Nach dem Wechsel von Felix Luz zum Regionalligisten Viktoria Aschaffenburg wird Fabio Morisco Trainer der Kreisliga-A-Fußballer des TSV Deizisau.
Es ist die im wahrsten Sinne naheliegendste Lösung: Nachdem Felix Luz die Kreisliga-A-Fußballer des TSV Deizisau verlassen hatte, um den Regionalligisten Viktoria Aschaffenburg zu trainieren, übernimmt zunächst bis zum Saisonende Fabio Morisco. Spielleiter Thomas Stiehl musste jedenfalls nur eine Haustür weiter klingeln, um über die Modalitäten zu sprechen. Morisco, der bis zum Sommer 2013 für die Deizisauer gekickt hatte und seit vier Jahren Stiehls Nachbar ist, soll die zurzeit auf Platz acht – mit gerade mal drei Punkten Rückstand auf die Spitze – stehende Mannschaft fit machen, um ins Rennen um den Aufstieg einzugreifen. Im Falle der Deizsiauer wäre es der Wiederaufstieg in die Bezirksliga. Am Montagabend leitet Morisco das erste Training.
„Ich habe es ein bisschen gehofft“, gibt Morisco lachend auf die Frage zu, ob er nach der Nachricht von Luz’ Weggang mit einer entsprechenden Anfrage gerechnet habe. Nun geht er die Aufgabe mit Freude, „aber mit Demut an“. Auch, weil es für einen Trainer nie einfach ist, eine Mannschaft in der Winterpause zu übernehmen. Stiehl jedenfalls hätte grundsätzlich einen Wechsel – schon wieder – während der Saison nicht gebraucht. Ex-Profi Luz, der dem Ruf von Aschaffenburgs Sportvorstand Felix Magath gefolgt war, ist er aber in keinster Weise böse: „Wenn du die Chance hast, einen Job im bezahlten Fußball zu bekommen, musst du zugreifen.“
„Er ist ein Erfolgstyp“
Lange überlegen musste Morisco jedenfalls nicht. „Mit vielen Leuten im Verein durfte ich im TSV-Trikot gegen den Ball treten“, erklärt er. Urgestein Benjamin Widmaier und Nico Hägele bleiben als Co-Trainer erhalten. Und Stiehl fasst zusammen: „Ein Deizisauer und ehemaliger Deizisauer Spieler übernimmt die Deizisauer Mannschaft.“ Gleichwohl ist er von Moriscos Fähigkeiten überzeugt. „Fußballerisch hat er schon Ahnung, er ist ein Erfolgstyp“, sagt er. Dass es bislang noch zu keiner Zusammenarbeit mit dem Trainer Morisco kam, lag nach Stiehls Aussage nur daran, dass die Deizisauer einen Coach hatten, wenn Morisco frei war – und der nicht frei war, wenn sie einen gebraucht haben. Nach seiner ersten Trainerstation ab 2013 beim TV Hochdorf betreute der frühere Mittelfeldspieler den FV Plochingen, den 1. FC Heiningen, den TSV Köngen und bis zum vergangenen März den TSV Bad Boll.
„Die Qualität ist da“
Und wie lauten nun die Ziele bei den Deizisauern? Stiehl nimmt das Wort „Wiederaufstieg“ nicht in den Mund, sondern formuliert, dass man von Platz acht aus „ein paar Plätze klettern“ möchte. Wobei die Tabelle so eng ist, dass die Deizisauer mit einem Sieg im Nachholspiel am 22. März beim Tabellenführer TSV Wernau punktemäßig mit diesem gleichziehen würden. Dazu haben die meisten Konkurrenten bereits ein Spiel mehr absolviert als die Deizisauer (und Wernauer). Morisco möchte sich freilich erst einmal ein genaueres Bild von der Mannschaft machen. Aber er sagt zumindest: „Viele Spieler sind im besten Fußballeralter und haben schon in der Bezirks- oder gar Landesliga gespielt. Die Qualität ist da, wenn wir die PS auf die Straße bringen, sind wir ein Titelanwärter.“
Das zu erreichen, ist nun seine Aufgabe. Mit Ausnahme von Torhüter Dennis Schwarz, der vom TSV Denkendorf kam, bleibt der Kader unverändert. Und Morisco sagt, in Bezug auf die schwankenden Leistungen aller Mannschaften im vorderen Tabellenbereich, allgemein: „Die Konstanz wird das Entscheidende sein.“ Wie es läuft, kann in Zukunft bei einem Kaffee unter Nachbarn analysiert werden.