Der TSV Jahn Büsnau hat ersatzgeschwächten Plieningern ordentlich eingeschenkt. Im Bild rechts: der Führungstorschütze Philipp Neils. Foto: Günter Bergmann

Der TSV Jahn Büsnau steht zur Saisonhalbzeit an der Spitze. Ein Aufsteiger überrascht als Zweiter die ganze Liga. Und die Torfabrik der Staffel kommt groß auf Touren, nachdem zunächst die Lichter ausgegangen sind.

Die letzten Spiele in diesem Kalenderjahr sind gespielt und haben die Tabelle der Staffel 2 der Fußball-Kreisliga A Stuttgart/Böblingen enger zusammenrücken lassen. Von Platz zwei bis acht sind es nur sechs Punkte. Herbstmeister ist wie inzwischen erwartet der TSV Jahn Büsnau. Auf dem Relegationsplatz steht ein überraschender Aufsteiger. Weiter geht es erst in drei Monaten, am 9. März. Der Blick auf die Begegnungen des aktuellen 15. Spieltages.

 

TSV Jahn Büsnau – KV Plieningen 6:2

Die Winterpause kommt, aus Sicht von Büsnaus Spielertrainer Dominik Lenhardt zum unpassenden Zeitpunkt. „Ich hätte gerne noch länger gespielt. Wir hatten gerade einen Lauf“, sagt Lenhardt, der das Team zusammen mit Marc Molinus betreut. Der Tabellenführer hat mit dem 6:2 gegen Plieningen insgesamt fünf Siege in Serie eingefahren und seit sieben Spielen nicht mehr verloren. Die Folge: Platz eins. Die Büsnauer sind Herbstmeister. Entsprechend wurde am Wochenende gefeiert. „Nur ganz klein, aber es war schon ein Vorgeschmack, wie groß die Feier nach der Saison sein könnte“, sagt Lenhardt.

Gegen den KV Plieningen hatten die Seinen in der Anfangsphase mehr Glück. Zwei Tore, zwei Treffer, die so auch auf der anderen Seite hätten fallen können. So aber führten die Gastgeber dann dank eines Eigentores zur Halbzeit sogar bereits mit 3:0. Mehr noch: Der Gegner musste in den ersten 45 Minuten dreimal aufgrund von Verletzungen (Torsten Dörre, Noah Felthaus, Alessandro Vittola) wechseln. Dazu kam, dass der Torhüter Senan Licina nach der Pause nicht mehr weiter machen konnte und der als Feldspieler aufgebotene gelernte Keeper Florian Horn wieder zwischen die Pfosten wechseln musste. „Sie hatten viel Pech. Ich denke, im März wird eine andere Plieninger Mannschaft auf dem Feld stehen, deshalb sollten wir den Sieg nicht überbewerten“, sagt Lenhardt.

Folglich ist die Gefühlswelt bei den Gästen eine ganz andere. „Wir sind froh, dass die Winterpause jetzt da ist“, sagt deren Trainer David Gzim. Die Verletzten, die lange angeschlagen durchgezogen haben, haben nun viel Zeit, sich zu erholen. „Gegen Büsnau war es einfach ein gebrauchter Tag“, sagt Gzim und freut sich schon auf die Revanche zum Rückrunden-Auftakt: „Da können wir es gleich wieder besser machen.“ Dann muss der Tabellensiebte die vermeidbaren Fehler vor Gegentoren abstellen, um gegen die Topteams zu bestehen.

Tore: 1:0 Neils (2.), 2:0 Hornung (5.), 3:0 Ferrari (44., Eigentor), 4:0 Schneider (65.), 4:1 Schuchardt (70.), 5:1 Specht (74.), 5:2 Karas (80.), 6:2 Kuhl (83.)

Besonderes: –

Spvgg Möhringen – TSV Heumaden 2:4

Verlieren verboten, lautete das Motto des TSV Heumaden vor dem Kellerduell in Möhringen. Und die Gäste haben sich daran gehalten. Sie siegten sogar und verkürzten damit den Abstand zum Gegner auf nur einen Punkt. „Die Situation ist jetzt entspannter“, sagt der Trainer Adnan Shakir Mannan. Das Nachholspiel vom vergangenen Dienstag (3:1 gegen Sportfreunde Stuttgart) hinzugerechnet, hat sein Team im Jahresendspurt wichtige sechs Zähler geholt. „Uns war klar, dass die Hinrunde schwierig wird, mit den ganzen Verletzten – aber wir wissten auch, dass, wenn alle zurück sind, wir keine Mannschaft sind, die dort unten hingehört. Das wollen wir in der Rückrunde beweisen“, sagt Mannan.

Mit einem Doppelschlag brachten Ardi Kryezin und Emmanuel Nager die Gäste in der zweiten Hälfte in Führung. Maximilian Bauer erhöhte zehn Minuten später auf 3:0. „Dann haben wir leider zwei Gänge zurückgeschalten“, sagt Mannan. Ercan Cakir und Denis Agovic verkürzten und machten den Möhringern noch einmal Hoffnung – ehe erneut Kryezin, der nach seinem schweren Zusammenprall unter der Woche wieder fit war, das 4:2 erzielte. „Das war dann der Nackenschlag für uns“, sagt der Möhringer Trainer Tobias Fuchs.

Der Ärger über die verpasste Chance, den Abstand auf die Abstiegsränge zu vergrößern, ist bei Fuchs inzwischen allerdings schon verflogen. „Dann ist es halt so. Im März haben wir die Chance, es auszubessern“, blickt er bereits auf den Auftakt zur Rückrunde im kommenden Jahr. Dann geht es gleich erneut gegen Heumaden.

Tore: 0:1 Kryezin (50.), 0:2 Nager (51.), 0:3 Bauer (64.), 1:3 Cakir (67.), 2:3 Agovic (71.), 2:4 Kryezin (81.)

Besonderes: –

FV Germania Degerloch – SV HNK Slaven Stuttgart 2:2

Igor Kantar ist froh, dass die Hinrunde vorbei ist. „Das war wirklich eine Seuchensaison bislang. Wir haben jetzt drei Monate Zeit, Lösungen für unsere Probleme zu finden“, sagt der Trainer des SV HNK Slaven Stuttgart. Immer wieder gehe die Spannung innerhalb des Spiels seiner Mannschaft verloren. So wie nun auch in Degerloch, als die Gäste nach einer 1:0-Führung wieder vom Gas gingen. „Das ist eine reine Kopfsache“, sagt Kantar. Mit viel Leidenschaft erkämpfte der Gegner sich erst den Ausgleich und ging dann seinerseits in Führung.

Beim 1:1 zeigte Armin Pakdel vollen Körpereinsatz und blockte einen Befreiungsschlag des Slaven-Keepers Bojan Sazdovski mit der „gefährlichen männlichen Körperregion“, wie es dessen Trainer Christian Bernhagen ausdrückt, ins Tor. Mit Schmerzen musste Pakdel daraufhin ausgewechselt werden. Das darauf folgende Führungstor von Fabio Felipe Moreira Pereira war alles andere als unverdient.

Erst danach wachte der nun Tabellenneunte Slaven wieder auf und erzielte durch Ilija Juric den Treffer zum Endstand. Die Chance auf mehr ließ der Kapitän Dino Dzakmic liegen. Er verschoss einen Elfmeter. Dzakmic bestritt nach fast drei Monaten Pause mal wieder ein Spiel für seine Mannschaft.

„Wir sind froh, dass wir endlich mal wieder punkten konnten“, sagt der Degerlocher Coach Bernhagen nach zuletzt drei Niederlagen in Folge, fügt aber an: „Wir sind dennoch absolut unzufrieden mit der Hinrunde. Wir hatten eine extreme Rotation im Kader, weshalb es schwierig war, sich einzuspielen. Wir werden an den richtigen Stellschrauben drehen und Veränderungen in der Mannschaft vornehmen.“

Die Degerlocher stehen mit 13 Punkten aktuell auf dem Abstiegsplatz 13. Der Rückstand auf den sicheren Platz elf beträgt jedoch nur zwei Punkte.

Tore: 0:1 Juric (47.), 1:1 Pakdel (49.), 2:1 Moreira Pereira (66.), 2:2 Juric (69.)

Besonderes: Arnatovic (Degerloch) wehrt Foulelfmeter von Dzakmic ab (71.).

SV Hoffeld – TSV Dagersheim II 8:1

Was für eine Hinrunde des Aufsteigers: Der SV Hoffeld gewinnt gegen Schlusslicht Dagersheim hochverdient das vierte Spiel in Folge und springt damit zur Winterpause auf Platz zwei. Von den vergangenen zehn Spielen ging lediglich die Partie gegen den KV Plieningen verloren. Mit dem Team von Trainer Grigorios Dimoulatos hatten vor der Saison wohl die wenigsten in dieser Form gerechnet. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung sind die Hoffelder aber von Spiel zu Spiel über sich hinausgewachsen. „Ich habe ihnen deshalb eine wertschätzende Whatsapp-Nachricht geschrieben“, sagt Dimoulatos selbst ein bisschen überwältigt von den bisherigen Leistungen. Der Schluss der Nachricht: „Wir haben noch viel vor!“

Auch in der Rückrunde will Dimoulatos auf den engen Zusammenhalt der Mannschaft setzen – und auf seinen Toptorjäger Peter Güth. Der 19-Jährige schoss gegen Dagersheim fünf Treffer und schob sich damit auf den geteilten zweiten Platz in der Torjägerliste hinter Cedric Hornung vom TSV Jahn Büsnau. „Er kann Tore schießen, aber auch vorbereiten“, lobt Dimoulatos seinen Youngster, der viel in Einzeltrainings an sich gearbeitet und dadurch weiterentwickelt hat. „Die einfachen Dinge sind die besten, und da macht er einen super Job“, sagt der Trainer.

Der Mitaufsteiger TSV Dagersheim II beendet die Hinrunde derweil ohne einen einzigen Punkt und mit 15:66 Toren.

Tore: 1:0 Meissner (10.), 2:0 Güth (14.), 3:0 Calvano (15.), 4:0 Younis (18.). 5:0 Güth (40.), 5:1 Artmann (53.), 6:1 Güth (55.), 7:1 Güth (58.), 8:1 Güth (70.)

Besonderes: Abdullah Al-Karkhi (Hoffeld) wehrt Foulelfmeter von Balßuweit ab (69.)

Spvgg Stetten – TV 89 Zuffenhausen II 4:1

Vier Minuten, in denen der TV 89 Zuffenhausen II völlig von der Rolle war, haben der Spvgg Stetten gereicht, um das Spiel zu entscheiden. „Dann war die Verunsicherung da und wir sind einem hohen Rückstand hinterhergerannt“, sagt der Zuffenhausener Trainer Marc Bäuerle. Damit beendet der Aufsteiger die Hinrunde mit lediglich sechs Zählern. „Unterm Strich war es zu wenig, und der Abstand zu den Konkurrenten ist jetzt natürlich schon groß“, weiß der Coach. Der Vorletzte hat neun Punkte Rückstand auf die Spvgg Möhringen, die aktuell den sicheren elften Platz belegt. „Jetzt gehen wir erst mal in die Pause, sammeln neue Kräfte und schauen uns um, ob wir uns punktuell verstärken können. Und dann schauen wir, was in der Rückrunde noch so geht“, sagt Bäuerle.

Der Gegner Stetten will in der zweiten Saisonhälfte jedenfalls erneut eine gute Rolle spielen. Bisher hat das Filderteam ordentliche 25 Punkte geholt – nach Einschätzung seines Trainers Erdinc Cakir allerdings sechs zu wenig. „Mit denen würden wir fast von ganz oben grüßen“, sagt der Coach. Wichtig war Cakir, das letzte Heimspiel in diesem Kalenderjahr erfolgreich zu bestreiten. Das gelang dem Tabellensechsten trotz frühem Rückstand dann auch. „Am Ende sind wir zufrieden, auch wenn es gut drei, vier Tore mehr hätten sein können“, sagt Cakir. Zum 15. Mal in dieser Runde traf Robin Hock, der sich mit Hoffelds Peter Güth den zweiten Platz in der Torjägerliste teilt. Erster ist in diesem Ranking, wie oben erwähnt, der Büsnauer Cedric Hornung (17 Tore).

Tore: 0:1 Flemming (18.), 1:1 Robin Hock (35.), 2:1 Dursun (57.), 3:1 Kocksch (59.), 4:1 Dast (63.)

Besonderes: –

FSV Waldebene Stuttgart-Ost – Sportfreunde Stuttgart 3:1

Ein starker Endspurt hat den FSV Waldebene Stuttgart-Ost noch auf den achten Tabellenplatz gespült. Die vergangenen vier Spiele hat das Team von Trainer Yavuz-Selim Demir allesamt gewonnen. „Wir gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge in die Winterpause. Lachend, weil wir noch ein Happy End hinbekommen haben, weinend, weil wir am Anfang Punkte liegen lassen haben“, sagt der Spielleiter Christos Goulis. In den ersten sieben Spielen holte der vermeintliche Titelanwärter unter Christopher Eisenhardt nur sieben Zähler, seit dessen Rücktritt gelangen unter der Leitung von Demir und dem spielenden Co-Trainer Leo Christ in ebenfalls sieben Spielen 16 Punkte. An den drei aktuellen hat Christ maßgeblichen Anteil. Dem Mittelfeldspieler und Assistenzcoach gelangen am Sonntag zwei Treffer zum verdienten Sieg.

„Wir haben in den letzten Wochen gemerkt, dass wir unsere Chancen nicht nutzen und auch die Fehler, die der Gegner macht, nicht nutzen. Davon gab es in dem Spiel einige“, sagt demgegenüber Fabio Criscuolo, der Trainer der Sportfreunde Stuttgart. Sein Fazit: „Es ist schade, weil mehr drin gewesen wäre.“ Dies kann man auch auf die bisherige Runde der Seinen sagen. „Es ist ärgerlich, weil man weiß, dass wir eine gute Truppe haben“, sagt Criscuolo. In der Rückrunde soll die Anwesenheit der Spieler bei den jeweiligen Begegnungen erhöht werden.

Tore: 1:0 Leo Christ (13.), 2:0 Immernano (32.), 2:1 Amann (39.), 3:1 Leo Christ (68.)

Besonderes: –

MK Makedonija Stuttgart – GFV Ermis Metanastis Stuttgart 5:2

Als das Licht wieder anging, legte der MK Makedonija Stuttgart richtig los. Bis zur 30. Minute war das mit Spannung erwartete Duell ein ausgeglichenes, dann fiel plötzlich das Flutlicht aus. Kaum war das technische Problem gelöst, fasste sich Nils Genter ein Herz und traf aus 18 Metern zum 1:0. „Damit war der Knoten geplatzt. Es war eines der besten Spiele, die ich von Makedonija gesehen habe“, sagt der Abteilungsleiter Jan Dimitrovski. Die beste Offensive der Liga schraubte das Ergebnis auf 4:0 hoch, ehe Angelos Patitsis für den Gegner in der Schlussphase verkürzte. Wie das Spiel begonnen hatte, endete es aber auch: mit einem Traumtor der Gastgeber. Der eingewechselte Denis Stosik lief vom eigenen Strafraum über den halben Platz und lupfte den Ball über den aufgerückten Ermis-Keeper Christos Vergos zum 5:2-Schlusspunkt ins Netz.

Im Anschluss an die Partie feierte die Makedonija-Mannschaft die gute Hinrunde mit aufgesetzten Nikolausmützen. „Wir gehen mit einem sehr, sehr guten Gefühl in die Pause. Man hat gesehen, wie weit man kommen kann, wenn man konzentriert arbeitet, deshalb bin ich voller Erwartung für die Rückrunde“, sagt Dimitrovski.

Die Stimmung beim in der Hinrunde zwischenzeitlichen Tabellenführer Ermis hingegen ist nach zuletzt zwei sportlichen und einer voraussichtlichen Niederlage am grünen Tisch entsprechend gedämpft – wie berichtet dürften die Griechen das Abbruchspiel von vor zwei Wochen gegen Sillenbuch per Sportgerichtsurteil verlieren. „Es ist natürlich nicht schön, das Jahr so abzuschließen“, sagt der Vorstandsvorsitzende Panagiotis Moutas. „Ich mag es aber, die Dinge positiv zu sehen, deswegen würde ich sagen, kommt die Pause zu einem guten Zeitpunkt“, fügt er an. Der Verein wolle die Pause jetzt nutzen und sich für die Rückrunde wappnen.

Tore: 1:0 Genter (42.), 2:0 Genter (48.), 3:0 Stoitsis (51.), 4:0 Stoilov (70.), 4:1 Patitsis (80.), 4:2 Patitsis (89.), 5:2 Stosik (90. +5)

Besonderes: –