Die SpVgg Renningen schlug das zuvor unbesiegte Team Drita Kosova Kornwestheim überraschend deutlich mit 5:2. Trainer Michael Schürg erklärt, warum er zurückhaltend bleibt.
Eine Woche nach dem Unentschieden gegen die Spvgg Warmbronn kassiert Primus Drita Kosova Kornwestheim die erste Saisonniederlage, diese fällt deutlich aus. Vom ärgsten Verfolger SpVgg Renningen bekommen die sonst so defensivstarken Kornwestheimer fünf Treffer eingeschenkt.
Michael Schürg, Trainer des Bezwingers aus Renningen, lobte: „Wir konnten das, was wir uns vorgenommen haben, fast alles auf dem Platz bringen und haben dann hochverdient gewonnen, waren klar die bessere Mannschaft. Da muss ich meiner Truppe ein Kompliment machen, das war so, wie wir uns das eigentlich immer vorstellen.“ Auch in der Höhe sah er das Ergebnis als verdient an, es hätte deutlicher sein können, aber für Schürg gehe das Ergebnis in Ordnung.
Justin Eberhardt eröffnete den Reigen mit einem direkten Freistoß-Tor in der 24. Minute, was auch den Halbzeitstand darstellte. Kurz nach der Pause bediente Kaan Ekmen Cedric Wurmbrand per Steckpass, der, wie Schürg erzählte, in seinem ersten Spiel als Stürmer sein erstes Saisontor erzielte (48.). Aufgrund von krankheitsbedingten Ausfällen hatte Schürg seine Mannschaft umbauen müssen, was Wurmbrand in den Sturm beförderte. Alim Göler erzielte drei Minuten nach seiner Einwechslung das 3:0 per Abstauber (54.). Ein abgefälschter Weitschuss von Leon Kottucz nach einem Eckball sorgte in der 70. Minute für das 4:0 für die Gäste, die das Spiel gänzlich unter Kontrolle hatten.
Drei Minuten später erzielte Riccardo Ronny Bischoff das 5:0, das sein Trainer als „das Tor des Tages“ bezeichnete. Nach einer Ballannahme mit der Brust rund 40 Meter vor dem Tor lief Bischoff zunächst ein paar Meter weiter, bevor er den hüpfenden Ball in den rechten Torwinkel jagte. „Ein bisschen Tor des Monats“, fand Schürg. Defrim Trena kam in der 76. Minute nach einem Eckball zum Torerfolg, Elvis Gashi verwandelte in der ersten Minute der Nachspielzeit den zweiten Kornwestheimer Elfmeter der Partie. Den ersten hatte Renningens Schlussmann Giovanni Daniel D´Aiuto beim Stand von 1:0 pariert.
Trainer Schürg bleibt bescheiden
Schürg betonte, der große Kader, den er auf einem einheitlichen Niveau sah, habe geholfen, die Krankheit einzelner Spieler zu kompensieren. Für ihn ist klar: „Wenn wir 100 Prozent Leistung abrufen, ist es schwierig, gegen uns zu gewinnen.“ Von Einsatz und Leidenschaft attestierte der Trainer seinem Team gar 120 Prozent. „Von dem, was wir spielen können, waren wir vielleicht auch bei etwa 90 Prozent. Es gibt natürlich immer wieder etwas zu verbessern, man muss aber auch mal mit dem zufrieden sein, was an so einen Tag geliefert wurde“, sagte Schürg, der betonte, stolz auf seine Mannschaft zu sein. Trotz der deutlichen Abreibung will Schürg aber keine offensive Kampfansage an den Gegner formulieren. Er betont, dass seine Mannschaft nach der Rückkehr in die Kreisliga wieder mehr lokale Gegner hat, spielte auf die erhöhte Derby-Dichte an.
Jedes Spiel ein Derby – Kornwestheim im Vorteil
„Für uns ist eigentlich jedes Spiel ein Derby, der Gegner ist bis in die Haarspitzen motiviert und wirft sich in alles rein. Jedes Spiel ist schwierig, wir müssen in jedem Spiel arbeiten.“ Den Derby-Charakter hat Kornwestheim nicht, die nur gegen Möglingen ein direktes Nachbarschaftsduell ausfechten müssen. Renningen dagegen hat nicht nur den KSV als Gegner im selben Ort, sondern aus den Nachbarorten Weil der Stadt, Warmbronn, Leonberg und Rutesheim gleich vier Teams in der Liga.
Mit Verweis auf die Niederlage in Weil der Stadt und das Unentschieden in Flacht bekräftigte Schürg: „Das ist alles kein Selbstläufer. Wenn wir nicht an unsere Leistungsgrenze gehen, sind auch wir schlagbar.“ Schlagbar war aber an diesem Spieltag vor allem Drita Kosova Kornwestheim, das jedoch aufgrund des leicht besseren Torverhältnisses weiterhin Erster bleibt. Doch die Meisterschaft und der damit verbundene Aufstieg in die Bezirksliga ist noch nicht entschieden.