Zahlreiche Zuschauer verfolgten das Spitzenspiel zwischen Drita Kosova Kornwestheim und der SpVgg Renningen mit Alim Kerim Göler (re.). Foto:  

Im Spitzenspiel der Kreisliga A2 verschärft der Verfolger aus Kornwestheim den Kampf um die Meisterschaft. Renningens Trainer Michael Schürg benennt den Grund für die Niederlage.

Das Spitzenspiel der Kreisliga A2 hätte den weiteren Saisonverlauf in zwei Richtungen kippen können. Ein Sieg des Spitzenreiters SpVgg Renningen hätte zur Vorentscheidung im Kampf um den Meistertitel führen können, ein Sieg des Tabellenzweiten Drita Kosova Kornwestheim hingegen hätte ein ganz neues Feuer ins Rennen bringen können.

 

Letzteres Szenario setzten die Gäste um, mit einem 3:2-Erfolg im Sportpark Stegwiesen rückt der Verfolger auf einen Zähler den Gejagten heran. Drita zeigte von Beginn an, dass man dem Primus den Meistertitel keinesfalls in Geschenkpapier überreichen wolle.

Früher Doppelschlag der Gäste – Eberhardt mit kuriosem Tor

Die Hausherren bekamen von Anfang an hohen Druck durch die Kornwestheimer, die bereits nach 11 Minuten durch einen Kopfballtreffer von Sermin Zekjiri in Führung gingen. Nachdem Renningens Kapitän Giovanni Daniel D’Aiuto einen gefährlichen Freistoß von Shaban Ismaili entschärfte, kassierte die SpVgg dennoch das zweite Gegentor. Elvis Gashi erhöhte nach einem Eckball (14.). „Zwei Gegentore, die wir sehr schlecht verteidigen. Dann wird es gegen so einen abgezockten Gegner für eine junge Truppe natürlich schwierig“, meinte Renningens Trainer Michael Schürg. Dennoch fand seine Mannschaft den Weg ins Spiel zurück, Justin Eberhardt gelang der Ausgleichstreffer mit einem strammen Schuss von außen, der mit einer außergewöhnlichen Flugbahn im Drita-Tor landete (33.).

Großer Jubel bei Sicheii Mulas nach seinem Tor zum Ausgleich Foto: Andreas Gorr

Im zweiten Durchgang schafften die Gastgeber sogar den Ausgleich, Sicheii Mulas traf auf Seiten der SpVgg (67.). Lange währte die Freude jedoch nicht, denn im direkten Gegenzug gelang Spetim Muzliukaj die erneute Führung. Der Kornwestheimer Spielertrainer fand sich völlig frei im Strafraum wieder, Schürg bemängelte: „Gegen einen Gegner mit dieser Qualität wird das direkt bestraft.“

Erfahrung entscheidet das Spiel

Der entscheidende Faktor war für Schürg der Erfahrungsunterschied, seine Startelf war im Schnitt sechs Jahre jünger als die des Gegners. Mit Verweis auf den vorentscheidenden Charakter der Partie sagte der Trainer: „Solche Spiele hast du in deiner Laufbahn nicht oft.“

Die Erfahrung von Trainer Michael Schürg fehlt seinem jungen Team. Foto: Andreas Gorr

Auf Seiten der erfahrenen Gegner sah Schürg deutlich mehr Spieler, die entsprechend bedeutungsschwere Spiele bereits absolviert hatte. Auch wenn seine Mannschaft laut Schürg Vollgas gab, nahm er sie in Phasen als etwas gehemmt wahr.

Drita-Kapitän Kreshnik Duraku (li.) staunt über die Ballbehandlung von Matthias Stahl (re.) Foto: Andreas Gorr

Dennoch zollte der Trainer seinem Team Respekt. „Nach dem 0:2 waren wir stehend k.o., aber wir sind trotzdem über uns hinausgewachsen“, sagte der Renninger Coach. Mit nur noch einem Zähler Vorsprung auf den zweiten Platz fühlt er sich jedoch nicht mehr unter Druck als zuvor. „Mir war immer klar, dass es wahrscheinlich so kommen wird, dass wir mal ein Spiel verlieren oder Unentschieden spielen. Wenn man das vorher auf dem Schirm hat, gibt es keine Überraschungen“, äußerte Schürg.

Schürg prognostiziert Spannung bis zum Schluss

Mit noch drei ausstehenden Spielen bekräftigt der Trainer seine Prognose: „Die Meisterschaft wird am letzten Spieltag entschieden.“ Doch Schürg gibt sich gelassen, die sehr gute Ausgangslage seiner Mannschaft sei nun immer noch eine gute. „Wir haben es selbst in der Hand und müssen auf niemanden hoffen“, erklärt er.