Der Hoffelder Trainer Grigorios Dimoulatos freut sich über einen Neuzugang mit hochklassiger Vergangenheit. Foto: Günter Bergmann

Saisonvorschau, Teil drei: SV Hoffeld, TSV Rohr und MK Makedonija Stuttgart. Drei Teams, die vordere Plätze anpeilen – eines von ihnen sogar ohne Wenn und Aber den Aufstieg.

Der Anpfiff rückt näher, die Spannung steigt: Am 31. August rollt der Ball in der Staffel 1 der Fußball-Kreisliga A Stuttgart/Böblingen wieder. Bis dahin nehmen wir die 16 Mannschaften unter die Lupe. Welche Veränderungen hat der Transfersommer gebracht, wie verlief die Vorbereitung, und mit welchen Ambitionen gehen die Teams an den Start? Heute in unserem dritten Teil: SV Hoffeld, TSV Rohr und MK Makedonija Stuttgart.

 

SV Hoffeld

Der SV Hoffeld hat nach der jüngsten Teilnahme an der Aufstiegsrelegation Blut geleckt. War das Saisonziel nach dem Aufstieg mit dem Klassenverbleib noch tief gestapelt, geht der Überraschungszweite der abgelaufenen Runde nun forscher ins Rennen. Die Top fünf sollen es sein. „Schön wäre es, wenn wir so schnell wie möglich 40 Punkte holen, um nicht gegen den Abstieg zu spielen und uns dann auf dieses Ziel konzentrieren zu können“, sagt der Trainer Grigorios Dimoulatos.

Wichtig wäre dafür ein guter Saisonstart. Zum Auftakt spielen die Hoffelder gegen die beiden Aufsteiger KF Kosova Bernhausen und SV Vahingen II. „Wir sind gewarnt, sie kommen mit der Aufstiegseuphorie, so wie es bei uns in der vergangenen Saison war“, sagt der Coach. Diese Euphorie trug sein Team durch die gesamte Runde und bis zur erwähnten Vizemeisterschaft. In der Relegation setzte es dann eine deutliche 2:6-Niederlage gegen den SV Nufringen. Doch die Enttäuschung ist bereits abgehakt und vielmehr ein Ansporn, es in dieser Saison erneut zu versuchen.

Mithelfen soll dabei Ali Erne. Der heute 30-Jährige spielte in der Jugend beim VfB Stuttgart und bei den Stuttgarter Kickers. Als Aktiver lief er für den VfR Aalen und Viktoria Berlin in der Oberliga auf – und zuletzt für die Hoffelder Kreisliga-A-Kollegen vom TV 89 Zuffenhausen. „Er ist uns über unseren Spieler Edward Azeta in die Hände gefallen“, freut sich Dimoulatos über den Transfer des türkischen Mittelfeldspielers, der auf seiner Instagramseite unter anderem freundschaftlich mit Ex-Nationalkicker Mesut Özil posiert. In dem schnellen Flügelspieler Ali Younis stößt zudem der Bruder von Angreifer Mehdi Younis zum Team. Darüber hinaus soll der Keeper Senan Licina den Konkurrenzkampf zwischen den Pfosten erhöhen. Weiterhin für sporadische Einsätze steht Ex-Profi Marc Stein zur Verfügung.

Ersetzen müssen die Hoffelder dagegen zwei „Diamanten“, wie Dimoulatos sie nennt. Der Angreifer Peter Güth, vergangene Saison mit 27 Treffern zweitbester Torjäger der Staffel und Shootingstar der Saison, hat sich dem Landesligisten FV Neuhausen angeschlossen. Und der Dribbler Aziz Issa wagt den Sprung ebenfalls in die Landesliga zum GSV Maichingen. „Ich hoffe, dass sie sich durchsetzen können“, wünscht Dimoulatos seinen beiden Youngstern alles Gute.

Zugänge: Jannik Hintermaier (TSV Heumaden), Ali Erne, Dani Mardini (beide TV 89 Zuffenhausen), Alico Zitzer (Spvgg 03 Ilvesheim), Senan Licina, Triantafilos Chasekidis (beide KV Plieningen), Augustnol Bohn (SC Stammheim), Patrick Wüst (bisher ohne Verein), Ali Younis (Sportfreunde Stuttgart).

Abgänge: Peter Güth (FV Neuhausen), Aziz Issa (GSV Maichingen), Sudaeis Nahime Mehraban (TSF Ditzingen), Edion Dermaku (SV Bonlanden II), Jadyn Kaschuba (pausiert).

Trainer: Grigorios Dimoulatos (seit Juli 2022).

Saisonziel: ein Platz unter den Top fünf (Platzierung in der vergangenen Saison: 2.).

Meistertipp: SV Sillenbuch, ABV Stuttgart.

Auftaktspiel: zuhause gegen KF Kosova Bernhausen (Sonntag, 31. August, 15 Uhr).

TSV Rohr

Den Abstieg des TSV Rohr konnte selbst ein Klaus Kämmerer nicht verhindern. Der oberligaerprobte Trainer und mehrfacher Meistermacher auf seinen Stationen Allianz, Vaihingen und Bonlanden ist dann doch kein Magier. Deshalb folgt nun der Neuanfang in der Kreisliga A. „Es ist wieder was Neues. Für uns gilt es jetzt erst einmal, in der Liga anzukommen“, sagt Kämmerer.

Letztmals waren die Rohrer dort vor fünf Jahren unterwegs, ehe der Sprung in die Bezirksliga gelang. In FV Germania Degerloch, KV Plieningen, Spvgg Stetten und KF Kosova Bernhausen sind immerhin vier Gegner noch die namentlich gleichen. Zum Saisonauftakt trifft das Kämmerer-Team gleich auf den Mitabsteiger ABV Stuttgart. Ein Fingerzeig, wozu die Mannschaft fähig ist, war laut dem Coach das Testspiel gegen den Landesligisten TSV Heimerdingen, das der TSV Rohr zwar mit 0:4 verlor. „Es war aber ein sehr guter Auftritt von uns“, sagt Kämmerer.

Erfreulich sind für ihn auch die Neuzugänge im Kader. „Alles Spieler, die Spaß machen“, sagt Kämmerer. Unter anderem kam in Gabriel Funke ein neuer Torhüter und in Marcel Ruis ein erfahrener Verteidiger. Ersetzen müssen die Rohrer neben lediglich drei Abgängen auch mehrere Wochen den Angreifer Fabian Rück. Der 30-Jährige zog sich in der Vorbereitung einen Muskelbündelriss zu. Trotzdem sei die Mannschaft motiviert, in die Runde zu starten. „Es wird sehr spannend“, sagt Kämmerer, der sich mit den Seinen erst einmal auf kein tabellarisches Ziel festlegen will. Die primäre Vorgabe lautet: die Mannschaft weiterentwickeln.

Zugänge: Gabriel Funke, Steven Bacheet (beide TSV Jahn Büsnau), Marcel Ruis (FC Schellbronn), Sefkan Kösker (Spvgg Cannstatt), Marco Kutzer (Umzug aus der Bodensee-Region).

Abgänge: Bastian Malchow (Spvgg Möhringen), Marcel Kousol (SV Vaihingen II), Thomas Leimbach (pausiert).

Trainer: Klaus Kämmerer (seit Juli 2024).

Saisonziel: die Mannschaft weiter entwickeln (Platzierung im vergangenen Jahr: 16. Bezirksliga)

Meistertipp: SV Hoffeld.

Auftakspiel: zuhause gegen ABV Stuttgart (Sonntag, 31. August, 15 Uhr)

MK Makedonija Stuttgart

Den Wunsch, den Sprung in die Bezirksliga zu schaffen, hegt der MK Makedonija Stuttgart bereits seit dem Kreisliga-A-Aufstieg im Jahr 2022. In dieser Saison soll der Wunsch endlich in Erfüllung gehen, so das klar formulierte Ziel des mazedonischen Clubs. „Wir haben uns in den vergangenen Jahren das Selbstvertrauen aufgebaut. Jetzt gilt es, keine Fehler mehr zu machen“, sagt der Vereinschef Jan Dimitrovski. Vor allem gegen die vermeintlich schwächeren Gegner hat sein Team in der jüngeren Vergangenheit immer wieder gepatzt und so den Anschluss an die Spitzengruppe verloren. Damit soll jetzt Schluss sein. „Wir müssen dauerhaft die Konzentration hochhalten“, sagt Dimitrovski.

In der Vorbereitung hätten sich die Spieler teilweise über Videoanrufe heiß gemacht und zum Laufen angespornt. Die Spieler, die zuhause geblieben sind, trainierten bis zu dreimal die Woche und absolvierten auf ihrem Heimgelände beim TSV Georgii Allianz ein kleines Trainingslager. Dort habe man ein tolles Umfeld, betont Dimitrovski. Regelmäßig sei bei den Heimspielen auch eine größere Anzahl an Zuschauern vor Ort. Ihnen wolle man „in der anstehenden Saison auch etwas zurückgeben“.

Welche Spieler dann noch das Trikot des Clubs tragen, ist kurz vor dem Saisonstart noch fraglich. Mehrere stehen aus beruflichen Gründen auf der Kippe. „Wir kämpfen aktuell noch etwas um sie“, berichtet Dimitrovski. Von den jungen Neuzugängen erwartet der Chef noch keine Wunderdinge. „Wir erhoffen uns langfristig von ihnen viel, aber sie müssen erst noch reinwachsen“, sagt Dimitrovski.

Zugänge: Marko Grujoski (TSV Schwieberdingen), Aleksander Ristov (SV Mettingen), Filip Popovski (FSV Waldebene Stuttgart-Ost).

Abgänge: Martin Frankowski (Ziel unbekannt).

Trainer: Zhivko Kolev (seit Januar 2020).

Saisonziel: Aufstieg in die Bezirksliga (Platzierung in der vergangenen Saison: 6.).

Meistertipp: ABV Stuttgart, GFV Ermis Metanastis Stuttgart, SV Sillenbuch.

Auftaktspiel: zuhause gegen TSV Heumaden (Sonntag, 31. August, 15 Uhr).