Die Sportfreunde Stuttgart haben zum dritten Mal den Trainer wechseln müssen, der ABV Stuttgart gewinnt im Topspiel mit 5:1 und ein Schiedsrichter taucht nicht auf.
Nur ein Team in der Staffel 2 der Fußball-Kreisliga A Stuttgart/Böblingen hat in dieser Saison den Trainer gewechselt: die Sportfreunde Stuttgart. Am zwölften Spieltag übernahm der Vorgänger des bisherigen Coaches wieder.
ABV Stuttgart – KF Kosova Bernhausen 5:1
Deutliche Angelegenheit im Spitzenspiel: Der ABV Stuttgart hat einen 0:1-Pausenrückstand gedreht und den bisherigen Tabellenzweiten KF Kosova Bernhausen durch den 5:1-Sieg vom Relegationsrang verdrängt.
Die Gäste gingen durch einen verwandelten Handelfmeter von Besart Veseli in Führung. „Wir haben in der Halbzeitpause dann gesagt, wir machen genauso weiter und ändern nichts an unserer Herangehensweise“, erzählt der Trainer Achim Häusler. In der zweiten Hälfte fielen dann die Tore, die der ABV Stuttgart mit seinen vielen Chancen schon im ersten Abschnitt hätte machen können. Valentin Loparco traf nach längerer Durststrecke zum Ausgleich. Alen Neskic brachte dann sein Team zwei Minuten nach seiner Einwechslung mit seinem ersten Ballkontakt in Führung. Kurz darauf erhöhte Joa Kauderer mit einem Sololauf über den halben Platz auf 3:1. In der Schlussphase schraubte der ABV Stuttgart das Ergebnis dann weiter in die Höhe. Nicolas Gutzentat erzielte in der 89. Minute nach Vorarbeit von Alen Neskic das 4:1. Der Schlenzer des Verteidigers erinnerte dabei an VfB-Star Bilal El Khannouss. Den Schlusspunkt setzte ein Eigentor von Dardan Gashi in der Nachspielzeit, der eine scharfe Flanke unglücklich ins eigene Tor abfälschte.
Erstmals in dieser Saison für den ABV Stuttgart im Einsatz waren Keeper Emil Matenaer und Abteilungsleiter Fabio Friese. Student Matenaer kam im Laufe der Runde von Landesligist SV Kressbronn zum Degerlocher Team und ersetzte am Wochenende den verletzten Stammtorhüter Christopher Smith. Friese feierte nach langer Verletzungspause sein Comeback.
Weitestgehend blieb das Topspiel fair und ruhig. Was wohl auch daran lag, dass Schiedsrichterin Ciara Kämpf von einem Kamerateam begleitet wurde. „Ich denke, das hat schon zur Deeskalation beigetragen“, sagt ABV-Trainer Häusler.
Tore: 0:1 Veseli (11., Handelfmeter), 1:1 Loparco (51.), 2:1 Neskic (57.), 3:1 Kauderer (64.), 4:1 Gutzentat (89.), 5:1 Dardan Gashi (90.+1, Eigentor).
Besonderes: Gelb-Rot für Elezaj (Bernhausen/69.).
SV Sillenbuch – FSV Waldebene Stuttgart-Ost 1:3
Nach dem Pokaltriumph gegen den Bezirksligisten SV Nufringen unter der Woche gab es für den SV Sillenbuch in der Liga einen kleinen Dämpfer. „Wir haben verdient verloren“, sagt der spielende Co-Trainer Nico Hering. Zwar hätten sie gut verteidigt, Waldebene hatte jedoch dreimal eiskalt zugeschlagen.
Eric Lauble traf in der 30. Minute mit einem Dropkick aus 22 Metern zur Führung. „Das Tor hat uns Aufwind gegeben“, sagt der Trainer des FSV Waldebene Stuttgart-Ost, Rocco Cesarano. Fortan dominierten die Gäste das Spiel. Christian Stürner erhöhte nach einem schönen Spielzug in der zweiten Hälfte auf 2:0. Leon Cesarano schloss einen Konter dann zum verdienten 3:0 ab. Paul Knorr blieb in der 75. Minute nur der Ehrentreffer vom Elfmeterpunkt. „Wir haben es sehr erwachsen zu Ende gespielt“, berichtet Cesarano.
Der FSV Waldebene Stuttgart-Ost verteidigt damit die Tabellenführung. „Der Sieg bei einem komplizierten Gegner, auf einem komplizierten Platz mit komplizierten Witterungsbedingungen fühlt sich sehr gut an“, sagt Cesarano.
Tore: 0:1 Lauble (30.), 0:2 Stürner (57.), 0:3 Cesarano (69.), 1:3 Knorr (75., Foulelfmeter).
Besonderes: –
MK Makedonija Stuttgart – TV Kemnat 2:8
Der Aufsteiger hat seinen ersten Saisonsieg gefeiert – und wie. Im Kellerduell gewann der TV Kemnat beim MK Makedonija Stuttgart deutlich mit 8:2. „Die Erleichterung ist groß“, sagt der Trainer Markus Hummel. Endlich habe das junge Team seine ganze Qualität gezeigt.
Die Kemnater starteten mit viel Druck und erzielten in der 26. Minute den verdienten Führungstreffer. Kurz darauf erhielten die Gastgeber einen Foulelfmeter zugesprochen, den jedoch Keeper Pascal Beyer stark parierte. „Das war mit spielentscheidend. Ich weiß nicht, wie das Spiel ausgeht, wenn wir in der Phase wieder einen Gegentreffer bekommen“, sagt der Trainer Markus Hummel. So nutzen die Kemnater mit dem Aufwind im Rücken konsequent ihre Chancen. „Die Mannschaft hat insgesamt viel Selbstvertrauen in dem Spiel gesammelt, auch dadurch, dass wir ohne Gegentor in die Pause gegangen sind“, sagt Hummel. In der zweiten Hälfte ließen die Gäste dann nichts mehr anbrennen.
Während der TV Kemnat nach dem ersten Erfolg wieder Hoffnung schöpft, wird es beim MK Makedonija Stuttgart immer düsterer. „Die Lage ist sehr schwierig“, sagt der Abteilungsleiter Jan Dimitrovski nach der dritten Niederlage in Folge. Aufgrund vieler Verletzter und Absagen spielte ein zusammengewürfelter Haufen. Im Tor ersetzte mit Granit Demi ein Feldspieler den verletzten Stammkeeper Darko Kalpachki. Mit solch einer Konstellation verliere man eben auch gegen den bis dahin sieglosen Tabellenletzten, sagt Dimitrovski. „Wir werden in den kommenden Tagen eine Krisensitzung abhalten und schauen, ob wir im Winter noch jemanden dazu holen können“, kündigt der Fußball-Chef an.
Tore: 0:1 Tasev (26., Eigentor), 0:2 Joah Bräuning (32.), 0:3 Dean Kovacevic (36.), 0:4 Erhardt (42.), 0:5 Bozinovski (68.), 0:6 Dean Kovacevic (71.), 1:6 Conev (76.), 1:7 Joah Bräuning (77.), 1:8 Eckmann (81.), 2:8 Ljupco Kolev (83.).
Besonderes: Bayer (Kemnat) pariert Foulelfmeter von Ljupco Kolev (28.).
Sportfreunde Stuttgart – FV Germania Degerloch 5:5
Zurück auf Anfang: Nach dem Rücktritt von Trainer Georg Lois Anfang der vergangenen Woche hat nun wieder Spieler Tim Eichler die Verantwortung bei den Sportfreunden Stuttgart übernommen. Eichler sprang bereits vor Saisonstart als Spielertrainer ein, als Alexander Malchow während der Vorbereitung überraschend das Handtuch warf. Nach dem ersten Saisonspiel übernahm dann Lois, ehe dieser inzwischen nach einer bislang enttäuschenden Runde ebenfalls seinen Hut nahm. Eichler wird nun bis zur Winterpause als Spielertrainer agieren. „Wir respektieren seine Entscheidung und gehen im Guten auseinander“, sagt Lois Vorgänger und Nachfolger.
Eine lange Eingewöhnungszeit als Coach ermöglichten ihm die Teams nicht, denn schon der Beginn der Platznachbarn war furios. Jeweils vom Anstoß weg trafen beide Mannschaften innerhalb der ersten zwei Minuten. Dann präsentierten sich die Gäste deutlich effizienter. Mavin Kuhn erzielte in der sechsten Minute die erneute Führung für den FV Germania Degerloch, ehe Emil Scheuermann und Frederic Moquet die Degerlocher vor der Pause mit 4:1 in Führung brachten. „Wir sind dann ins Risiko gegangen“, sagt Eichler. Die beiden Anschlusstreffer von Linus Becker konterte Scheuermann jedoch mit dem 5:3. Leon Lois und Frederik Deters glichen dann tatsächlich noch für die Gastgeber aus. Germania-Verteidiger Raphael Kemmer verhinderte mit seiner Notbremse als letzter Mann den völligen Degerlocher Kollaps.
„Ein absolut wilder Kick“, sagt der Trainer des FV Germania Degerloch, Claudio Marques. So gut es offensiv ausgesehen habe, so ausbaufähig sei die Verteidigung gewesen. „Wenn man zwischenzeitlich 4:1 führt und dann noch mal 5:3, dann kann man absolut nicht zufrieden sein“, ärgert er sich.
Kuriose Rahmenbedingung: Der eigentlich angesetzte Schiedsrichter hatte seinen Einsatz vergessen und erschien nicht, kurzerhand sprang Christian Hoff ein, der zuvor das Aufeinandertreffen der beiden zweiten Mannschaften geleitet hatte. Für seine Doppelschicht erhielt er von beiden Trainern anerkennende Worte.
Tore: 0:1 Scheuermann (1.), 1:1 Deters (2.), 1:2 Kuhn (6.), 1:3 Scheuermann (28., Foulelfmeter), 1:4 Moquet (42.), 2:4 Becker (56.), 3:4 Becker (57.), 3:5 Scheuermann (70.), 4:5 Leon Lois (82.), 5:5 Deters (87.).
Besonderes: Rot für Kemmer (Degerloch/89., Notbremse).
SV Hoffeld – Spvgg Möhringen 5:1
Tobias Fuchs hat nach der deutlichen Niederlage zwei Punkte auf den Trainingsplan geschrieben: „Wir werden uns noch mal die Standardverteidigung anschauen und das, was nach der Spieleröffnung kommt“, kündigt er an. Gegen Hoffeld fingen sich die Gäste nur ein Tor aus dem Spiel heraus, alle anderen Tore fielen durch Standardsituationen. Ein weiter Einwurf, ein Eckball, ein direkt verwandelter Freistoß und ein Elfmeter. Zudem waren die Möhringer wie in den Spielen zuvor zu ungefährlich im Spielaufbau. Ihr einziger Treffer resultierte aus einem weiten Schlag in die Spitze.
Bei dem Lupfer war Hoffelds Keeper Christian Ade chancenlos. Ansonsten machte die Nummer drei des SV Hoffeld ein gutes Spiel. Ade, dessen Brüder Matthias und Daniel ebenfalls in der Mannschaft spielten, ersetzte den verletzten Stammkeeper Richard Kroker und dessen Stellvertreter Senan Licina, der sich aus privaten Gründen in seiner Heimat Bosnien-Herzegowina befand. Die Hoffelder taten sich in der ersten Hälfte noch schwer, gingen aber dennoch mit einer 2:1-Führung in die Pause. In der zweiten Hälfte brachen sie dann die Gegenwehr der Spvgg Möhringen. „Nach unseren Treffern hatten sie sich ein bisschen aufgegeben“, berichtet Hoffelds Trainer Grigorios Dimoulatos. Der SV Hoffeld feiert damit seinen vierten Sieg in Folge. Kommenden Sonntag steht das schwere Auswärtsspiel beim Tabellenführer FSV Waldebene Stuttgart-Ost an.
Tore: 1:0 Janjic (5.), 1:1 Ogul (9.), 2:1 Malchow (47., Eigentor), 3:1 Wüst (51.), 4:1 Mehdi Younis (60.), 5:1 Ali Younis (73., Foulelfmeter).
Besonderes: –
GFV Ermis Metanastis Stuttgart – TSV Heumaden 2:0
Die neue Verteidigung des GFV Ermis Metanastis Stuttgart steht wie ein Bollwerk. Trainer Jetmir Fetai hatte jüngst an der Defensive seines Teams getüftelt und prompt spielt sein Team nicht nur zu null, sondern ließ im gesamten Spiel keinen Torschuss zu. „Die Mannschaft hat es sehr gut angenommen und umgesetzt“, lobt er. In einem generell sehr chancenarmen Spiel setzte sich sein Team mit 2:0 durch. Zunächst vergab Vladimiros Gkiagkiaev einen Elfmeter. Später traf Andreas Kourou per Kopf, ehe es Ahmed Al-Dosakee vom Punkt besser als sein Kollege machte und in der Nachspielzeit auf 2:0 erhöhte. „Insgesamt kann man nach der Leistung nicht meckern“, sagt Fetai.
Auch dessen Gegenüber Adnan Shakir Mannan ist einigermaßen zufrieden mit dem Auftritt seines Teams. „Wir haben eigentlich ein gutes Spiel gemacht“, sagt der Trainer des TSV Heumaden. Wegen diverser Verletzungen waren die Gäste nur mit zwei Offensivspielern angetreten. Entsprechend schwer taten sie sich nach vorne. „In der Defensive standen wir an sich aber gut“, hebt Mannan hervor.
Tore: 1:0 Kourou (48.), 2:0 Al-Dosakee (90. +1, Foulelfmeter).
Besonderes: Gkiagkiaev (Ermis) schießt Foulelmeter an den Pfosten (29.).
TSV Rohr – KV Plieningen 2:1
Nicht immer hilft ein Platzverweis der Mannschaft, die danach in Überzahl ist. „Wir waren wie blockiert danach“, berichtet der Plieninger Trainer Nikolai Pozorski. Plötzlich sei die Leichtigkeit im Spiel weggewesen und seinem Team hätten die Ideen gefehlt. Rohr dagegen stand nach dem Platzverweis für Kai Hauner kompakt und konterte die Plieninger mehrfach aus. Mit einem dieser Konter erzielte Samir Ramic den 2:1-Siegtreffer. „Das ist extrem bitter, wenn du 40 Minuten ein Mann mehr bist“, sagt Pozorski.
Rund um den Platzverweis sei das Spiel gekippt, berichtet Klaus Kämmerer. Bis dahin sah er sein Team besser, ehe es geschwächt wurde. Erst sah Torschütze Hauner wegen Meckerns seine erste gelbe Karte. Der Angreifer hatte sich darüber beschwert, dass Plieningens Keeper Florian Horn wegen eines vermeintlichen Handspiels außerhalb des Strafraums keinen Platzverweis sah. Kurz darauf erhielt er nach einer Grätsche seine zweite Verwarnung und musste damit vorzeitig vom Platz. „Statt in Überzahl waren wir dann in Unterzahl“, ärgert sich Kämmerer. Die Seinen hätten es dann jedoch taktisch gut gemacht. Der Sieg sei deshalb zwar „glücklich, aber nicht unverdient“, sagt Kämmerer.
Tore: 1:0 Hauner (35.), 1:1 Felthaus (41., Foulelfmeter), 2:1 Ramic (81.).
Besonderes: Gelb-Rot für Hauner (Rohr/49.).
Spvgg Stetten – SV Vaihingen II 2:1
Die Spvgg Stetten bleibt zu Hause ungeschlagen. Im sechsten Heimspiel in dieser Saison feierte das Team von Trainer Erdinc Cakir den sechsten Sieg. „Wir sind froh über die drei Punkte, Vaihingen hat uns viel abverlangt“, sagt Cakir. Robin Hock brachte sein Team nach Vorlage von Tim Fischer in Führung. Mit der ersten Gelegenheit glich der SV Vaihingen II durch Sepehr Heydari aus. Dann war es erneut Fischer, der mit seinem Ball in die Tiefe die gegnerische Verteidigung aushebelte. Julian Berga antizipierte den Pass gut und schob im Eins-gegen-Eins zur erneuten Führung ein. Weil die Stettener in der zweiten Hälfte den Deckel nicht auf die Partie bekamen, blieb das Spiel lange offen und eng.
Beinahe wäre den Gästen deshalb auch der erneute Ausgleich gelungen, der Pfosten verhinderte in der 80. Minute jedoch das 2:2. „Schade, dass wir uns nicht mit einem Punkt belohnen konnten“, sagt der Vaihinger Spielertrainer Oliver Heringhaus. Die eingespieltere und abgezocktere Truppe habe am Ende gewonnen, sagt der Coach.
Tore: 1:0 Hock (13.), 1:1 Heydari (44.), 2:1 Bega (45.).
Besonderes: –