In der Hinrunde mischte der TSV Münchingen II (li. Sebastian Kucelj im Spiel gegen den SV Gebersheim) noch in der Kreisliga mit. Foto: Andreas Gorr

Der Rückzug des TSV Münchingen II aus der Kreisliga A2 wirkt sich auf den Abstiegskampf aus. Ob es überhaupt einen Absteiger gibt, wid weiter oben entschieden.

Abstiegskampf bedeutet Spannung, oft bis zur letzten Sekunde. In der Fußball Kreisliga A2 könnten die Fans im Saisonendspurt jedoch vor unspektakulären Wochen stehen.

 

Noch Ende Februar tobte der Kampf um die Rettung im Tabellenkeller, vom SV Gebersheim bis zum FC Gerlingen war das Gedränge groß, sogar der TSV Heimerdingen II witterte noch Chancen, sich retten zu können.

Trainerentlassung brachte den Stein ins Rollen

Dann knallte es beim TSV Münchingen, der damalige Bezirksliga-Spitzenreiter entließ Trainer Sahin Üste, fast die komplette Mannschaft trat zurück – ebenso wie Gianluigi Rufrano, der bis dato Münchingens zweite Mannschaft trainierte. Der TSV zog die Akteure der Zweitvertretung in den Bezirksligakader hoch, das Kreisliga-Team stand folglich ohne Trainer und Spieler da. Nach drei Spielabsagen folgte der Rückzug der Mannschaft aus der Kreisliga A, mit offener Zukunft für die kommende Saison, in welcher eine mögliche neue Mannschaft den Neustart in der Kreisliga B antreten müsste.

Die Entlassung von Sahin Üste schlug hohe Wellen. Foto: Baumann/Hansi Britsch

Nun ist es allerdings fraglich, ob dieses Schicksal neben den Münchingern überhaupt eine zweite Mannschaft aus der Kreisliga A2 treffen wird. Das Spielsystem des Württembergischen Fußballverbandes regelt Auf- und Abstiege. Die derzeitigen Bezirksligisten TSV Münchingen, TSV Heimsheim, TSV Merklingen und TSV Schwieberdingen würden im Falle eines Abstiegs der Kreisliga A2 zugeordnet.

Rechenspiele in der Bezirksliga – gibt es womöglich keinen Absteiger?

Während für Münchingen und Heimsheim allenfalls theoretische Risiken bestehen, stecken Merklingen und Schwieberdingen noch im Keller fest. Steigt einer der beiden ab, wird die Kreisliga zwei Absteiger, Münchingen II inkludiert und einen Relegationsplatz haben. Müssen beide Teams runter, kommen zu den Münchingern noch zwei weitere Absteiger. Bleiben jedoch, wie aktuell, beide Mannschaften bezirksklassig, wird die A2 nur einen Abstiegs-Relegationsplatz erhalten, welcher aktuell dem TSV Heimerdingen II sicher zu sein scheint.

So tief rutschen Tobias Germanus und seine SKV Rutesheim II wieder in den Abstiegskampf. Foto: Andreas Gorr

Der Rückzug und die Annulierung aller Ergebnisse des TSV Münchingen II traf auch einige Kontrahenten. Herbstmeister Drita Kosova Kornwestheim, der beide Duelle mit dem TSV gewannen, verlor sechs Punkte, ebenso wie die SKV Rutesheim II. Damit rutscht die zweite Mannschaft der Rutesheimer wieder tief in den Abstiegssumpf. Vor dem 21. Spieltag hat die SKV nur zwei Zähler Vorsprung auf den KSV Renningen, der den Relegationsplatz belegt und Rutesheim mit einem Sieg im direkten Duell hinter sich lassen könnte. „Wir stecken jetzt richtig drin“, betont Tobias Germanus, der Trainer der SKV-Zweiten steht vor wichtigen Entscheidungsspielen. Den direkten Abstieg hat Germanus jedoch abgeschrieben, der Abstand sei zu groß. „Es geht nur noch um den Relegationsplatz, wir wollen auf keinen Fall dort landen“, stellt Germanus klar. Die Moral seiner Spieler sei aber nicht getroffen, man habe sich auf den Punktabzug eingestellt.

Für manche spielt der Rückzug keine große Rolle

Auch der SV Gebersheim steckt weiterhin im Abstiegskampf, bekam drei Punkte abgezogen. Trainer Kai Liedtke beschäftigt das jedoch kaum. „Ich hatte damit gerechnet, dass die Abmeldung erfolgen wird“, sagte der SV-Coach. Ein Absteiger stehe damit fest, was für alle anderen Teams im Tabellenkeller das größere Thema sei, meinte er.

So what? Gebersheim-Trainer Kai Liedtke beschäftigt der Münchinger Rückzug kaum. Foto: Andreas Gorr

Michael Schürg, Trainer von Tabellenführer SpVgg Renningen, beschäftigt sich ebenfalls wenig mit den Auswirkungen des Rückzuges, er stört sich allerdings an einer möglichen Wettbewerbsverzerrung. „Das sollte eigentlich nicht passieren. Wenn man zwei Mannschaften meldet, sollte man zwei Mannschaften stellen können“, sagt Schürg.

Flachts Spielertrainer Danny Konsek (li.) hat trotz entschärftem Abstiegskampf noch etwas vor. Foto: Andreas Gorr

Auch Danny Konsek, Trainer des TSV Flacht, sieht „gefühlt nur noch den Kampf um den Relegationsplatz“, auch mit Blick auf die Bezirksliga. Er sagt: „Gerade ist die Situation nicht mehr so brenzlig, man kann sorgenfreier rangehen“. Einen fehlenden Reiz fürchtet aber nicht. „Wir wollen nicht um die goldene Ananas spielen“, betont Konsek, der nun die obere Tabellenhälfte angreifen will. Die Liga bleibt also doch noch spannend.