Kemnats Liam Kovacevic (rechts) traf im Derby gegen Heumaden doppelt. Foto: Günter Bergmann

Der Tabellenletzte feiert seinen zweiten Saisonsieg. Derweil zieht der Spitzenreiter Waldebene auf zehn Punkte davon und ereilt einen seiner Verfolger der nächste Verletzungsschock.

Trainerwechsel beim Tabellenletzten, Schocknachricht für den GFV Ermis Metanastis Stuttgart und ein an der Spitze immer weiter enteilender FSV Waldebene Stuttgart-Ost – das sind die Schlagworte zum 19. Spieltag der Staffel 2 in der Fußball-Kreisliga A Stuttgart/Böblingen. Der Überblick über alle Spiele vom Sonntag.

 

TV Kemnat – TSV Heumaden 3:0

Der TV Kemnat hat vor dem Derby gegen den TSV Heumaden groß aufgefahren. Mit Einlaufkindern betraten der Letzte und der Vorletzte das Spielfeld im Scharnhauser Park. Und die Unterstützung der kleinen und großen Kemnater Fans hat Wirkung gezeigt: Mit 3:0 besiegte das heimische Schlusslicht den Tabellennachbarn aus Heumaden und feierte damit seinen erst zweiten Saisonsieg – und das im ersten Spiel ohne den Aufstiegscoach Markus Hummel. Jener war nach zehn Amtsjahren am vergangenen Dienstag entlassen worden. „Wir wollten vor dem wichtigen Spiel einen Impuls setzen“, sagt der Abteilungsleiter Fabian Wahler. Man habe nach der bislang enttäuschenden Runde die Reißleine ziehen müssen. „Das hat bei einem kleinen Verein wie unserem, in dem man sich gut kennt, und bei einem Trainer wie Markus, der sich so verdient gemacht hat, dann etwas länger gedauert, bis wir gehandelt haben“, sagt Wahler. Eine neue Lösung, die zumindest bis zum Saisonende Bestand haben soll, soll in den kommenden Tagen finalisiert werden. Aktuell übernahm der bisherige Co-Trainer Kai Ansorge das Coaching.

Mit dem Heimerfolg wahrt der Aufsteiger die Aussicht auf den Klassenverbleib. Der Abstand zum Relegationsplatz beträgt nun nur noch fünf Punkte. Gleich mit der ersten Aktion gingen die Kemnater durch David Erhardt in Führung und konzentrierten sich dann aufs Kontern. Der zweite Treffer kurz vor der Pause brach den Heumadener Willen. „Der Sieg ist sehr wichtig. Es war unsere letzte Chance“, sagt Ansorge.

Niedergeschlagenheit derweil beim Gegner. Dessen Rückstand auf den direkt rettenden zwölften Platz ist auf neun Zähler angewachsen. „Es wird eine Mammutaufgabe für uns“, weiß der Trainer Adnan Shakir Mannan – und verweist auf die vergangene Saison. Damals schafften die Seinen mit einem tollen Endspurt noch den Klassenverbleib über die Relegation. „Uns ist aber allen bewusst, dass es in dieser Saison noch schwerer wird“, sagt Mannan. Im Sommer verließen mehrere Leistungsträger den Verein, zudem fehlen weitere aktuell verletzt. In Orkun Turali erwischte es am Sonntag den letzten gestandenen Innenverteidiger. Er erlitt einen Außenbandriss und wurde mit dem Krankenwagen vom Sportplatz abtransportiert.

Tore: 1:0 Erhardt (1.), 2:0 Liam Kovacevic (23.), 3:0 Liam Kovacevic (87.).

Besonderes:

TSV Rohr – FSV Waldebene Stuttgart-Ost 0:2

Bis in die Türkei hat sich der Erfolgslauf des FSV Waldebene Stuttgart-Ost herumgesprochen. Ein Freund von Trainer Rocco Cesarano, der in Izmir lebt, hat ihm direkt nach Spielschluss seine Glückwünsche und ein Foto der Tabelle geschickt. Der Vorsprung des Spitzenreiters ist nach dem elften Spiel in Folge ohne Niederlage auf zehn Zähler angewachsen (zehn Siege, ein Unentschieden). „Es fühlt sich gut an, aber wir müssen bescheiden bleiben. Es sind noch elf Spiele zu spielen“, beschwichtigt Cesarano. Die drei Partien bis Ostern würden die weitere Richtung vorgeben. „Dann werden wir sehen“, sagt der Coach.

In Rohr erspielte sich sein Team zwar nicht wie gewohnt eine Vielzahl von Chancen, ließ defensiv aber auch nur wenig zu. Die einzige klare Möglichkeit des Gegners vergab Miguel Accardi, der eine Hereingabe von Ismail Seker knapp neben das Tor setzte. Der Schlüsselmoment für die Gastgeber: Nach knapp einer Stunde sah ihr Kapitän Samir Ramic wegen Meckerns und eines Tritts gegen die Eckfahne Gelb-Rot. In Überzahl ging der Favorit Waldebene in Führung. Der Trainersohn Leon Cesarano drückte die Kugel nach einem Kopfball von Dato Kobuladze über die Linie. In der Nachspielzeit erhöhte der eingewechselte Calogero Emanuele Immernano nach einem Konter auf 0:2. Erneut hatte Kobuladze vorbereitet.

Bitter für den Spitzenreiter: Nach 33 Minuten musste Ioannis Potsou angeschlagen vom Feld. Der in einer Umfrage unser Zeitung zum zweitbesten Spieler der Hinrunde gewählte 25-Jährige, der bis dahin erneut ein starkes Spiel gezeigt hatte, spürte etwas am Oberschenkel. „Wir hoffen, dass es nicht so schlimm ist“, sagt sein Trainer.

Der Rohrer Coach Klaus Kämmerer erkennt die Niederlage an: „Bis zum Platzverweis war es ein offenes Spiel, am Ende aber ein verdienter Sieg für die Waldebene.“

Tore: 0:1 Leon Cesarano (68.), 0:2 Immernano (90. +2).

Besonderes: Gelb-Rot für Ramic (Rohr, 58.).

GFV Ermis Metanastis Stuttgart – ABV Stuttgart 3:1

Dass der Spitzenreiter Waldebene seinen Vorsprung weiter ausbauen konnte, liegt daran, dass der Verfolger ABV Stuttgart erneut Punkte liegen ließ. Diesmal verlor der Tabellenzweite beim GFV Ermis Metanastis Stuttgart. „Wir bringen aktuell nicht unsere Leistung, so klappt es dann nicht mit der Meisterschaft“, sagt der Spielleiter Aron Wipperfürth. Er rechnet nicht mehr damit, den enteilten Klassenprimus noch einholen zu können. „Das heißt, dass wir weiter punkten müssen, um den zweiten Platz zu behaupten. Das Ziel ist weiterhin, aufzusteigen“, sagt Wipperfürth. Dann halt über die Relegation.

Aktuell hatte der griechische Gegner den besseren Start. Beim frühen Führungstreffer profitierte er davon, dass der ABV-Torhüter Christopher Smith ausrutschte und somit ein Rückpass von Yusuf Mutlu ins Tor kullerte. In der Folge gestalteten die Gastgeber das Spiel und ließen defensiv nur wenig zu. „Es war die logische Schlussfolgerung, dass dann das 2:0 und 3:0 fällt“, sagt der Ermis-Trainer Jetmir Fetai. Sein Fazit: „Es läuft aktuell bei uns. Ich habe das Gefühl, dass etwas Großes zusammenwächst.“

Und das, obwohl seine Mannschaft eine weitere Schocknachricht verdauen musste. Beim Aufwärmen verletzte sich Vladimiros Gkiagkiaev. Der Verdacht: ein Kreuzbandriss. „Das ist richtig schmerzhaft. Er ist ein absoluter Leistungsträger, der das Team getragen hat. Wir versuchen trotzdem, positiv zu bleiben“, sagt Fetai.

Tore: 1:0 Mutlu (6., Eigentor), 2:0 Martino (31.), 3:0 Almpantis (61.), 3:1 Kraft (72.).

Besonderes:

MK Makedonija Stuttgart – KF Kosova Bernhausen 2:2

Derweil hat der KF Kosova Bernhausen den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz verpasst. In der Endphase gab der Aufsteiger den Sieg noch aus der Hand. „Ich war stinksauer“, gesteht der Trainer Shefki Gjuraj. Er habe seine Mannschaft in der Pause noch gewarnt, dass der Gegner nun nichts mehr zu verlieren habe. Dennoch habe sein Team das Spiel dann auf die leichte Schulter genommen. Auch deshalb kommt Gjuraj zum Schluss: „Für uns wäre es besser, noch ein Jahr in der Kreisliga A zu bleiben.“ Zwar würden er und die Seinen den Relegationsplatz natürlich annehmen, die Bezirksliga komme jedoch eigentlich zu früh. „Wir sind eine junge Mannschaft, die noch einiges lernen muss. Ich will unsere aktuelle Liga noch ein bisschen ärgern“, sagt der Coach und lacht. Verzichten muss er dabei bis auf Weiteres auf seinen Torschützen Aron Zogaj: Der sah in der Nachspielzeit für den Stoß gegen einen Gegenspieler die rote Karte.

In der A-Klasse will auch MK Makedonija Stuttgart bleiben. Durch eine starke zweite Hälfte hat sich das abstiegsbedrohte Team den Punkt verdient. „Wir haben in der zweiten Hälfte dominiert“, berichtet der verletzte Angreifer Aleksandar Stoilov. Wichtig sei für den Tabellen-13., am kommenden Sonntag beim Tabellennachbarn SV Vaihingen II nachzulegen. Mit einem Sieg würde sich der Abstand zum Gegner, der den voraussichtlich rettenden zwölften Rang belegt, auf vier Punkte verringern.

Fehlen wird dann David Mihajlovic, der in der ersten Hälfte verletzt ausgewechselt werden musste. Dessen Bruder Danilo war am Ende der umjubelte Mann. Er erzielte den späten Ausgleich. Zurückkehren soll ins Aufgebot bis zum nächsten Spieltag der Kapitän Ljupco Kolev.

Tore: 0:1 Zogaj (22.), 0:2 Sylai (43.), 1:2 Martic (58.), 2:2 Mihajlovic (89., Foulelfmeter).

Besonderes: Rote Karte für Zogaj (Bernhausen, 90. +7/Gegenspieler gestoßen).

SV Hoffeld – SV Vaihingen II 2:3

Der SV Vaihingen II geht mit Rückenwind in das richtungsweisende Duell am nächsten Sonntag mit dem MK Makedonija Stuttgart. Aktuell erkämpfte sich der Aufsteiger beim bisherigen Tabellenvierten SV Hoffeld einen 3:2-Auswärtssieg. „Das hat uns allen, aber vor allem auch der Mannschaft gut getan, nach der längeren Durststrecke mal wieder einen Sieg zu feiern“, sagt der Spielertrainer Oliver Heringhaus. In der Rückrunde hatten die Vaihinger noch kein Spiel gewonnen gehabt.

Der SV Hoffeld erwischte jedoch den besseren Start und ging früh in Führung: Nach einem Freistoß von Jannik Hintermaier, der an der Latte landete, war Ali Younis zur Stelle und nutzte den Abpraller zum 1:0. Die Vaihinger Antwort? Nur drei Minuten später verwandelte Tom Irion einen Handelfmeter zum Ausgleich, ehe Nilson Jemixe für die Gäste nach einer Balleroberung an der Strafraumgrenze auf 1:2 stellte. Doch Hoffeld kämpfte sich zurück: Hans Fakner traf nach einem schnell ausgeführten Freistoß zum 2:2-Pausenstand.

„In der Halbzeitpause habe ich angesprochen, dass wir aufhören müssen, in Schönheit zu sterben“, sagt der Hoffelder Trainer Grigorios Dimoulatos. Doch direkt nach dem Seitenwechsel war es Marcel Kousol, der die Seinen kalt erwischte. Nach einer Kombination durch das Zentrum schob Kousol überlegt zur erneuten Vaihinger Führung ein. Und jene sollte bis zum Schluss Bestand haben. „Wir haben uns selbst geschlagen“, konstatiert Dimoulatos. Für die Hoffelder war es nach einer langen Ungeschlagen-Serie nun die zweite Niederlage in Folge.

Tore: 1:0 Ali Younis (10.), 1:1 Irion (13., Handelfmeter), 1:2 Jemixe (30.), 2:2 Fakner (39.), 2:3 Kousol (47.).

Besonderes: Gelb-Rot für Daniel Ade (Hoffeld, 90.).

Spvgg Möhringen – FV Germania Degerloch 2:3

Der FV Germania Degerloch hat einen 0:2-Rückstand gedreht und in der Nachspielzeit den entscheidenden Treffer gelandet. Damit ist das Team von Trainer Claudio Marques, das in der vergangenen Saison lange gegen den Abstieg spielte, auf den sechsten Tabellenplatz geklettert. „Wir stehen jetzt ein bisschen im Niemandsland. Nach oben wird schwer, nach unten geht kaum noch“, sagt Marques. Das Ziel, das sich die Mannschaft für den Rest der Saison stecke: „Einfach schönen Fußball spielen – ohne Angst.“

In Möhringen klappte das über weite Strecke ganz gut, auch wenn der Gegner durch einen Toredoppelschlag von Ercan Cakir vorlegte. Letzterer traf einmal nach einer Ecke, einmal nach einem Konter. Die direkte Antwort von Lovis Emil Hendriks, der einen Abpraller mit dem Kopf zum Anschlusstreffer verwertete, bereitete die Wende vor. Bis es zu dieser kam, dauerte es jedoch noch lange. Erst in der 78. Minute gelang Emil Scheuermann mit einem Distanzschuss der Ausgleich. Zum Matchwinner wurde schließlich Marco Mollo: Er traf in der Nachspielzeit zum Auswärtssieg.

Ärgerlich aus Sicht von Möhringens Trainer Tobias Fuchs: „Eigentlich musst du aus so einem Spiel dann einen Punkt mitnehmen“, sagt er, gleichwohl sich die Degerlocher nach ihrem höheren Aufwand in der zweiten Hälfte nicht unverdient belohnt hätten. Das Positive für Fuchs: „Wir haben insgesamt defensiv nur wenig zugelassen.“ Am nächsten Sonntag geht es für sein Team zum Tabellenvorletzten TSV Heumaden.

Tore: 1:0 Cakir (11.), 2:0 Cakir (40.), 2:1 Hendriks (42.), 2:2 Scheuermann (78.), 2:3 Mollo (90. +1).

Besonderes:

SV Sillenbuch – KV Plieningen 3:1

3:1 im Derby gegen den KV Plieningen – damit bleibt der SV Sillenbuch nach seiner verkorksten Hinserie auch im vierten Rückrundenspiel ungeschlagen. „Wir haben gerade einen Lauf. Wenn man ein, zwei Spiele gewinnt, dann spielt es sich einfacher“, sagt der Co-Trainer Nico Hering. Er selbst traf in der Nachspielzeit nach einem Konter zum Endstand. Was er allein moniert, ist die Chancenverwertung seines Teams. „Da müssen wir besser werden“, fordert Hering.

Niklas Gerber mit einem verwandelten Handelfmeter und Amadeus Hahn hatten die Sillenbucher in Führung gebracht. Weil der Gästeakteur Maurice Eipper mit einem weiteren Handelfmeter verkürzte und Plieningens Keeper Florian Horn einen von ihm verschuldeten Foulelfmeter hielt, mussten die Sillenbucher in der Schlussphase jedoch um ihren Sieg zittern. Ihre nächste Aufgabe wartet nun bereits am Donnerstagabend (19.30 Uhr): Sie treten im Bezirkspokal-Viertelfinale beim B-Kreisligisten Tunaspor Echterdingen an. Spielort: das Sportgelände der Spvgg Stetten.

„Es war kein schönes Fußballspiel“, berichtet derweil der Plieninger Trainer Nikolai Pozorski. In der ersten Hälfte sei sein Team zu passiv gewesen und letztlich dafür bestraft worden. Der Coach will die lange eigene Ausfallliste dabei nicht als Entschuldigung nehmen. Um ein Team zusammenzubekommen, mussten die Gäste sogar das Spiel ihrer zweiten Mannschaft absagen. „Ich habe alle Leute gebraucht“, sagt Pozorski, der offiziell selbst auf der Kaderliste stand. Kurios: In den Schlussminuten schickte er seinen Torhüter Horn in den Sturm und wechselte dafür den Ersatzkeeper Marlon Saciragic ein. Horn, der in der vergangenen Saison vier Treffer erzielt hat, konnte die Niederlage aber auch nicht mehr verhindern.

Tore: 1:0 Gerber (20., Handelfmeter), 2:0 Hahn (51.), 2:1 Eipper (84., Handelfmeter), 3:1 Hering (90.+11).

Besonderes: Horn (Plieningen) pariert Foulelfmeter von Auhagen (72.).

Sportfreunde Stuttgart – Spvgg Stetten 2:6

Die Spvgg Stetten hat ihre ersten drei Punkte in diesem Kalenderjahr eingefahren. „Wir sind sehr froh, dass wir endlich gewonnen haben“, sagt der Trainer Erdinc Cakir. Der Coach hatte nur elf fitte Spieler zur Verfügung, zudem drei Kicker aus der zweiten Mannschaft als Ersatzspieler. Unter der Woche hatte er wegen zu wenig Spielern eine der Trainingseinheiten abgesagt. „Wir haben am Sonntag dennoch das Beste daraus gemacht“, sagt Cakir. Bereits nach zehn Minuten führte sein Team mit 2:0. „Wir haben guten Offensivfußball gespielt“, berichtet der Trainer. Am Ende reichte es gar für ein halbes Toredutzend. Als dreifacher Schütze ragte Robin Hock heraus. Cakirs einziger Kritikpunkt: „Was ich den Jungs noch einmal sagen werde, ist, dass wir früher den Deckel draufmachen müssen und nicht so nachlässig sein dürfen. Eigentlich muss das Ding zweistellig ausgehen.“

Der Gegner Sportfreunde rutscht mit der Schlappe auf den 14. Tabellenplatz – mithin einen der drei direkten Abstiegsränge.

Tore: 0:1 Yalcin (7.), 0:2 Robin Hock (9.), 0:3 Robin Hock (21.), 1:3 Amann (25.), 1:4 Burghardt (54., Foulelfmeter), 2:4 Becker (66.), 2:5 Robin Hock (80.), 2:6 Yalcin (86.).

Besonderes: Gelb-Rot für Hassoun (Sportfreunde, 53.).