Der Herbstmeister in der Fußball-Kreisliga A Stuttgart/Böblingen, Staffel 1, steht fest. (Symbolbild) Foto: IMAGO/Rene Traut

Türkspor geht in Uhlbach unter, Zazenhausen überrascht im Derby und ein Prag-Spieler gibt sich mit nur einem Traumtor nicht zufrieden.

Der 14. Spieltag wirbelt die Spitzengruppe der Fußball-Kreisliga A Stuttgart/Böblingen, Staffel 1, durcheinander. Münster schwingt sich nach einem Patzer von Türkspor zum ersten Beograd-Verfolger auf. Dahinter verdrängt die SG Weilimdorf die Sportvg Feuerbach von Platz vier. Und im Tabellenkeller holt Zazenhausen ausgerechnet gegen einen formstarken Derbygegner wichtige Punkte.

 

TSV Uhlbach – Türkspor Stuttgart 5:2

Die Überraschung des Spieltags: Spitzenteam Türkspor verliert in Uhlbach – und das auch noch deutlich. Ganze fünf Treffer schenkte die Heimmannschaft um Joshua Menger dem bisherigen Tabellenzweiten ein. Zweimal war der spielende Übungsleiter, der diesmal von Beginn an im zentralen Mittelfeld agierte, selbst zur Stelle. Doch trotz seiner letzlich ausschlaggebenden Tore zum 2:1 und zum 3:1 „habe nicht ich das Spiel entschieden, sondern die ganze Mannschaft“, stellte Menger klar. Gegen einen starken Gegner sei der Plan, Türkspor die Initiative zu überlassen und auf schnelles Umschalten zu setzen, voll aufgegangen. „Wir haben dank unserer Effizienz verdient gewonnen“, sagte Menger.

Von einem „enttäuschenden Sonntag“ sprach dagegen sein Pendant Memik Erdogan. „Wir haben gut angefangen, aber dann den Faden verloren“, kritisierte der Türkspor-Trainer die Leistung seines Teams. Gleich mehrmals hätten schwere individuelle Fehler zu Gegentoren geführt. „Jetzt brauchen wir erst einmal nicht mehr auf die Tabellenspitze zu schauen“, sagte Erdogan angesichts von nun sechs Punkten Rückstand auf den OFK Beograd.

Tore: 0:1 Dogansoy (24.), 1:1 Ogayo (37.), 2:1 Menger (66.), 3:1 Menger (84.), 4:1 Ogayo (85.), 4:2 Arslan (88., Elfmeter), 5:2 Haussecker (90.+2).

Besonderes:

TSV Mühlhausen – OFK Beograd Stuttgart 0:2

Der Herbstmeister der A1 steht fest. In Mühlhausen konnte der OFK Beograd den Türkspor-Ausrutscher nutzen und seinen Vorsprung an der Tabellenspitze ausbauen. Doch der Auswärtssieg war für den Aufstiegsanwärter ein hartes Stück Arbeit. So konnte Mühlhausen die Partie bis kurz vor Schluss offen halten. TSV-Trainer Armend Mehmeti sah sein Team gar etwas stärker als den hochfavorisierten Gegner: „Wir hatten mehr Spielanteile.“

Umso bitterer sei das Tor zum 0:1 gewesen, das Mehmeti als „Geschenk“ bezeichnete. „Nach einem langen Schlag gehen beide Innenverteidiger zum Ball, aber keiner hat ihn.“ Im anschließenden Eins-gegen-Eins mit Schlussmann Christian Tadic gab sich Nikola Lakovic keine Blöße – bereits der 17. Saisontreffer von Beograds Top-Torjäger. Während TSV-Kapitän Milos Bjelkic in der zweiten Hälfte am Pfosten scheiterte, zeigte sich der Tabellenführer effizienter und entschied das Spiel in der 85. Minute durch Rade Lazic.

OFK-Co-Trainer Ratko Milic spricht zwar von einer zähen Partie auf einem „kleinen und relativ rutschigen Platz“. Doch nun freue man sich vor allem über die vorzeitige Herbstmeisterschaft. „Wir haben damit unser Ziel, die Hinrunde unter den Top drei zu beenden, mehr als erreicht“, sagt Milic. Mühlhausen rutschte dagegen auf den Relegationsrang ab. „Das ist natürlich weit unter unseren Ansprüchen“, sagt Mehmeti. Dennoch habe seine Mannschaft mit der starken Leistung gegen den Spitzenreiter den Aufwärtstrend aus der vergangenen Woche bestätigen können. „Das gibt Mut für die weiteren Aufgaben.“ Zum Abschluss der Hinrunde trifft der TSV auf Türkspor.

Tore: 0:1 Lakovic (25.), 0:2 Lazic (85.)

Besonderes:

SC Stammheim – TSV Münster 2:5

Erster Verfolger von Beograd ist nun der TSV Münster. Dank eines „Pflichtsiegs“ (TSV-Abteilungsleiter Benjamin Beck) in Stammheim zog der neue Tabellenzweite an Türkspor vorbei. Dabei hatte der Außenseiter nach einem frühen Treffer von Goalgetter Nikitas Skordoulis bis zur 39. Minute in Führung gelegen. Doch mit zwei Doppelschlägen – einer kurz vor und einer kurz nach der Pause – stellte der Favorit die Verhältnisse klar.

Beck freute sich über das hohe Ergebnis: „Wir haben die Tore gemacht, daran hapert es bei uns ansonsten oft.“ Sein Team sieht Münsters Abteilungsleiter tabellarisch in einer guten Ausgangsposition. Er sagt: „Wir wollen so lange oben mitspielen, wie es geht.“ Bei Gegner Stammheim sorgte die sechste Niederlage in Folge derweil für den nächste Rückschlag im Abstiegskampf. Besonders besorgniserregend: Münsters Treffer waren bereits die Gegentore 81 bis 85 für die Schießbude der Liga – und das am 14. Spieltag.

Tore: 1:0 Skordoulis (8.), 1:1 Andert (39.), 2:1 Alkan (45.+3), 3:1 Djelassi (48.), 4:1 Gugjolli (52.), 5:1 Hussein (77.), 5:2 Skordoulis (80.)

Besonderes:

SSV Zuffenhausen – TV Zazenhausen 2:3

Ein Derby stellt gerne einmal den vorangegangenen Saisonverlauf auf den Kopf . Zum Beispiel, wenn der bisherige Tabellen-13. auswärts beim heißesten Team der Liga antritt– und dennoch drei Punkte mitnimmt. So geschehen im Fall des TV Zazenhausen, der am Sonntag überraschend die Siegesserie des SSV Zuffenhausen beendete. „Wir haben mit dem Mut der Verzweiflung gespielt und wurden dafür belohnt“, schwärmte Zazenhausens Coach Stefan Schuon vom Kampfgeist seines Teams. Doch auch spielerisch habe seine Elf überzeugt. „Vor allem die erste Hälfte ging klar an uns.“ Ein Indiz für die starke Leistung der Zazenhausener: Nach zuletzt elf Treffern in vier Spielen blieb Zuffenhausens Ausnahmekönner Dennis Klose diesmal torlos.

SSV-Spielertrainer Nevzat Dursun haderte derweil mit der Einsatzbereitschaft seines Teams: „Der Gegner war immer einen Schritt vor uns am Ball.“ Dursun schloss nicht aus, dass das auch mit einer falschen Erwartungshaltung nach zuvor sechs Siegen in Serie zu tun gehabt haben könnte. „Vielleicht dachten manche, dass wir jetzt gegen so einen Gegner sowieso gewinnen.“

Aufgrund der Niederlage verpasste es Zuffenhausen vor dem schweren Auswärtsspiel in Münster, weiter an die Spitzengruppe heranzurücken. Zazenhausen steht indes nun dank des überraschenden Dreiers über dem Strich. Neun seiner bislang zwölf Zähler sammelte Schuons Team im November. „Das zeigt, dass die Jungs trotz des schlechten Saisonstarts gut weitergearbeitet habe“, lobt der Übungsleiter.

Tore: 0:1 Quast (33.), 0:2 Frank (57.), 1:2 Yalman (60.), 1:3 Berger (68.), 2:3 Öztürkmek (88.)

Besonderes:

SV Prag – SG West 3:3

Den 30. November 2025 dürfte Paul Kress noch lange in Erinnerung behalten: Gegen die SG West gelangen dem Prag-Akteur am 14. Spieltag gleich zwei Traumtore. Mit seinem zweiten Streich – einem Fernschusstreffer aus gut 25 Metern – kürte er sich in der 90. Minute endgültig zum Mann des Spiels. Es war der Ausgleich nach einer späten Aufholjagd. Denn begonnen hatte die Partie für Prag denkbar schlecht, West führte früh mit zwei Toren. „Wir haben einen super Start hingelegt“, sagte West-Trainer Benedikt Goos.

Vor der Pause schlug Paul Kress zwar mit einem direkt verwandelten Freistoß aus 20 Metern zum ersten Mal zu. Doch zunächst ließ sich West davon nicht beeindrucken. Mario Fetsch stellte in der 52. Minute den alten Abstand wieder her. „Danach verpassen wir mehrmals das 4:1“, haderte Goos mit einigen vergebenen Chancen.

Sein Gegenüber Frederik Bruder kritisierte derweil den bis dato schwachen Auftritt seines Teams: „Spielerisch war das eine unserer schlechtesten Leistungen in dieser Saison“. Erst in der Schlussphase schöpften die Prager durch den Anschlusstreffer von Emil Klein neue Hoffnung, aufgelegt von – natürlich – Paul Kress. Als dieser später auch noch den Ausgleich folgen ließ, war der Frust bei den Gästen spürbar. „Die Enttäuschung ist nach diesem Spielverlauf groß“, sagte Goos. Allerdings hoffte er auf einen Lerneffekt bei seiner jungen Mannschaft. „Wir müssen da einfach abgezockter werden.“

Tore: 0:1 Henke (11.), 0:2 Riehle (20.), 1:2 Kress (35.), 1:3 Fetsch (52.), 2:3 Klein (82.), 3:3 Kress (90.)

Besonderes:

Sportvg Feuerbach – SG Weilimdorf 1:2

Knapper Sieg im Duell der Tabellennachbarn: Mit einem Auswärtserfolg in Feuerbach zieht die SG Weilimdorf am nun punktgleichen Gegner vorbei und schiebt sich auf Platz vier. „Wir verspüren keinen Aufstiegsdruck, aber die gute Tabellenposition überrascht uns auch nicht“, sagte Weilimdorfs Spielleiter Philip Baltsios anschließend. „Unsere junge Mannschaft entwickelt sich von Spiel zu Spiel, wir sind gerade im Flow.“ Zuvor hatte Baltsios ein „intensives Spiel auf Augenhöhe, mit hohem Tempo auf beiden Seiten“ gesehen.

Feuerbachs Trainer Sven Damnig staunte vor allem über Kilian Bruckners Führungstreffer in der 13. Minute, eine Volley-Abnahme aus rund 25 Metern. „Das war ein absolutes Traumtor“, erkannte Damnig neidlos an. Sein Team habe in der zweiten Hälfte besser in die Partie gefunden, sich aber zu wenig zwingende Chancen herausgespielt.

Kurz vor Schluss sah dann auch noch Feuerbachs 19-jähriger Innenverteidiger Kai Mährle nach einer unübersichtlichen Szene die Rote Karte. „Der Schiri meinte, Kai hätte den gegnerischen Stürmer im Zweikampf am Hals festgehalten“, erzählt Damnig. Er selbst habe das anders wahrgenommen. „Aus meiner Sicht hätte die Gelbe Karte gereicht.“ Trotz Unterzahl gelang Feuerbach kurz darauf der Anschluss, zu mehr reichte es allerdings nicht mehr.

Tore: 0:1 Bruckner (13.), 0:2 Bruckner (45.+2), 1:2 Balci (88.)

Besonderes: Rote Karte für Feuerbachs Mährle (86., Tätlichkeit)

TSV Weilimdorf II – SportKultur Stuttgart 6:1

Ein gelungener Sonntag war es auch für das andere Weilimdorfer Team der Liga. Gegen den Tabellenvorletzten SportKultur siegte die zweite Mannschaft des TSV standesgemäß mit 6:1. „Das Ergebnis war auch in dieser Höhe verdient“, sagte Weilimdorfs Trainer Jürgen Zeyer. In den Wochen zuvor hätten seine Spieler „fußballerisch nicht so überzeugt“. Umso mehr freute sich Zeyer über die überzeugende Antwort gegen die SportKultur. „Die Jungs haben das sehr kontrolliert gespielt.“ Mit Blick auf die bald anstehende Winterpause fügte er hinzu: „Mit unserer Vorrunde sind wir als Aufsteiger schon jetzt sehr zufrieden.“

Ganz anders stellt sich die Lage bei der SportKultur dar. Fünf Punkte beträgt dort inzwischen der Abstand auf den Relegationsplatz. Immerhin: In der kommenden Woche spielt das Kellerkind zuhause gegen den Tabellennachbar Stammheim. Wer hier gewinnt, könnte zum Jahresausklang noch einmal neue Hoffnung auf den Klassenverbleib schöpfen.

Tore: 1:0 Ferrara (9.), 1:1 Schullehner (12., Elfmeter), 2:1 Kugiumtzidis (22.), 3:1 Kraft (43.), 4:1 Kugiumtzidis (57.), 5:1 Kraft (66.), 6:1 Takasaki (70.)

Besonderes:

TB Untertürkheim – TV89 Zuffenhausen 2:2

Eine Woche nach der 1:7-Klatsche bei der SG Weilimdorf setzt es die nächste Enttäuschung für den TV Zuffenhausen: Nur ein Punkt beim Schlusslicht in Untertürkheim taugt nicht als Wiedergutmachung. „Das war von beiden Seiten kein gutes Spiel“, kritisierte TVZ-Coach Umut Yürük. Früh in Rückstand geraten, drehte sein Team kurz vor der Pause dank eines schnellen Doppelpacks von Christos Kirtzakis die Partie. „Nach der Halbzeit wollten wir dann eigentlich den Deckel drauf machen“, schildert Yürük.

Doch es kam anders, Emanuel Andoe traf mit seinem zweiten Tor des Tages zum Ausgleich. Anschließend verpassten Yürük zufolge beide Mannschaften einige gute Gelegenheiten auf den Siegtreffer. Das Ergebnis sei deshalb zwar verdient, sorge aber für unterschiedliche Gemütslagen: „Für die ist es ein Punktgewinn, für uns sind es zwei verlorene Punkte.“ Mit nun drei Zählern hat Untertürkheim trotzdem weiterhin die rote Laterne inne. Bereits am Donnerstag trifft der Tabellen-16. auf die formstarke SG Weilimdorf, während sich Zuffenhausen am Sonntag gegen den TSV Weilimdorf II die letzte Chance zur Trendumkehr vor der Winterpause bietet.

Tore: 1:0 Andoe (14.), 1:1 Kirtzakis (40.), 1:2 Kirtzakis (43.), 2:2 Andoe (54.)

Besonderes: