Spitzenreiter Renningen um Leon Kottucz (2.v.li.) gab sich gegen den TSV Flacht wenig Blöße. Foto: Andreas Gorr

Erneutes Unentschieden für TSF Ditzingen und SV Leonberg/Eltingen II, TSV Höfingen verfällt in alte Muster, TSV Flacht unterliegt beim Spitzenreiter. Der 25. Spieltag.

Die Spvgg Warmbronn kann trotz Spielpause den vierten Tabellenplatz in der Fußball-Kreisliga A2 halten, da die TSF Ditzingen weiterhin einen Punkt hinter den Warmbronnern verbleiben.

 

Sie verlieren sogar den fünften Rang, denn es hat sich ein neuer Herausforderer im Kampf um die Top vier eingeschaltet: der SV Gebersheim. Dieser zieht nach Punkten mit den TSF gleich, aufgrund der um ein Tor besseren Differenz übernimmt der SVG Rang fünf der Liga. Die Ditzinger rutschen auf Platz sechs ab, diesen muss der TSV Flacht abtreten und ist Siebter.

SpVgg Renningen tut sich gegen TSV Flacht lange schwer

Der TSV Flacht eröffnete den Spieltag mit der denkbar undankbarsten Aufgabe, ein Gastspiel bei Primus SpVgg Renningen. Mit einem 0:3 kamen die Gäste noch glimpflich davon. In beiden Duellen kassierten die Flachter kombiniert vier Gegentore gegen den Spitzenreiter, nur die TSF Ditzingen (drei) stehen von allen Teams, die bereits zweimal gegen die SpVgg antraten, besser da. Flacht hat damit in zwei Duellen weniger Gegentore gegen die Renninger kassiert als Herbstmeister Drita Kosova Kornwestheim (fünf) oder der KSV Renningen (sechs) im Hinspiel.

Der TSV Flacht um Timeas Hetzer (li. konnte Leon Kottucz (re.) nur bis zur Pause verteidigen. Foto: Andreas Gorr

Bis zur Pause fiel kein einziges Tor, das hätte allerdings auch anders aussehen können, wie Renningens Trainer Michael Schürg erzählte. „Es hat sich relativ schwierig für uns gestaltet, weil wir unsere Torchancen in der ersten Halbzeit nicht genutzt haben“, sagte der frühere Drittliga-Knipser, der in der Saison 2013/14 mit 28 Treffern für den FC Nöttingen Torschützenkönig der Oberliga Baden-Württemberg wurde. „Fünf oder sechs hundertprozentige“ Torchancen zählte Schürg auf der eigenen Seite, dazu zwei auf der Gegenseite, sodass er froh war, am Ende nicht mit einem Rückstand in die Kabine zu gehen.

Michael Schürg haderte mit der eigenen Chancenverwertung. Foto: Andreas Gorr

Der Gast verteidigte mit zwei tiefen Ketten und ließ dem Spitzenteam wenig Räume, die sich ergebenden Möglichkeiten verschenkten die Hausherren leichtfertig. „Wir brauchten mehr Überzeugung“, betonte Schürg, diese fand sein Team nach dem Seitenwechsel. In der 53. Minute legte Cedric Wurmbrand einen Diagonalball per Kopf auf Leon Kottucz quer, aus fünf Metern gelang dem Renninger Top-Torjäger die Führung. Nur zwei Minuten später kam ein Ball vom linken Flügel, „Leon stand wieder goldrichtig und hat ihn reingemacht“, kommentierte Schürg das zweite Tor von Kottucz.

Gianluca Buchholz (re.) klärt vor Renningens Kapitän Lucas Benjamin Perez (2.v.re.). Foto: Andreas Gorr

In der 90. Minute fand dann ein Standard aus halbrechter Position Renningens torgefährlichen Verteidiger Julius Böhler, der den Endstand markierte. Im Hinspiel hatten die Renninger in Flacht nur einen Punkt geholt, auch im Rückspiel hatte der Tabellenführer Probleme mit der tiefstehenden Flachter Defensive. „Flacht hat es gut gemacht“, lobte Schürg, der auf die Ausfälle von wichtigen Stammkräften um Maik und Kevin Bauer oder Christopher Welsch auf Flachter Seite verwies. „Uns macht es kein Gegner mehr leicht, jedes Spiel ist für uns schwierig. Es war wichtig, dass wir nach dem Unentschieden in Ditzingen gewonnen haben“, resümierte der Trainer.

SV Leonberg/Eltingen II holt erneutes Unentschieden mit drei Toren

Für die TSF Ditzingen gab es ebenso wie für den SV Leonberg/Eltingen II derweil das zweite Unentschieden in Folge, die Teams trennten sich mit 3:3. Selbiges Ergebnis hatten die Leonberger bereits in der Vorwoche bei der Spvgg Weil der Stadt geholt, wo die Mannschaft zwei Rückstände egalisierte. Dieses Mal erwischten die Gastgeber den besseren Start, nach einem Eckball in der siebten Minute köpfte der großgewachsene Raphael Mandel die SV-Zweitvertretung in Führung. „Wir hatten Ditzingen im Griff“, fand Sebastian Kohler, dennoch fiel in der 27. Minute der Ausgleich. „Eine super Einzelleistung, da haben Dribbling und Abschluss gepasst, ein Traumtor“, kommentierte Kohler den Ausgleichstreffer von Ditzingens Kapitän David Schmitt.

Gabrijel Kolar (re.) erzielte sein siebtes Tor seit seinem Winterwechsel. Foto: Andreas Gorr

Kurz darauf gelang den Hausherren die erneute Führung, Winterneuzugang Gabrijel Kolar wurde in die Tiefe geschickt und traf von der Strafraumkante ins lange Toreck (35.). Beinahe hätte der SV seine Führung in die Pause mitgenommen, doch in der zweiten Minute der Nachspielzeit kam Ditzingen zum Ausgleich. Einen Freistoß von Spielertrainer Kevin Sturm, „saftig aufs Tor geschossen und leicht abgefälscht“, wie Kohler schilderte, führte zum Tor durch Noah Ihlenfeld. In der 55. Minute gingen die TSF dann durch einen weiteren Standard in Führung. Kevin Sturm scheiterte zunächst mit einem Strafstoß an Torwart Ole Haug, den Nachschuss ließ sich der Ditzinger jedoch nicht nehmen. Das Spiel nahm in der Nachspielzeit enorm an Fahrt auf, fünf gelbe Karten wurden allein nach der 90. Minute vergeben.

Ditzingens Spielertrainer Kevin Sturm sorgte auf dem Platz für Gefahr. Foto: Andreas Gorr

Hinzu kam auch der Ausgleichstreffer für den SV durch Julian Häusler. Nach einem ruhenden Ball kam er an den Ball, legte ihn sich auf den linken Fuß und schob zum späten Ausgleich ein (90.+8). Der Stammspieler der Landesligamannschaft half nach einem zehntägigen Urlaub in der Zweitvertretung aus und sicherte den späten Punkt. Beim Tor wurde TSF-Torwart Marco Kolb laut Kohler „minimal angegangen“, aufgrund seines harschen Protests handelte er sich die zweite gelbe Karte ein und flog in der letzten Minute vom Platz. Kohler gab jedoch zu, die Linie des Schiedsrichters über den Spielverlauf nicht immer verstanden zu haben. Am Ende teilten sich die Mannschaften die Punkte, für Kohler ein faires Ergebnis.

Julian Häusler (li.) traf spät zum Ausgleich. Foto: Andreas Gorr

„Hätten wir die erste Halbzeit besser ausgespielt, hätten wir vielleicht mit einem Zwei-Tore-Abstand in die Halbzeit gehen können. Die zweite Halbzeit geht an Ditzingen, deswegen ist eine Punkteteilung fair“, analysierte der SV-Trainer. Seine Mannschaft verpasste es, in Hälfte eins das Spiel zu entscheiden, trotzdem ist der Punkt für Kohler ein Gewinn. „Wir haben gegen Platz drei, vier und fünf nicht verloren“, meinte der Coach, der gegen den TSV Flacht am kommenden Wochenende nach sechs sieglosen Spielen wieder auf drei Punkte hofft.

Alte Muster: Chancenwucher des TSV Höfingen reicht nur zum Remis

Drei Punkte hätte der TSV Höfingen auch gern gegen den KSV Renningen eingefahren, am Ende reichte es jedoch nur zu einem 1:1. TSV-Trainer Marco Russo sah einen Rückfall in alte Muster, sein Team vergab erneut eine Vielzahl an Möglichkeiten vor dem Tor. „Das war leider nicht unser bester Tag, wir haben uns das Leben selbst schwergemacht“, seufzte der Höfinger Übungsleiter, dessen Team nach 22 Minuten in Rückstand geriet, Burak Karaer profitierte von einem Fehler in der Hintermannschaft des TSV. „Symptomatisch, wir verlieren zum x-ten Mal den Ball im Spielaufbau“, klagte der Trainer, der mit dem Rückstand in die Pause ging.

Immer noch die alten Sorgen für Marco Russo. Foto: Andreas Gorr

In der 55. Minute spielten sich die Höfinger gut durch, nach einer Flanke von links köpfte Raffaele di Muccio den Ausgleich für die Gastgeber. Beinahe hätten die Höfinger den Sieg noch auf ihre Seite gezogen, doch in der Nachspielzeit setzten sie einen vom Pfosten abgeprallten Ball über das leere Tor, es blieb beim Unentschieden. „Wir waren nicht so gut, wie wir hätten sein sollen und haben es dann auch nicht verdient“, resümierte Russo.

Dank Raffaele di Muccio (Mi.) holten die Höfinger noch das Unentschieden. Foto: Andreas Gorr

Ein Stück weit fühlte sich das Spiel im Vergleich zur Vorwoche nach einem Rückschritt an, die maue Chancenverwertung ärgert Russo, doch der Trainer meinte: „Es ist jetzt wie es ist.“ Er ist dennoch optimistisch, dass der Klassenerhalt noch geling und richtet den Blick nun nach vorn auf das nächste Spiel: „Jetzt müssen wir schauen, dass wir gegen den FC Gerlingen von Anfang an da sind und die drei Punkte holen.“

Weil der Stadt schlägt Gerlingen – Verlauf erinnert an Hinspiel

Diese Ausbeute blieb dem FC Gerlingen verwehrt, bei der Spvgg Weil der Stadt unterlag die Mannschaft mit 1:4. Besonders kurios: bereits zur Pause hatte Weil der Stadt alle eigenen Tore erzielt. Selbiges war bereits im Hinspiel passiert, damals gelangen den Städtern sogar sechs Treffer vor der Pause. Trainer Roland Haizmann fühlte sich an das Hinrundenduell erinnert, wenngleich das Spiel fußballerisch nicht zu vergleichen gewesen sei, wie der Spielertrainer aus Weil der Stadt bemerkte.

Roland Haizmann (li.) traf früh, musste aber auch früh aus dem Spiel. Foto: Andreas Gorr

Dennoch zeigte er sich äußerst zufrieden, verwies besonders auf die personelle Situation. Nachdem die zweite Mannschaft zur Winterpause hatte abgemeldet werden müssen, füllte Haizmann den Kader mit Spielern aus der dritten Mannschaft auf, deren Spiel beim SV Friolzheim daher ausfallen musste. Der stellvertretende Leiter der Fußballabteilung Adrian Strasser, der bereits in der Vorwoche eingewechselt werden musste, begann in der Startelf. Haizmann selbst begann in der Startelf und köpfte seine Mannschaft bereits in der siebten Minute nach einem Eckball in Führung, musste sich jedoch fünf Minuten später mit Wadenproblemen auswechseln.

Die nächste Gala: Mousa El Arkoubi (Mi.) schnürte einen Dreierpack. Foto: Andreas Gorr

Dennoch drehten die Städter nochmal auf, vor allem einer zeigte seinen Torhunger: Mousa El Arkoubi. Der beste Torjäger der Liga schnürte einen lupenreinen Hattrick noch vor dem Pausenpfiff. Aus halblinker Position traf er zunächst über den langen Innenpfosten (20.), kurz vor der Pause legte er nach einem Solo über den halben Platz nach (40.) und traf zwei Minuten später aus halblinker Position ins kurze Eck. Trainer Haizmann schwärmte von der individuellen Klasse seines Matchwinners. Die ersatzgeschwächte Spvgg zog sich in Hälfte eins auf dem breiten heimischen Rasenplatz in die eigene Hälfte zurück und überließ den Gästen den Ball. „Wir haben gesagt, wir lassen den Gegner erstmal spielen, lassen ihnen ihre Ballkontakte, aber sobald sie über die Mittellinie kommen, geben wir ihnen Feuer“, erklärte Haizmann den Plan. Dieses Vorgehen eröffnete seinem Team große Räume hinter der Abwehrkette, die El Arkoubi trefflich bespielte.

Niclas Moser zeichnete sich spät aus. Foto: Andreas Gorr

Vor dem Hintergrund der dünnen Personaldecke entstand in der Pause eine gelöste Stimmung, berichtete der Coach, die Stimmung wurde allerdings etwas zu gut, denn in der 48. Minute gelang Josip Kulijer nach einem Steckpass der Treffer für den FC Gerlingen. Beinahe gelang den Gästen ein zweites Tor, doch in der letzten Minute entschärfte Spvgg-Tormann Niclas Moser einen Elfmeter, es bleib beim 4:1. Mit den nächsten drei Punkten festigen die Keplerstädter ihren dritten Platz. Im Limbo zwischen dem 14 Punkte entfernten Platz vier und dem ungeliebten Aufstiegsplätzen geht es für Haizmann und sein Team nun darum, die Spielzeit sauber zu Ende zu bringen, wie der Trainer bekräftigte. Für den FC Gerlingen gilt es, in den kommenden Wochen die entscheidenden Punkte für den Klassenerhalt klarzumachen.

Drita Kosova Kornwestheim siegt deutlich in Möglingen

Der TV Möglingen rutscht dem Keller entgegen, steht nur noch sechs Punkte vor dem Relegationsplatz. Im Heimspiel gegen Drita Kosova Kornwestheim erhielt der TVM mit 1:7 eine deutliche Abreibung. Nur das 0:7 bei der SpVgg Renningen fiel höher knapp höher aus. Adrian Thaqi (4. Minute) und Dritas Spielertrainer Spetim Muzliukaj (10.) schienenfrüh die Weichen zu stellen, doch zwei Minuten nach Muzliukajs Treffer machte Julian Reiser mit seinem 13. Saisontor für den TV Möglingen das Spiel wieder eng. Trotzdem fiel die Vorentscheidung noch vor der Pause, TV-Keeper Florian Reichert legte sich das 1:3 in der 32. Minute selbst in die Maschen. Dritas Top-Torjäger Elvis Gashi traf in der 39. Minute, Spetim Muzliukaj legte in der fünften Minute der Nachspielzeit das 5:1 für den gestürzten Herbstmeister nach, es wurde deutlich. Eventuelle Aufbegehren der Möglinger erstickte Gashi nur vier Minuten nach Wiederanpfiff mit seinem 17. Saisontor. In der 73. Minute kam Dritas erfahrener Neuzugang David Müller, der unter anderem für den VfB Stuttgart II in der 3. Liga, in der Regionalliga für die Stuttgarter Kickers und den FC Schalke 04 II und in der Oberliga für die TSG Backnang und die SGV Freiberg aktiv war, zu seinem Debüt für Kornwestheim. Eine Minute später markierte Zermin Zekjiri den siebten Treffer für die Gäste und setzte damit den Schlusspunkt. Drita Kosova Kornwestheim hat nun die um einen Treffer bessere Offensive als Konkurrent Renningen, steht bei einem Spiel weniger aber weiterhin sieben Zähler hinter dem Tabellenführer.

Elf der Woche: Siegreiche Gebersheimer dominieren

Die FuPa-Elf der Woche wird am 25. Spieltag vom SV Gebersheim dominiert, mit Bernhard Kreis im Sturm, Hans Essig in der Abwehr sowie den Mittelfeldspielern und Torschützen Joas Rau und Philipp Hatzigeorgiou stellt der SV den größten Block. Dahinter folgt Spitzenreiter SpVgg Renningen mit drei Akteuren. Erneut steht Spielmacher Riccardo Ronny Bischoff hoch in der Gunst der Nutzer, ebenso wie Doppeltorschütze Leon Kottucz mit seinen Saisontoren 14 und 15 und Schlussmann Giovanni Daniel D’Aiuto, der in seinem 22. Einsatz bereits zum elften Mal die Null hielt.

Riccardo Ronny Bischoff (li.) lenkte das Renninger Spiel gegen den TSV Flacht. Foto: Andreas Gorr

Ergänzt wird die Spieltagself im Angriff von Dritas Doppelpacker Spetim Muzliukaj, Höfingens Verteidiger Axel Gehweiler und dem späten Punktretter Julian Häusler in der Verteidigung sowie Mittelfeldspieler Mousa El Arkoubi von der Spvgg Weil der Stadt, der nach seinem Dreierpack gegen den FC Gerlingen bei 26 Saisontoren steht.

Steigt Heimerdingen II nächste Woche ab?

Am 26. Spieltag muss die Spvgg Weil der Stadt bei den TSF Ditzingen antreten, die in ihrem frisch getauften Stadion zurück auf die Siegerstraße wollen. Die SKV Rutesheim II kann mit einem Heimsieg gegen den TV Möglingen diesen hinter sich lassen und weiteren Boden im Abstiegskampf gutmachen. Drita Kosova Kornwestheim empfängt die Spvgg Warmbronn, deren vierter Tabellenplatz weiterhin gefährdet ist.

Graziano Monteduro und dem TSV Heimerdingen II droht eine Vorentscheidung am kommenden Spieltag. Foto: Andreas Gorr

Der SV Leonberg/Eltingen II sucht beim TSV Flacht die Revanche für die deutliche Pleite im Hinspiel, auch der FV Gerlingen hat nach der Niederlage in der Hinrunde noch eine Rechnung mit dem TSV Höfingen offen, dieser kann mit einem erneuten Sieg große Schritte in Richtung Klassenerhalt machen. Besondere Brisanz birgt das Duell in Renningen, holt der TSV Heimerdingen II beim KSV keinen Dreier, steht die Zweitvertretung des Landesligisten rechnerisch als Absteiger fest.