Beim Ehrenamtsabend des Fußballbezirks Stuttgart/Böblingen in Herrenberg wanderten auch einige Auszeichnungen in den Kreis Böblingen. Platz zwei beim Vereinspreis ging an den TSV Ehningen, Dritter wurde der TSV Kuppingen. Und ein Mann für alle Fälle vom SV Deckenpfronn gehört ebenfalls zu den Gewinnern.
Jeder Verein funktioniert nur, weil unermüdliche Menschen mitanpacken. Diese nicht gerade neue Erkenntnis zog sich wie ein roter Faden durch die erste Ehrenamtsveranstaltung des Fußballbezirks Stuttgart/Böblingen.
Einer der vielen engagierten Schaffer ist Achim Gack, seit über 41 Jahren Schiedsrichter und seit 2021 gewählter Obmann der Gruppe Böblingen, für den es selbstverständlich war, seine frisch renovierten Geschäftsräume in Herrenberg für einen rundum gelungenen Abend zur Verfügung zu stellen. „Einen Oberbürgermeister hatten wir noch nie zu Gast“, war die Anwesenheit von Nico Reith für den Bezirksvorsitzenden Michael Spörer auch eine Art Wertschätzung für die über 100 anwesenden Ehrenämtler.
Der OB, selbst langjähriger Kicker, ließ Zahlen sprechen. Von den rund 34 000 Einwohnern der Gäumetropole sind über über 12 000 Leute Mitglied in einem Sportverein der Kernstadt oder der sieben Teilorte. „Ehrenamt macht man nicht, weil man Zeit hat, sondern weil man Herz hat“, betonte Reith.
In die gleiche Kerbe schlug Giuseppe Palilla, Ehrenamtsbeauftragter beim WFV. „Sie alle gestalten, sorgen für Vielfalt, geben ein Stück Heimat“, betonte der ehemalige Schiri. „Sie sorgen dafür, dass unsere Kinder außerhalb der Familie Werte vermittelt bekommen.“ Kurzum: „Ohne euch Ehrenamtliche läuft nix.“ Das betonte auch Harald Müller vom Sportkreis Stuttgart. „Sie haben sich in einem ganz besonderen Maße ihrem Hobby, ihrem Verein verschrieben“, machte der Funktionär deutlich. „Ohne das Ehrenamt würde auch dem Fußball in Deutschland die Luft ausgehen.“
In vier verschiedenen Kategorien wurden Auszeichnungen verliehen. Eine davon kümmerte sich um Vereine wie den TSV Tailfingen, die im vergangenen Jahr einen runden Geburtstag feiern konnten.
Bezirkssieger bei den jungen Helden kommt vom MTV Stuttgart
Zudem wird seit langer Zeit das Engagement von jungen Helden im Alter von 16 bis 30 hervorgehoben, ,die sich in der Kinder- und Jugendarbeit im Amateurbereich einbringen. Dabei geht es um herausragende Persönlichkeiten, die mit Leidenschaft und Hingabe ihren Klubs ein unverzichtbares Fundament geben. „Jung, motiviert und ziemlich wertvoll für ihre Vereine“, betonte Moderator Moritz Werz in seiner Laudatio. Ziel sei es, junge Trainer, Betreuer und Jugendleiter für ihre Leistungen zu würdigen und zu motivieren.
Als Bezirkssieger wurde hier Otto Birk vom MTV Stuttgart gekürt. Nicht nur als Jugend- und Torwartcoach ist er aktiv, sondern begleitet auch einen Inklusionstrainer während dessen Ausbildung. Mit viel Geduld und Engagement unterstützt er die Integration von Menschen mit Behinderung in den Fußball. Sein Einsatz macht ihn zu einem Vorbild für gelebte Inklusion. Als Anerkennung erhielt er eine einwöchige Bildungsreise nach Spanien.
Seit 1987 verleiht der DFB zusammen mit seinen Landesverbänden jährlich den Ehrenamtspreis. Als Bezirkssieger unter über einem Dutzend von den Vereinen eingereichten Vorschlägen ging Alexander Rieß vom TB Untertürkheim hervor, der zudem für ein Jahr in den Klub 125 aufgenommen aufgenommen wurde. Auf ihn wartet eine Einladung zur offiziellen Ehrungsveranstaltung im deutschen Fußballmuseum sowie ein Besuch eines Länder- und Bundesligaspiels. Mit fast 20 Jahren als Abteilungsleiter beim TBU hinterlässt er deutliche Spuren: Nachhaltigkeitsprojekte und innovative Merchandising-Ideen sind nur zwei davon. Als Mann für alle Fälle bei seinem Heimatverein SV Deckenpfronn bezeichnet sich derweil Ralf Paulus, der ebenfalls mit dem DFB-Ehrenamtspreis ausgezeichnet wurde.
Herausragendes Engagement würdigt der WFV zudem mit dem Vereinsehrenamtspreis. Insgesamt werden in den zwölf Bezirken bis zu 80 000 Euro in Form von Preisgeldern und Sachleistungen ausgeschüttet. „So haben wir die Möglichkeit, den Vereinen die Auszeichnung zu geben, die ihr unermüdlicher Einsatz verdient. Die Auswahl der Preisträger war dieses Jahr eine Herausforderung, da viele bemerkenswerte und kreative Projekte eingereicht wurden“, betonte WFV-Mitarbeiterin Katja Wöhrle. „Die ausgewählten Klubs seien nur einige von vielen Beispielen für das breite ehrenamtliche Engagement in Württemberg.
Auf dem ersten Platz im Bezirk Stuttgart/Böblingen landete der MTV Stuttgart, bei dem Inklusion groß geschrieben wird. So wird beispielsweise einem geistig behinderten Fußballer die Junior-Coach-Ausbildung ermöglicht. Auf dem zweiten Platz rangiert der TSV Ehningen. Im vergangenen Herbst wurden die rührigen Macher um Sezer Karakoc mit dem Projekt „First togetherness“ zur Gewaltprävention bereits mit dem Stern des Sports in Bronze ausgezeichnet.
Seit vielen Jahren unterstützt der TSV Kuppingen, der Dritter wurde, mit vielfältigen Aktionen die Arbeit des Fördervereins krebskranker Kinder in Tübingen. „Wir wollen als Verein für Werte wie Toleranz, Vielfalt und Hilfsbereitschaft einstehen und aus diesem Grund einen Beitrag für soziale Projekte in der Region leisten“, sagte Pressesprecher Werner Szalay. Hinter dem FSV Waldebene Stuttgart Ost, TSV Uhlbach, TSV Bernhausen, TV 89 Zuffenhausen landete die SpVgg Aidlingen auf dem achten Platz.
All die Gewinner des Abends in Herrenberg stehen stellvertretend für tausende Ehrenamtliche im Bezirk und in ganz Württemberg „die sich Woche für Woche mit Leidenschaft für ihre Vereine einsetzen“, freut sich Michael Spörer jetzt schon auf die Bewerbungen für das Jahr 2025, die zwischen 1. April und 31. Mai entgegengenommen werden.