Der Ermis-Trainer Jetmir Fetai freut sich, dass seine zwei Top-Transfers direkt liefern. Foto: Günter Bergmann

Sowohl im Heimspiel der Griechen als auch in Rohr gibt es turbulente Nachspielzeiten. Derweil hilft beim ABV Stuttgart ein Donnerwetter und hält der Hoffelder Erfolgslauf an.

Zwei Nachspielzeittreffer in der Heimpartie von Ermis Metanastis, zwei Nachspielzeittreffer in Rohr – vor allem damit ist es in der Staffel 2 der Fußball-Kreisliga A Stuttgart/Böblingen ein wilder 17. Spieltag geworden. Tabellenführer mit unverändertem Fünf-Punkte-Vorsprung bleibt der FSV Waldebene Stuttgart-Ost, dem gegen das Schlusslicht 15 gute Minuten reichten. Der Blick auf alle Begegnungen vom Sonntag.

 

GFV Ermis Metanastis Stuttgart – KV Plieningen 4:4

Das Vertrauen zahlt sich aus: Der Ermis-Winterneuzugang Ardi Kryeziu hat im zweiten Spiel für seinen neuen Verein einen Dreierpack erzielt. Mehr noch: Er rettete den Griechen in der Nachspielzeit mit einem traumhaften Volleytreffer einen Punkt. „Er war im Selbstvertrauen etwas angeknackst, als er zu uns kam. Jetzt läuft es bei ihm; das freut mich sehr“, sagt der Trainer Jetmir Fetai. Kryeziu war im vergangenen Sommer vom TSV Heumaden zu Türkspor Nürtingen gewechselt und hatte dort in acht Partien nur zweimal getroffen. Eine Bilanz, die er bei Ermis schon jetzt toppt. Dort hat der 22-Jährige insgesamt bereits fünfmal eingenetzt. Vor Wochenfrist, bei seinem Einstand, war ihm schon ein Doppelschlag gelungen. Auch der vom TSV Berkheim gekommene Grigorios Almpantis traf erneut. „Da kann ich als Trainer sehr zufrieden sein“, sagt Fetai über seine beiden Transfers. Dennoch fehle dem Team nach der schweren Verletzung von Mittelfeldspieler Glenn Agyemang noch die Stabilität im Spiel. Der 24-Jährige hatte sich beim letzten Testspiel vor dem Rückrundenstart die Schulter gebrochen und wurde inzwischen erfolgreich operiert. Er fällt damit die restliche Saison aus. „Das merkt man schon, weil er auf der Sechs ein gewaltiger Abräumer ist“, sagt Fetai.

Auch die Plieninger müssen einen bitteren Ausfall verkraften: Bei einem Pressschlag verletzte sich der Torhüter Florian Horn am Knie. Eine genaue Diagnose steht noch aus. Weil die Gäste keinen Ersatzkeeper auf der Bank hatten, musste der Feldspieler Patrizio Ferrari zwischen die Pfosten. Beim finalen Ausgleichstreffer des Gegners war er machtlos. „Es ist schade für die Jungs, dass sie sich nicht belohnt haben. Über das ganze Spiel gesehen geht das Ergebnis aber in Ordnung“, sagt der Trainer Nikolai Pozorski, dessen Team durch einen Doppelpack von Djellon Dragusha zunächst selbst spät in Führung gegangen war – ehe Kryeziu kam. Durch das Unentschieden klettern die Plieniniger auf Platz sieben, der GFV Ermis Metanastis Stuttgart bleibt Fünfter.

Tore: 0:1 Lucic (3.), 0:2 Lucic (31., Foulelfmeter), 1:2 Kryeziu (39.), 2:2 Kryeziu (40.), 3:2 Almpantis (66.), 3:3 Djellon Dragusha (80.), 3:4 Djellon Dragusha (90.+5, Foulelfmeter), 4:4 Kryeziu (90.+7).

Besonderes: –

TV Kemnat – FSV Waldebene Stuttgart-Ost 0:4

15 gute Minuten haben dem Tabellenführer gereicht, um das Schlusslicht zu besiegen. „Ich hätte aber schon gerne etwas mehr gehabt“, sagt der Trainer Rocco Cesarano. Alle vier Treffer seiner Mannschaft fielen innerhalb einer Viertelstunde direkt vor der Pause, zwei davon durch seinen Sohn Leon. Nach der Pause verlor das Waldebene-Team dann den Faden. „Kompliment aber auch an den TV Kemnat, der alles reingeworfen hat“, sagt Cesarano.

Kemnats Trainer Markus Hummel ist mit dem Einsatz seiner Mannschaft entsprechend zufrieden. „Wir hatten eine gute erste halbe Stunde, und wir haben es in der zweiten Hälfte geschafft, zu null zu spielen“, blickt er auf die positiven Dinge. In der Phase mit den Gegentoren sei sein Team zu unkonzentriert gewesen und wurde vom Spitzenreiter überrollt.

Tore: 0:1 Leon Cesarano (30.), 0:2 Potsou (35.), 0:3 Leon Cesarano (39.), 0:4 Stürner (42.).

Besonderes: Mildenberg (Kemnat) pariert Foulelfmeter von Potsou (84.).

ABV Stuttgart – Spvgg Stetten 2:0

Das Donnerwetter der vergangenen Woche hat gewirkt. Nach dem enttäuschenden 1:1 zum Rückrundenauftakt gegen den KV Plieningen wurde beim Bezirksliga-Absteiger ABV Stuttgart „Tacheles geredet“, wie der Trainer Achim Häusler berichtet. „Wir waren der Meinung, dass das in der Vorbereitung und in der Woche zu wenig war. Diesmal haben wir sehr gut trainiert und die Dinge auch im Spiel umgesetzt.“ Die Degerlocher erarbeiteten sich eine Handvoll Chancen und fanden gegen die stets bemühten Stettener immer eine passende Antwort. Frieder Ströbele traf mit einem gefühlvollen Lupfer aus zwölf Metern, Nicolas Gutzentat erhöhte per wuchtigem Kopfball. Beide Tore fielen nach Kontern in der ersten Hälfte.

„Der ABV war die bessere Mannschaft und geht als verdienter Sieger vom Platz“, erkennt der Stettener Trainer Erdinc Cakir an. Sein Team habe sich den Schneid abkaufen lassen und sei zu keiner Zeit ins Spiel gekommen. „Wir haben keine Durchschlagskraft gefunden“, sagt Cakir.

Der Tabellenneunte von der Weidacher Höhe hat derweil bereits erste Weichen für die kommende Saison gestellt. Cakir und sein Co-Trainer Deniz Yalcin haben für eine weitere Saison zugesagt, wie der Verein bekannt gibt. Außerdem bleiben die Spieler Sebastian Kocksch, Tim Fischer, Robin und Tobias Hock, Daniel Dammann, Nils Tippmann, Tim Schlegel, Bastian Novosel, Tobias Burghardt, Janny Lamnatos, Julian Bega und Emir Dursun an Bord.

Tore: 1:0 Ströbele (13.), 2:0 Gutzentat (31.).

Besonderes: –

Sportfreunde Stuttgart – SV Vaihingen II 2:2

Die Sportfreunde Stuttgart haben den benötigten Sieg im von ihnen ausgerufenen „Sechs-Punkte-Spiel“ verpasst. Gegen den direkten Konkurrenten gegen den Abstieg, den SV Vaihingen II, reichte es trotz Überzahl nur zu einem Punkt. Der Tabellen-13. dominierte die Begegnug nach Rot für den Gäste-Schlussmann Alexander Studenkov wegen einer Notbremse zwar. Aber erst in den Schlussminuten wendeten Mattis Amann und Linus Becker mit ihren Treffern die sogar drohende Heimniederlage ab. „Es wäre durchaus mehr drin gewesen“, sagt der Trainer Tim Eichler. Man müsse dennoch das Positive aus der Partie mitnehmen.

Auch sein Gegenüber Oliver Heringhaus ist einigermaßen zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. Über die beiden späten Gegentore ärgert er sich freilich. „Wir hätten es mit zehn Mann einfach zumauern müssen und zu Ende bringen sollen, das ist uns aber nicht gelungen“, sagt der Vaihinger Trainer. Seine Mannschaft bleibt damit mit drei Punkten Vorsprung auf die Sportfreunde auf Rang zwölf, der wahrscheinlich zum Klassenverbleib reichen wird.

Tore: 0:1 Illig (5.), 0:2 Irion (49.), 1:2 Amann (82.), 2:2 Becker (84.).

Besonderes: Rote Karte für Studenkov (Vaihingen, 76./Notbremse).

TSV Rohr – Spvgg Möhringen 1:2

Der TSV Rohr hat es wieder einmal nicht geschafft, seine spielerische Überlegenheit in Tore umzuwandeln. Stattdessen bestrafte die Spvgg Möhringen den Bezirksliga-Absteiger für seine Nachlässigkeit mit einem Doppelschlag in der Nachspielzeit und gewann mit 2:1. „Das müssen wir uns ankreiden, dass wir das Spiel nicht schon viel früher entscheiden“, ärgert sich der Rohrer Trainer Klaus Kämmerer. Chancen dazu habe sein Team bis zum Schluss zuhauf gehabt. „Dann bekommen wir zwei irreguläre Tore“, sagt Kämmerer. Beim ersten sei es „ein klares Foulspiel“ gewesen, beim zweiten Abseits.

Nach Ansicht der Videobilder widerspricht der Möhringer Trainer Tobias Fuchs im zweiten Fall nicht: „Ich sehe es auch eher als Abseits, aber das nehmen wir natürlich trotzdem mit. Am Ende haben wir dafür einen Schiedsrichter, der das entscheidet. Dann ist das so.“ Wenngleich Fuchs der Meinung ist, dass das Spiel keinen Sieger verdient gehabt hätte. Ein Unentschieden wäre aus seiner Sicht „durchaus gerecht gewesen“. Seine Mannschaft habe defensiv vollen Einsatz gezeigt. Zum Matchwinner wurde schließlich ein Joker von der Bank: Ercan Cakir, der nach seiner Einwechslung die beiden Treffer erzielte. „Ich weiß, welche Qualität er hat. Ich habe ja in der Jugend noch selbst mit ihm zusammengespielt“, sagt der 27-jährige Trainer über seinen Spieler des Tages.

Tore: 1:0 Jochim (11.), 1:1 Cakir (90. +1), 1:2 Cakir (90. +4).

Besonderes: –

SV Hoffeld – TSV Heumaden 1:0

Der SV Hoffeld bleibt derzeit unbesiegbar. Seit zwölf Spielen hat die Mannschaft von Trainer Grigorios Dimoulatos nicht mehr verloren. Gegen den TSV Heumaden gewann der Vizemeister der vergangenen Saison mit 1:0. „Besser geht es nicht“, sagt Dimoulatos. Der bekennende Defensivliebhaber freut sich mehr über knappe Spiele ohne Gegentor als über wilde Siege mit vielen Treffern auf beiden Seiten. „Wir nehmen den Sieg mit, wobei man sagen muss, dass ein Unentschieden auch nicht verkehrt gewesen wäre“, sagt der Coach.

Der einzige Treffer des Tages von Patrick Wüst sorgte beim Gegner für Frust. „Aus unserer Sicht war es Abseits, alle schalten schon ab“, berichtet Adnan Shakir Mannan, der Trainer des TSV Heumaden. Dimoulatos wiederum hat sich die Szene nachträglich noch mal im Video angeschaut. Seine Erkenntnis: Joel Asomah hob das Abseits auf. Wüst jedenfalls schob völlig frei und unbeeindruckt den Ball vorbei an Yunus-Emre Gebeci ins Tor. „Im Vergleich zur vergangenen Woche, als wir einen sehr schlechten Auftritt hatten und absolut verdient verloren haben, haben wir diesmal gekämpft und uns dadurch eigentlich mehr verdient“, sagt Mannan. In der Offensive sei jedoch weiterhin der Wurm drin. „Daran müssen wir arbeiten“, kündigt er an.

Unschönes Ende: Nach einem Zweikampf blieb der Heumadener Kapitän Nico Floeter im Rasen hängen und verdrehte sich das Knie. Nach längerer Verletzungsunterbrechung transportierte ein Krankenwagen den Mittelfeldspieler ab. „Er wird noch untersucht, aber es besteht der Verdacht auf einen Außenband- oder sogar Kreuzbandriss“, sagt Mannan.

Tore: 1:0 Wüst (40.).

Besonderes: –

SV Sillenbuch – KF Kosova Bernhausen 2:0

Der SV Sillenbuch hat seine starke Form nach der Winterpause unterstrichen und auch das zweite Spiel der Rückrunde gewonnen. „Hätte uns das jemand davor gesagt, hätten wir das natürlich sofort unterschrieben“, sagt der Co-Trainer Nico Hering. Wenngleich er wie in der Vorwoche die Chancenverwertung der Seinen kritisiert. „Ich will mich aber nicht beschweren, wir haben gewonnen. Punkt“, fügt er an. Der aus seiner Sicht verdiente Sieg hätte durchaus höher ausfallen können. Letztlich entschieden Fabian Geißels Tor in der Nachspielzeit der ersten Hälfte und Marko Curics Treffer kurz nach der Pause die Partie.

Die Sillenbucher bleiben damit Elfter und treffen am kommenden Sonntag auf ihren Tabellennachbarn SV Vaihingen II. Für den KF Kosova Bernhausen geht es dagegen einen Platz nach unten auf Rang vier. Den dritten Platz können die Filderstädter am Sonntag im Verfolgerduell mit dem an ihnen vorbeigezogenen SV Hoffeld zurückerobern.

Tore: 1:0 Geißel (45.+2), 2:0 Curic (48.).

Besonderes: Schulik (Sillenbuch) pariert Foulelfmeter von Hysenaj (12.); Gelb-Rot für Bebaj (Kosova, 90.+2).

MK Makedonija Stuttgart – FV Germania Degerloch 2:1

Sie können es doch noch: gewinnen. Nach sieben sieglosen Spielen in Folge haben die Kicker von MK Makedonija Stuttgart mal wieder eine Begegnung für sich entschieden und im Abstiegskampf ein Lebenszeichen gesendet. „Dass sie Fußball spielen können, steht außer Frage“, sagt der Degerlocher Trainer Claudio Marques. Vor der Winterpause schien die Motivation beim Tabellen-14. jedoch etwas gelitten zu haben. Zum letzten Hinrundenspiel gegen den FSV Waldebene Stuttgart-Ost waren die Mazedonier nicht angetreten. Trotz Verwerfungen und dem Rückzug von Abteilungsleiter und Vereins-Urgestein Jan Dimitrovski in der Winterpause ist die Mannschaft nun gut in die Rückrunde gestartet. Vergangene Woche hatte es das Makedonija-Team schon dem Spitzenreiter Waldebene lange schwer gemacht und erst spät mit 3:4 verloren.

Aktuell fanden die Degerlocher Gäste auf dem kleinen Kunstrasenplatz in Vaihingen kein Durchkommen. Sie bissen sich an der gegnerischen Verteidigung die Zähne aus. Marques’ Team rutscht damit auf Platz acht ab. Am kommenden Sonntag geht es gegen das Tabellenschlusslicht Kemnat.

Tore: 1:0 Tasev (8.), 1:1 Kuhn (29.), 2:1 Danilo Mihajlovic (54.).

Besonderes: –