche – viele Doppelpacker dabei
Die Nutzer des Portals FuPa wählten in Torwart Pohle und Torschütze Rau zwei Gebersheimer in die Elf der Woche, die am 28. Spieltag Spieler aus sieben Vereinen beherbergt. Mit Höfingens Rick Schuhmacher, dem Möglinger Felix Baque, Gabriel Kolar vom SV Leonberg/Eltingen und Salih Karaman von der Spvgg Weil der Stadt stehen vier Doppelpacker im Aufgebot, Mittelfeldspieler Gezim Nimoni vom TSV Heimerdingen II blieb als einziger Feldspieler in der Elf der Woche ohne Treffer. Gleich viermal traf dagegen Leon Kottucz, der zusammen mit den ebenfalls vor dem Tor erfolgreichen Riccardo Ronny Bischoff, Lucas Benjamin Perez und Julius Böhler von der SpVgg Renningen den größten Block der Woche stellt.
29. Spieltag: Nun endlich die Vorentscheidung um den Titel?
Nach der anstehenden Pfingstpause hat die SpVgg Renningen am 29. und vorletzten Spieltag den nächsten Matchball auf die Meisterschaft. Am Freitagabend nach Pfingsten (29.05., 19.30 Uhr) haben Schürgs Männer zuhause gegen den SV Gebersheim die Chance, den Abstand auf den Verfolger aus Kornwestheim bei mindestens 3 Punkten zu halten, mit ihrem deutlich besseren Torverhältnis wären sie dann kaum noch von der Spitze zu verdrängen. Jener Verfolger reist zu den TSF Ditzingen, ein Patzer würde die finale Entscheidung im Titelkampf bedeuten.
Im Keller findet das wegweisende Abstiegskampf-Derby zwischen den Zweitvertretungen des SV Leonberg/Eltingen und der SKV Rutesheim statt. Auf dem Relegationsplatz greift der KSV Renningen bei der Spvgg Warmbronn nach dem letzten Strohhalm, der FC Gerlingen will beim gesicherten TV Möglingen ebenfalls diesen Schritt gehen. Der Tabellendritte Spvgg Weil der Stadt empfängt den abgestiegenen TSV Heimerdingen II, während der TSV Höfingen und der TSV Flacht ein weiteres spielfreies Wochenende verbringen.