Die Fußball-Kreisliga A 2 nimmt wieder Fahrt auf und die SpVgg hat den Aufstieg im Visier. Im Tabellenkeller hoffen viele Teams auf einen Aufschwung.
Die SpVgg Renningen scheint es ernst zu meinen. Vor dem Rückrundenstart in die Kreisliga A 2 hat der Bezirksliga-Absteiger mit sieben Testspielen nicht nur die meisten von allen Teams in der Liga absolviert – den Auftakt gab es bereits am 11. Januar und damit noch vor allen anderen.
Diesen Umstand möchte Trainer Michael Schürg jedoch nicht überbewerten. „Die Jungs hatten vier Wochen Pause und das ist eine relativ lange Zeit, wenn man nichts macht“, sagt der frühere Drittliga-Stürmer. Ganz untätig waren die Kicker aber nicht, ein paar seiner Schützlinge traten bei der Sindelfinger Hallenfußball-Gala an und schlugen dort die SKV Rutesheim und die U 19 der SG Sonnenhof Großaspach.
Nur eine Woche später ging es auf dem Großfeld zur Sache. Schürg verweist auf den Umstand, dass im deutschen Winter gern mal Spiele ausfallen und er entsprechend ein paar Termine mehr einplante. „Das ist das normale Prozedere, aber ich würde mich natürlich freuen, wenn wir trotzdem den Turbo zünden“, sagt der Coach. Vor dem Match gegen den FC Gerlingen an diesem Sonntag ist Renningen Zweiter, punktgleich mit Spitzenreiter Drita Kosova Kornwestheim, den die SpVgg im direkten Duell bereits deutlich schlug.
SpVgg Renningen: Der Blick geht nach oben und nach unten
Nur drei Punkte hinter beiden lauert aber die Spvgg Weil der Stadt, Schürg will den Blick also nicht nur nach vorn richten. „Wir müssen auf beide Clubs aufpassen“, mahnt der 41-Jährige, das Auftaktprogramm könnte seinem Team in die Karten spielen. Drei Heimspiele stehen an, während die Renninger die Kellerkinder Gerlingen, Höfingen und Heimerdingen II empfangen, bekommt es Drita in der nächsten Woche mit Weil der Stadt zu tun. Renningen könnte als Spitzenreiter der Gejagte der Liga werden, als solcher sieht sich Schürg bereits jetzt durch den Drittplatzierten im Nacken.
Anders als Kornwestheim hat die SpVgg keine Neuzugänge zu verzeichnen, eine passende Verstärkung habe sich nicht aufgetan, meint Schürg. Dem Abgang von Verteidiger Robin Haaße zu Bezirksligist TSV Heimsheim stehen die Rückkehr der verletzten Sicheii Mulas und Kapitän Lucas Perez gegenüber. Die Vorbereitung verlief aufgrund einzelner Verletzungen nicht wie gewünscht, entsprechend geht Trainer Schürg mit gemischten Gefühlen in die Rückrunde.
FC Gerlingen: Die Defensive wirkt sicherer
Vom Aufstieg ist der FC Gerlingen meilenweit entfernt, nach nur zwei Siegen in der Hinrunde geht der Verein als Vorletzter ins Rennen um den Klassenerhalt. Trainer Daniel Bersaglio hat allerdings einen guten Eindruck seines Teams, die Mannschaft habe gut gearbeitet und in den Testspielen die Schwächen der Hinrunde deutlich reduziert. Fehler im Spielaufbau hatten vermehrt zu Gegentoren geführt, mit minus 24 hat der FC die zweitschlechteste Tordifferenz der Liga.
Die Abwehr stabilisieren soll Neuzugang Kristian Dugandzic, der erfahrene Verteidiger, mit dem Trainer Bersaglio früher gemeinsam auf dem Feld stand, war zuletzt vor knapp zwei Jahren für Gerlingens Zweitvertretung im Einsatz und laborierte an einer Sprunggelenkverletzung. Nun ist er wieder einsatzbereit, Bersaglio will ihn jedoch nicht als einzigen Faktor für mehr Sicherheit im Spielaufbau sehen.
Verstärkungen für den Kader: Neue Jugendspieler und neuer Keeper
Neben den Jugendspielern Frederic Marek und Yannick Mieck, die vor allem perspektivisch für die neue Saison herangeführt werden sollen, ist auch Julian Kranz nach ausgestandener Meniskusverletzung wieder im Kader. Im Tausch mit Verteidiger Linus Bayer kommt Finn Mattes von Ligakonkurrent TSV Heimerdingen II und soll den Konkurrenzkampf im Tor anheizen sowie Stammkraft Niklas Kimmich in seiner Prüfungsphase vertreten.
Bersaglio ist mit dem gestärkten Kader optimistisch in die Rückrunde. „Wenn wir Tagesform haben, können wir als Mannschaft gegen jeden gewinnen, bis auf ein, zwei Mannschaften, die qualitativ besser besetzt sind“, sagt der Gerlinger Coach.
TSV Höfingen: Trainer Russo sieht sein Team konkurrenzfähig
Ein Aufschwung des FC könnte dem TSV Höfingen zum Verhängnis werden, der aktuell noch fünf Zähler Puffer auf den Abstiegsplatz hat. Trainer Marco Russo hadert mit der kurzen Winterpause, ist mit der Vorbereitung trotzdem zufrieden. Sein Team sieht er gut gewappnet für die Rückrunde, bis auf den zum SV Gebersheim zurückgekehrten Yannick Hueber bleibt die Mannschaft zusammen. Russo betont: „Es wird ein enges Rennen bis zum Schluss, das ist uns bewusst.“ Er verweist auf die Form seiner Mannschaft, die nur eines der letzten sieben Ligaspiele verloren hat. „Die Spiele haben gezeigt, dass wir konkurrenzfähig sind. Es wird ein schweres Unternehmen, aber wir sind zuversichtlich.“
TSV Flacht: Generalprobe muss schief gehen
Zuversichtlich ist auch Danny Konsek. Der Spielertrainer des TSV Flacht geht grundsätzlich mit einem guten Gefühl in die Rückrunde, die absolvierten Testspiele verliefen für seinen Geschmack ordentlich, wenngleich das Unentschieden gegen den SV Gebersheim II eine kleine Delle hinterlassen hat. „Aber wie sagt man so schön, die Generalprobe muss schief gehen, das haben wir mit Bravour gemeistert“, lacht Konsek.
Zur Verstärkung der zweitschwächsten Offensive der Liga (22 Tore) kommt in Kajeevan Sasikaran ein schneller Flügelspieler vom TSV Wiernsheim, Jonathan Zuber verstärkt zudem das defensive Mittelfeld. Stürmer Emmanuel Kamwiziku wird jedoch weiterhin ausfallen, „vier Wochen wird er noch mindestens brauchen“, erklärt Konsek. Trotz mehrerer Langzeitverletzter betont der Coach: „Der Kader ist sehr gut aufgestellt, um eine bessere Rückrunde zu spielen.“
Das Team soll zusammenbleiben
Die Zuversicht schlägt sich auch in der Zukunftsplanung beim TSV nieder: Neben Konsek und seinem Trainerkollegen Björn Wenninger haben auch der sportliche Leiter Ken Geiger und über 20 Spieler des aktuellen Kaders ihre Zusagen für die kommende Saison gegeben. In dieser will der TSV Flacht weiterhin in der Kreisliga A antreten.