Bilder aus vergangenen Tagen: Andreii Shamenko wird nicht mehr das Trikot des FSV Waldebene Stuttgart-Ost tragen. Foto: Günter Bergmann

Andreii Shamenkos Wechselwunsch sorgt für Irritation auf der Waldebene. Der Hoffelder Siegtorschütze landet im Krankenhaus. Und die Degerlocher Germania macht es zweistellig.

Der FSV Waldebene Stuttgart-Ost, Tabellenführer der Staffel 2 der Fußball-Kreisliga A Stuttgart/Böblingen, gewinnt auch ohne seinen Topspieler weiter. Warum jener fehlt, ist inzwischen klar: Es hat intern gekracht. Der Blick auf alle Begegnungen des 14. Spieltags.

 

FSV Waldebene Stuttgart-Ost – TSV Kemnat 9:2

Der standesgemäße 9:2-Sieg des Spitzenreiters gegen das Tabellenschlusslicht ist zur Nebensache geworden. Der bevorstehende Abgang von Andreii Shamenko, des bisherigen Waldebene-Topspielers dieser Saison, sorgt für Gesprächs- und Zündstoff. Vergangene Woche hatte der Landesligist TSV Bernhausen sein Interesse an Shamenko öffentlich gemacht. Seit rund vier Wochen baggern die „Veilchen“ am schnellen Außenspieler, der selbst seinen Wechselwunsch kund getan hat – weshalb er von seinem aktuellen Trainer Rocco Cesarano seither aus dem Kader gestrichen ist. Was den Coach, der den Ukrainer seit zweieinhalb Jahren trainiert, irritiert: „Mit uns hat noch keiner vom TSV Bernhausen gesprochen.“ Der Transfer ist also noch längst nicht in trockenen Tüchern, für das Waldebene-Team wird Shamenko laut Cesarano aber definitiv nicht mehr auflaufen. Da legt der Trainer sich fest.

Auch ohne den Neun-Tore-Mann hatten die Gastgeber keine Mühe mit dem TV Kemnat. Leon Renner sorgte mit seinem Treffer in der fünften Minute für den Dosenöffner. Von da an boten sich den Platzherren weitere Chancen im Minutentakt. Was Cesarano freut: Sieben der neun eigenen Treffer waren sauber herausgespielt. „Am Ende war es einfach ein Klassenunterschied“, sagt er. Ioannis Potsou gelang ein Hattrick. Am nächsten Sonntag wollen die Waldebene-Kicker bei MK Makedonija Stuttgart die Tabellenspitze festigen. Sprich: dann als Erster in die Winterpause gehen.

Das bereits angeschlagene Kemnater Selbstvertrauen hat derweil einen weiteren Dämpfer bekommen. „Wir haben verdient in der Höhe verloren“, sagt der Trainer Markus Hummel. Schon zuvor hatte sich der ersatzgeschwächte Aufsteiger beim Tabellenführer wenig ausgerechnet. Auf dem Rasen konnte dann auch alle tapfere Gegenwehr die Schlappe nicht verhindern. Zum Jahresabschluss empfangen Hummel und die Seinen am nächsten Sonntag die Spvgg Möhringen.

Tore: 1:0 Leon Renner (5.), 2:0 Lauble (7.), 3:0 Leo Christ (12.), 3:1 Ringwald (32.), 4:1 Stürner (37.), 5:1 Beutenmüller (42.), 6:1 Leon Renner (55.), 7:1 Potsou (59.), 8:1 Potsou (71.), 9:1 Potsou (76.), 9:2 Badstieber (84., Handelfmeter).

Besonderes:

Spvgg Stetten – ABV Stuttgart 1:2

Nun ist es passiert, die Serie der Spvgg Stetten ist gerissen. Alle bisherigen sechs Heimspiele hatte der Filderclub in dieser Runde gewonnen, gegen den Bezirksliga-Absteiger ABV Stuttgart gab es am Sonntag die erste Niederlage auf der Weidacher Höhe. „Zu verlieren ist natürlich nie gut, nichtsdestotrotz haben wir eine tolle Serie gespielt“, sagt der Stettener Trainer Erdinc Cakir. Seiner Ansicht nach war das aktuelle Ergebnis vermeidbar. „Ein Unentschieden wäre leistungsgerecht gewesen“, sagt der Coach. Seine Mannschaft habe den einen Fehler zu viel gemacht. Dem zweiten Gegentor ging ein Missverständnis zwischen Verteidigung und Torhüter Marcel Lino voraus. Der Gästespieler Benedict Baumgartner nutzte die Verwirrung und staubte ab.

Bis dahin hatten sich beide Mannschaften ein zweikampfbetontes Spiel auf Augenhöhe geliefert. Hin und wieder blitzte die spielerische Klasse beider Teams auf. Nach der Pause waren die Gäste dann wacher und gingen erst durch Nicolas Gutzentat in Führung, ehe eben Baumgartner erhöhte. Stettens Tobias Burghardt verkürzte in der 73. Minute, der Ausgleich wollte dem Tabellenachten aber nicht gelingen.

Damit hat der ABV Stuttgart seine zwei vor der Partie gesetzten Ziele erreicht. Erstens: selbst über die 30-Punkte-Marke springen – der Tabellenzweite hat nun 31 Zähler auf dem Konto. Zweitens: Stetten die erste Heimniederlage beifügen. „Sie haben sehr gut gespielt. Nicht umsonst hatten sie bislang alle ihre Spiele gewonnen“, lobt der Degerlocher Trainer Achim Häusler. In der überaus fairen Partie sah er „ein echtes Topspiel“. Seine Einschätzung: „Für mich gehört Stetten unter die Top vier.“

Tore: 0:1 Gutzentat (55.), 0:2 Baumgartner (68.), 1:2 Burghardt (73.).

Besonderes:

KF Kosova Bernhausen – SV Sillenbuch 5:2

Tore schießen leicht gemacht: Der SV Sillenbuch leistete sich gegen den Tabellendritten KF Kosova Bernhausen zu viele Fehler in der Defensive und verlor deutlich mit 2:5. „Da wäre sicherlich mehr drin gewesen“, sagt der Spielleiter Hans-Georg Spies, auch weil die Seinen darüber hinaus zu viele eigene Chancen vergaben. Kurzzeitig waren die Gäste dem Ausgleich nahe, der vierte Gegentreffer von Dardan Aliu kurz vor Schluss sorgte dann aber für die Entscheidung. „Die Runde ist bislang sehr anstrengend für uns“, sagt Spies. Zu viele Spieler seien verletzt oder angeschlagen. „Leider ist uns Kader etwas zu dünn“, berichtet er. Deshalb würden angeschlagene Spieler zu früh wieder einspringen und fielen dann noch länger aus. „Bei uns herrscht das Prinzip Hoffnung, dass alle in der Winterpause wieder fit werden“, sagt Spies. Externe Verpflichtungen sind nicht geplant. Man werde „keinen Spieler einkaufen oder abwerben“.

In der Tabelle stehen die Sillenbucher als ursprünglicher Meisterschaftsfavorit weiterhin nur einen Punkt über der Abstiegszone. Mann des Tages beim Gegner war Endi Ramadani als vierfacher Torschütze.

Tore: 1:0 Ramadani (28.), 2:0 Ramadani (51.), 2:1 Harder (53.), 3:1 Ramadani (65.), 3:2 Auhagen (77.), 4:2 Dardan Aliu (88.), 5:2 Ramadani (90.).

Besonderes:

Spvgg Möhringen – TSV Rohr 2:4

Mit einer über weite Strecken dominanten Vorstellung hat sich der TSV Rohr den verdienten Auswärtssieg gesichert. Vor allem zu Beginn der zweiten Hälfte zeigte der Bezirksliga-Absteiger seine Offensivstärke. Kai Hauner erhöhte direkt nach Wiederanpfiff. Und nur wenige Minuten später zirkelte Yannik Jennert einen Freistoß sehenswert zum 0:3 in den Winkel. Endgültig entschieden war die Partie mit Miguel Accardis zehntem Saisontreffer zum 0:4. „Bis zur 70. Minute war es ein guter Auftritt“, sagt der Trainer Klaus Kämmerer. Dann brachten insgesamt fünf Spielerwechsel die Seinen etwas aus dem Rhythmus. Die Folge: Die Spvgg Möhringen konnte auf 2:4 verkürzen. Erstmals zum Rohrer Kader gehörte Yero Kissma Jagana. Der Torhüter kommt per Zweitspielrecht an die Dürrlewangstraße. Sein Stammverein ist oberschwäbische A-Kreisligist FC Wacker Biberach. In der Tabelle stehen die Rohrer als Vierter weiterhin fünf Punkte hinter dem Spitzenduo Waldebene und ABV.

„Die erste Hälfte war ganz gut, weil wir aber nicht gut aus der Halbzeit gekommen sind, haben wir das Spiel verloren“, sagt der Möhringer Trainer Tobias Fuchs. Sein Team ist unverändert Zehnter.

Tore: 0:1 Kutzer (26.), 0:2 Hauner (46.), 0:3 Jennert (52.), 0:4 Accardi (60.), 1:4 Munz (65.), 2:4 Friedrich (90.+5, Foulelfmeter ).

Besonderes:

TSV Heumaden – SV Hoffeld 1:2

In Heumaden wurden am ersten Advent bereits Geschenke verteilt. Doch nur eine Mannschaft nahm diese auch an. Nach einem Fehlpass von Hoffelds Keeper Senan Licina hatte Michele Maimone seinen zweiten Treffer auf dem Fuß, brachte den Ball aber freistehend nicht zur erneuten Führung unter. Zuvor hatte der Heumadener Stürmer aus dem Nichts sein Team in Front gebracht, ehe Agustnol Bohn für die Gäste mit einem abgefälschten Distanzschuss zum Ausgleich traf. In der zweiten Hälfte machten es die Hoffelder dann besser als ihre Gegner. Nach einem Fehlpass diesmal vom Heumadener Keeper Yunus-Emre Gebeci erzielte Matthias Ade mit einem Lupfer den Siegtreffer. Wermutstropfen dabei: Ade prallte nach seinem Abschluss mit Gebeci zusammen und verletzte sich schwer am Knie. Der Angreifer musste mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus.

Nicht nur die Verletzung schlug den Hoffeldern merklich aufs Gemüt. „Das war wirklich kein gutes Spiel von uns“, sagt der Trainer Grigorios Dimoulatos. Dennoch sind die Hoffelder damit seit zehn Spielen ungeschlagen. In Anbetracht zahlreich angeschlagenen Kicker ist man beim Vizemeister froh, dass sich die Hinrunde langsam dem Ende neigt. In Aldin Kadric haben die Hoffelder den ersten Neuzugang eingetütet. Der 19-jährige Mittelfeldmann spielte zuletzt in der A-Jugend des SV Vaihingen.

Auch der TSV Heumaden hat seit Wochen mit Verletzungen zu kämpfen. „Wir sind froh, wenn wir endlich eine Mannschaft aufs Feld bekommen, die um Punkte spielen kann“, sagt der Trainer Adnan Shakir Mannan. Die zuletzt guten Leistungen machen dem Coach des Tabellen-13. jedoch Hoffnung, dass man in der Rückrunde die nötigen Zähler für den Klassenverbleib sammeln wird. Aktuell belegt Mannans Team den Relegationsplatz.

Tore: 1:0 Maimone (9.), 1:1 Bohn (32.), 1:2 Ade (75.).

Besonderes:

FV Germania Degerloch – MK Makedonija Stuttgart 11:4

Ein bisschen Mitleid hatte der FV Germania Degerloch dann doch mit den Gästen. Nur mit einem Elf-Mann-Aufgebot war der MK Makedonija Stuttgart angetreten und hätte in der 45. Minute beim Stand von 5:0 nach einer Notbremse sogar nur zu zehnt sein sollen. „Wir haben zum Schiedsrichter gesagt, er soll nur Gelb zeigen“, berichtet der Degerlocher Trainer Claudio Marques. „Es war eine harmlose Grätsche, und Rot wäre sehr hart gewesen.“ Doch auch in Gleichzahl waren die Gäste völlig unterlegen. „Wir hätten auch 20 Tore machen können, so dominant waren wir“, sagt Marques. Mit dem Kantersieg haben die Degerlocher ihr Hinrundenziel von 25 Punkten erreicht und stehen aktuell auf dem sechsten Tabellenplatz.

Die Gäste, die eigentlich um die vorderen Plätze hatten mitspielen wollen, sind indes meilenweit von ihren Zielen entfernt. Als Vorletzter droht ihnen der Abstieg. „Wir geben nicht auf und kämpfen bis zum Schluss“, schwört der Abteilungsleiter Jan Dimitrovski die Seinen ein. Im Winter wolle man sich neu sortieren und in der Rückrunde Boden gutmachen. Mit Aleksandar Ristov, der in der vergangenen Saison noch für den SV Mettingen in der Kreisliga B Neckar/Fils gespielt hat, hatte der Verein kurzfristig die Problemzone im Tor beheben wollen. Doch auch der Neuzugang konnte in seinem ersten Spiel zwischen den Pfosten nicht überzeugen. Bei den Gegentoren eins und zwei verschätzte er sich jeweils bei Flanken. Dimitrovski wollte sich vom Spiel jedoch die Laune nicht verderben lassen – am selben Tag feierten nämlich seine Frau und sein Sohn ihre Geburtstage.

Tore: 1:0 Marvin Kuhn (17.), 2:0 Marvin Kuhn (20.), 3:0 Hofmann (24.), 4:0 Marvin Kuhn (37.), 5:0 Scheuermann (38.), 6:0 Hofmann (47.), 7:0 Fabian Kuhn (53.), 7:1 Ljupco Kolev (54.), 8:1 Scheuermann (68.), 9:1 Seifried (77.), 9:2 Ljupco Kolev (82.), 10:2 Moquet (83.), 10:3 Jeremic (85.), 10:4 Mitrov (87.), 11:4 Scheuermann (89.).

Besonderes:

KV Plieningen – GFV Ermis Metanastis Stuttgart 2:0

Wie der KV Plieningen sein Team besiegen konnte, kann sich Jetmir Fetai nicht so richtig erklären. „Es würde mich wundern, wenn die Plieninger es selbst wissen“, sagt der Trainer des GFV Ermis Metanastis Stuttgart. Nach der roten Karte für Patrizio Ferrari wegen einer Notbremse waren die Gäste gut 65 Minuten lang in Überzahl. „Wir waren aber zu dumm, ein Tor zu schießen“, ärgert sich Fetai. Stattdessen konterte der leidenschaftlich verteidigende Gegner zweimal effizient. Djellon Dragusha erzielte nach einer Vorlage von Yannick Stepan das 1:0 für die Plieninger. Und kurz vor Schluss köpfte Louay Salem einen Abpraller von Djellon Dragushas Lattenschuss zum 2:0 ein.

„Das war wieder eine super mannschaftliche Leistung von uns“, sagt der Plieninger Trainer Nikolai Pozorski. Sein Team habe alles gezeigt, was es stark mache. „Wir haben uns gut aufs Verteidigen konzentriert, aber auch sehr clever umgeschaltet“, berichtet der Coach.

Tore: 1:0 Djellon Dragusha (73.), 2:0 Salem (89.).

Besonderes: rote Karte für Ferrari (Plieningen, 25./Notbremse).

SV Vaihingen II – Sportfreunde Stuttgart 5:0

Der SV Vaihingen II hat sich den Frust von der Seele geschossen. Nach zuvor sechs sieglosen Spielen hat der Aufsteiger mal wieder einen Sieg gelandet. Und zwar einen deutlichen. „Das hat uns gut getan“, berichtet der Spielertrainer Oliver Heringhaus. Von Beginn an lief das Spiel in die Richtung der Gastgeber. Bereits nach vier Minuten sorgte Lennard Illig für die frühe Führung, als seine „misslungene“ Hereingabe ins Tor segelte. Entscheidend war letztlich, dass Marcel Kousol mit einem Doppelschlag noch vor der Pause auf 3:0 stellte. Bis dahin war das Spiel recht ausgeglichen. Unmittelbar nach dem Wiederanpfiff köpfte Nilson Jemixe nach einer Ecke zum 4:0 ein. Den Schlusspunkt markierte der eingewechselte Co-Trainer Jean Jacques Ebongue, der nach einem Abpraller das 5:0 erzielte. „Man hat in dem Spiel gesehen, dass der Lernmodus allmählich bei allen eingesetzt hat“, sagt Heringhaus über den soliden Auftritt seines Teams.

Bei den Sportfreunden akzeptiert man grundsätzlich die Niederlage. „In der Höhe geht sie aber nicht in Ordnung“, sagt der Gäste-Spielertrainer Tim Eichler. Seine Mannschaft habe das Spiel knapper gestaltet, als es das Ergebnis aussage. Vaihingen sei auf dem eigenen, rutschigen Platz besser zurechtgekommen. Damit ist der kleine positive Trend der Sportfreunde nach dem erneuten Trainerwechsel (ein Sieg, ein Unentschieden) vorerst gestoppt.

Tore: 1:0 Illig (5.), 2:0 Kousol (39.), 3:0 Kousol (40.), 4:0 Jemixe (46.), 5:0 Ebongue (73.).

Besonderes: