Zwischen den Stehplätzen und der Haupttribüne wird ein fester Zaun installiert. Foto: Archiv (avanti)

Der SGV Freiberg kann einen festen Zaun in der heimischen Arena installieren, wodurch auch Risikospiele in der höheren Fußballliga möglich sind.

Vor wenigen Wochen feierten die Fußballer des SGV Freiberg mit dem Aufstieg in die Regionalliga den größten Erfolg ihrer Vereinsgeschichte. Auch für die Stadt sicherlich ein fast schon historisches Ereignis. Doch das seit Jahren angespannte Verhältnis zwischen Verwaltung und Vereinsführung drohte im Zuge des Aufstiegs noch frostiger zu werden.

 

Heimspiele in 70 Kilometer Entfernung?

Denn in der Regionalliga muss es bei Risiko- und Hochrisikospielen einen Stehplatzbereich für die Gäste-Fans geben, der durch einen festen Zaun von der Haupttribüne getrennt ist. Damit sollen Zuschauer-Ausschreitungen vermieden werden. Eine mobile Lösung wie im Oberliga-Duell vor knapp einem Jahr gegen die Stuttgarter Kickers entspricht nicht den Vorgaben. Da sich Verein und Verwaltung aber zunächst nicht über den Bau eines festen Zauns einigen konnten, gab es schon Pläne, die Heimspiele im 70 Kilometer entfernten Nöttingen auszutragen – mit finanziellen Einbußen für den SGV, die Präsident Emir Cerkez auf einen siebenstelligen Bereich taxierte.

Doch die Parteien haben sich auf eine Lösung für das erste Heimspiel am 6. August gegen den VfR Aalen geeinigt, die womöglich zur „vorläufigen Dauerlösung“ wird: „Es wird ein fester Zaun gebaut, der den Auflagen der Polizei entspricht“, sagt Cerkez. In „sehr konstruktiven Gespräche“ hätten alle Beteiligten dem jetzt zugestimmt. Am 26. Juli entscheide der Freiberger Gemeinderat nun darüber, ob das eine dauerhafte Lösung wird. „Und wir sind zuversichtlich, dass die Abstimmung positiv für uns verläuft“, hofft Emir Cerkez. Die Baufirmen hätten zugesichert, „dass alles rechtzeitig fertig wird und wir unser historisches, erstes Regionalligaspiel im Wasenstadion austragen können“.

Die Kosten für den Zaun wird wohl der Verein tragen müssen.

Über die Kosten für die Baumaßnahme möchte Cerkez nicht sprechen, „das ist jetzt unwichtig“. Bürgermeister Dirk Schaible möchte dem Gemeinderats nicht vorgreifen, „aber der Verein muss damit rechnen, dass er dies tragen muss“. Verglichen mit den Einbußen durch fehlende Ticketeinnahmen und den Mehrkosten, die man bei einem Ausweichen nach Nöttingen hätte, ist das für den SGV wohl das deutlich kleinere Übel. Doch Cerkez sagt auch: „Wir werden uns demnächst mit der Stadt über ein Gesamtkonzept unterhalten müssen.“ Denn etabliert sich der SGV dauerhaft in der Regionalliga, muss er für Freitagabendspiele ein Stadion mit Flutlicht vorweisen – das Wasenstadion hat jedoch keine Beleuchtung. Und dies wäre eine deutlich größere Investition als ein paar Meter Zaun. Doch „das ist ja ,nur’ Geld“, gibt Schaible zu bedenken und weist auf ein weiteres Problem hin: „Nach einer gewissen Kulanzzeit verlangt die Regionalliga ja, dass der Zuschauerbereich vom Spielfeld getrennt ist. Und das kann ich mir nur schwer vorstellen.“ Schließlich gebe es im Stadion noch andere Nutzer als den SGV Freiberg Fußball.

Der Bürgermeister spricht eine andere Lösung an: „Wir haben dem SGV angeboten, günstig eine Fläche zu erwerben und dort ein taugliches Stadion zu errichten. Darauf ist der Verein bislang nicht eingegangen.“ Natürlich sei dies eine große Investition. „Aber je professioneller der SGV wird, desto höher werden auch die Anforderungen. Und da sehe ich beim Wasenstadion eben Probleme.“