Der Tabellenführer macht bereits am drittletzten Spieltag der Saison sein Meisterstück. Derweil wird im Tabellenkeller die Plattenhardter Siegesfreude durch ein Sportgerichtsurteil getrübt und feiert die Spvgg Möhringen einen Joker, der dreifach trifft.
Die Entscheidung an der Spitze der Kreisliga-A-Staffel 2 ist gefallen: Der TV Echterdingen II, der ohnehin schon mit eindreiviertel Beinen in der Bezirksliga stand, hat mit einem 4:1-Sieg gegen den FSV Waldebene Stuttgart-Ost am Pfingstmontag endgültig alle Zweifel beseitigt und den Titelgewinn klar gemacht. Eine offene Frage gibt es nun noch im Tabellenkeller: Wer wird der dritte Absteiger nach dem SV Özvatan Stuttgart und dem TSV Rohr II? Fünf Mannschaften bangen noch, darunter der TSV Plattenhardt II, dessen Situation sich durch ein Sportgerichtsurteil verschärft hat.
TV Echterdingen II – FSV Waldebene Stuttgart-Ost 4:1
Bei neun Zählern und 32 Toren Vorsprung vor den verbleibenden drei Spielen war eigentlich schon klar, dass sich der TV Echterdingen II den Meistertitel und den Aufstieg in die Bezirksliga nicht mehr nehmen lassen wird. Mit ihrem 4:1 haben die Gelb-Schwarzen nun aber endgültig den Deckel draufgemacht, und das ausgerechnet im direkten Duell mit dem FSV Waldebene Ost, ihrem über weite Strecken der Saison hartnäckigsten Widersacher. „Wir sind froh, dass wir jetzt durch sind, aber wir werden uns in den verbleibenden zwei Spielen nicht hängen lassen, weil zumindest einer unserer ausstehenden Gegner ja noch im Abstiegskampf steckt“, sagt der Trainer Martin Kittelberger. Eine erste spontane Titelfeier gab es nach dem Spiel in einem Biergarten, eine größere Sause wird dann noch folgen.
Der Zufall wollte es dabei so, dass der Titel nicht nur im Gipfeltreffen vergeben wurde, sondern auch unter Anwesenheit des Echterdinger Ex-Trainers Christopher Eisenhardt, der heute beim Gegner unter Vertrag steht. Von 2018 bis 2020 war er in den Goldäckern für die erste Mannschaft verantwortlich, ehe er über die Zwischenstation TSV Bernhausen den Weg in den Stuttgarter Osten fand.
„Sie haben sich im aktuellen Spiel den Sieg verdient – und insgesamt auch den Meistertitel, weil sie die konstanteste Mannschaft waren“, sagt Eisenhardt mit Blick auf das jetzige Gewinnerteam. In der nächsten Saison will er dann mit seinem Aufgebot neu vorne angreifen. Gespräche mit interessanten Kandidaten, die den Kader in der Breite, aber auch in der Spitze verstärken sollen, laufen bereits.
Tore: 1:0 Kienzle (2.), 2:0 Steyer (53.), 3:0 Steyer (60.), 4:0 Cesareo (69.), 4:1 Renner (82., Foulelfmeter)
Besonderes: –
TSV Plattenhardt II - SV Özvatan Stuttgart 8:1
Bei den Plattenhardtern wird die Freude über den klaren 8:1-Erfolg gegen das Schlusslicht Özvatan durch eine Hiobsbotschaft aufgewogen: So hat das Sportgericht den 4:1-Sieg gegen den TSV Jahn Büsnau vom 23. April nachträglich in eine 0:3-Niederlage umgewandelt, was im Abstiegskampf extrem schmerzt. Der Grund? Den Filderstädter Verantwortlichen ist ein Fauxpas unterlaufen: Zum Einsatz kam in der damaligen Dienstag-Begegnung der Angreifer Alperen Albayrak aus der ersten Mannschaft, der am Sonntag zuvor noch im Bezirksliga-Team gekickt hatte. Nach den Statuten hätten jedoch mindestens zwei komplette Tage zwischen einem solchen Wechsel liegen müssen. „Wir haben einen Fehler gemacht und haben dem Bezirk unsere Sicht der Dinge mitgeteilt, aber es hat nichts genützt“, sagt der Trainer Marcel Palföldi. Klar ist nun, dass das Urteil rechtskräftig ist und den Seinen plötzlich drei Zähler abhanden gekommen sind. „Das einzig Gute ist, dass wir uns mit sechs Punkten aus den verbleibenden beiden Spielen immer noch selbst retten können“, sagt Palföldi. Abschließende Gegner sind der TSV Heumaden und der SV HNK Slaven Stuttgart.
Gegen Özvatan, aufgrund des zeitgleich stattfindenden Pfingstturniers im Weilerhau vor einer Rekordkulisse, trafen Daniel Schlecht dreimal und Marco Klock sowie Patrick Neumann je zweimal. Palföldi: „Wir hatten Chancen für 16 Tore und hätten uns locker die sechs Treffer zurückholen können, die wir durch das Urteil verloren haben.“
Für den Gegner, der schon seit Wochen als Rückkehrer in die Kreisliga B feststeht, war es im 26. Saisonspiel die 23. Niederlage, allerdings nicht die höchste. Zu Buche stehen auch schon ein 1:12, 2:12 und 1:10.
Tore: 1:0 Lauxmann (1.), 2:0 Schlecht (10.), 3:0 Neumann (12.), 4:0 Schlecht (13.), 5:0 Neumann (18.), 5:1 Demir (21.), 6:1 Klock (5.), 7:1 Klock (80.), 8:1 Schlecht (86.).
Besonderes: –
KV Plieningen – Spvgg Möhringen 0:4
Wegen Verletzungen und Krankheiten hatten die Gastgeber im Körsch-Derby mit großen Personalproblemen zu kämpfen. In der Not musste der Ersatzkeeper Florian Horn als Feldspieler ran, während auf der Bank ausschließlich Spieler saßen, die zuvor schon 90 Minuten in der zweiten Mannschaft absolviert hatten. „Wir kommen so langsam auf dem Zahnfleisch daher und sind froh, wenn die Saison vorbei ist, auch wenn wir insgesamt eine überragende Runde gespielt haben“, sagt der Plieninger Trainer David Gzim. Zuletzt ging seinem Team etwas die Luft aus: Drei Niederlagen mit insgesamt 13 Gegentoren sind die jüngste Bilanz der Gzim-Mannschaft, die zwischenzeitlich sogar Rang zwei belegt hatte.
Bei den Möhringer Gästen mischt sich derweil einige Ernüchterung in den Freudenkelch über den unerwarteten 4:0-Auswärtssieg. Auf der einen Seite sammelten die Möhringer einen ganz wichtigen Dreier im Kampf gegen den Abstieg und feierten zudem ihren Youngster als Mann des Tages: Nils Munz, eigentlich noch A-Jugendspieler, wurde nach einer halben Stunde eingewechselt und erzielte bei seinem fünften Einsatz bei den Männern seine Saisontore Nummer sechs bis acht. Andererseits musste sich der Trainer Tobias Fuchs über die späten Platzverweise von Etienne Friedrich mit glatt Rot sowie Benedikt Ender mit Gelb-Rot ärgern. Der eine beging ein Revanchefoul, der andere beschwerte sich zu lautstark beim Schiedsrichter. „Die beiden Aktionen sind nicht gut für uns, trotzdem ändert sich an unserer Zielsetzung nichts. Wir wollen sechs Punkte aus den beiden letzten Spielen und uns dadurch retten“, sagt Tobias Fuchs.
Einstweilen bleibt sein Team Drittletzter, wegen der schlechteren Tordifferenz knapp hinter dem punktgleichen TSV Plattenhardt II. Es folgen nun noch die Partien gegen den ebenfalls gefährdeten SV Sillenbuch II sowie bei Makedonija Stuttgart.
Tore: 0:1 Munz (45.), 0:2 Munz (58.), 0:3 Munz (65.), 0:4 Ender (87.)
Besonderes: rote Karte für Friedrich (Möhringen, 84./Revanchefoul); Gelb-Rot für Ender (Möhringen, 90.)
MK Makedonija Stuttgart – TSV Heumaden 5:4
Großes Aufatmen bei Makedonija: Nach zuletzt sieben Heimspielen ohne Sieg (fünf Niederlagen, zwei Remis) gelang auf der eigenen Scholle endlich wieder ein Dreier. Zuletzt war dies Anfang November gegen den SV Özvatan der Fall gewesen. „Wir spielen in den vergangenen Wochen etwas befreiter und konsequenter“, sagt der Trainer Zhivko Kolev, für dessen Mannschaft es dafür auswärts zuletzt umso besser geklappt hatte. Einer der Hauptgaranten für den Aufschwung: der Mittelfeldmann Thomas Genter, der in den vergangenen vier Spielen sechsmal traf und nun bei insgesamt 15 Saisontoren steht.
Der TSV Heumaden war am Pfingstwochenende derweil einer der Clubs, die in personeller Hinsicht „Land unter“ melden mussten. Insgesamt 14 (!) Akteure der ersten Mannschaft fehlten den Gästen aus unterschiedlichsten Gründen. Deshalb musste sogar das Spiel der Reserve abgesagt werden, damit die „Erste“ mit drei Stammspielern und zehn Aushilfen überhaupt antreten konnte. „Angesichts dieser Umstände war es schon ein Wunder, dass wir uns überhaupt so gut geschlagen haben“, sagt der Trainer Adnan Shakir Mannan. Seine Einschätzung: „Fünf Minuten länger, und wir nehmen hier sogar einen Punkt mit.“
Tore: 1:0 Mitrov (9.), 2:0 Genter (12.), 2:1 Timmerevers (38.), 3:1 Genter (50.), 3:2 Kryezin (58.), 4:2 Ljupco Kolev (63.), 4:3 Rodrigues (74.), 5:3 Mihajlovic (77.), 5:4 Kryezin (84.)
Besonderes: –
TSV Rohr II – Spvgg Stetten 2:4
Beim bereits als Absteiger feststehenden TSV Rohr II stand das vorletzte Spiel in der Kreisliga A unter dem Aspekt „Verabschiedung“. Der Trainer Dominik Ruf, der kickende Spielleiter Taddäus Ebert und der Kapitän Erik Epple wurden verabschiedet, weil sie ihre Karriere beenden beziehungsweise andere Aufgaben im Verein übernehmen. In dieser Woche wird nun der wie berichtet neue Trainer Vasco Monteiro der Mannschaft vorgestellt.
Epple wird dann schon beim abschließenden Kellerduell am 2. Juni gegen Özvatan fehlen. „Er ist ein riesengroßer Borussia-Dortmund-Fan und will unbedingt am Tag zuvor beim Champions-League-Finale in London mit dabei sein“, berichtet Ebert.
Bei den Gästen aus Stetten sagt der Trainer Erdinc Cakir nach dem 4:2-Erfolg: „Wir sind mit der Gesamtentwicklung der Mannschaft in dieser Saison sehr zufrieden, auch wenn sich das von den Punkten und der Platzierung her nicht ganz so darstellt, wie wir uns das gewünscht hätten und wie es auch möglich gewesen wäre.“ Klar ist bereits, dass es zur neuen Saison zwei Rückkehrer geben wird: Julian Bega, der sein bislang letztes Spiel vor seinem Schien- und Wadenbeinbruch im November 2022 absolviert hat, und Sebastian Koksch, der nach einem längeren Auslandsaufenthalt wieder auf der Weidacher Höhe einsteigt.
Tore: 0:1 Tobias Hock (5., Foulelfmeter), 0:2 Erhardt (22.), 0:3 Tobias Hock (59.), 1:3 Litterst (70.), 2:3 Epple (75.), 2:4 Schraitle (89.)
Besonderes: –
SV Sillenbuch II – SV HNK Slaven Stuttgart 4:1
Der Sillenbucher Trainer Necmi Keskin ist froh, dass am Pfingstwochenende nicht alles so gelaufen ist, wie er sich das vorgestellt hatte: Eigentlich wollten die Sillenbucher Verantwortlichen das Spiel auf einen späteren Zeitpunkt verlegen, weil mehrere Spieler als Jugendtrainer bei einem Pfingstturnier in Bayern unterwegs waren. Dieses Vorhaben scheiterte am Veto der Gäste. Das Ergebnis: Die Gastgeber holten mit einem 4:1 dennoch drei höchst wichtige Zähler im Abstiegskampf. „Wenn wir jetzt noch unser Endspiel am nächsten Sonntag in Möhringen gewinnen, sind wir durch“, weiß Keskin.
Vom aktuellen Gegner kommt derweil ein großes Lob. „Die fairste Mannschaft und die beste Auswärtsatmosphäre der gesamten Saison“, sagt der Slaven-Fußballchef Christian Kera mit Blick auf die Sillenbucher – und erteilt zugleich eine Rüge ans eigene Team: „Wir dachten eigentlich, dass wir unsere Probleme im Abschluss überwunden haben, aber sie waren schon wieder da. Eigentlich hätte dieses Spiel 5:5 ausgehen müssen und nicht 4:1 für Sillenbuch.“ Warum die Gäste dem Verlegungswunsch ihres Kontrahenten nicht zugestimmt haben, erläutert er auch: „Am Wochenende haben wir immerhin zwölf einsatzfähige Leute zusammen gekratzt. An einem Nachholtermin unter der Woche würden wir aufgrund beruflicher Verpflichtungen keine acht stellen können“, sagt Kera.
Tore: 0:1 Mijic (5.), 1:1 Demirez (35.), 2:1 Nkamanyi (59.), 3:1 Schuler (62.), 4:1 Cimino (86.)
Besonderes: –
TSV Jahn Büsnau – FV Germania Degerloch 4:2
Bereits am vergangenen Donnerstag. Siehe hier.