Starke Leistungen, klare Worte: Bernd Leno, Torhüter des FC Arsenal. Foto: Getty

Er wurde beim VfB ausgebildet, nun ist er Stammtorhüter des FC Arsenal: Bernd Leno wünscht seinem Ex-Verein den sofortigen Wiederaufstieg – auch wenn er nicht vergessen hat, dass in Stuttgart nicht immer alles rund gelaufen ist.

London/Stuttgart - Bernd Leno (27) ist der Stammtorhüter des FC Arsenal, doch nicht nur weil es für ihn sportlich bestens läuft, hat er den Schritt nach London nie bereut. „Die Premier League ist die beste Liga der Welt“, sagt der frühere VfB-Keeper im Vorfeld des EM-Qualifikationsspiels gegen die Niederlande (Freitag, 20:45 Uhr/RTL) im Interview mit unserer Redaktion, „die Spiele dort haben mehr Qualität. Es gibt mehr Fernsehgelder, mehr Sponsoreneinnahmen, dazu Investoren, das führt zu teureren Transfers. So können auch vermeintlich kleinere Clubs mal mehr als 100 Millionen Euro für neue Spieler ausgeben. Das Geld lockt viele gute Profis nach England, weshalb die Kader besser aufgestellt sind als in anderen Ligen.“

Obwohl er hinausgezogen ist in die weite Fußball-Welt, hat Leno nicht vergessen, wo er herkommt: „Heimat bedeutet mir sehr viel. Ich habe durchweg schöne Erinnerungen an meine Jugend in Bietigheim und Stuttgart. Ich war jetzt in der Sommerpause wieder drei Wochen in Bietigheim. Ich habe dort noch sehr viele Freunde, so wie auch in Stuttgart, wo ich während meiner Zeit in der VfB-Jugend auf die Cottaschule gegangen bin.“

Warum Leno als Nachwuchsmann vom VfB enttäuscht war

Nicht vergessen hat der Torhüter auch den Abschied vom VfB, den er 2011 nach sechs Jahren in der Jugend und zwei Jahren in der zweiten Mannschaft – ohne ein einziges Bundesligaspiel gemacht zu haben – verlassen hat. Als 19-Jähriger wechselte er zu Bayer Leverkusen. „Es gab damals eine Vorgeschichte“, erinnert sich Leno, „ich hatte beim VfB II in der dritten Liga gespielt, habe gute Leistungen gebracht, und mir wurde von Vereinsseite immer wieder gesagt, wie toll ich bin. Nur durfte ich nie mit den Profis trainieren. Das war enttäuschend für mich.“

Dennoch hegte Leno, der damals bei Bayer Leverkusen als Vertreter des verletzten René Adler in der Bundesliga sofort durchstartete und nach ein paar Wochen im Duell beim FC Chelsea sein Debüt in der Champions League feierte, keinen Groll gegen die VfB-Verantwortlichen. „Ich hatte nie das Gefühl, dass ich es beim VfB irgendjemandem beweisen musste“, sagt Leno, „der VfB hat damals die Entscheidung gegen mich getroffen – es hatte für beide Seiten im Rückblick etwas Gutes. Der VfB hat meine Ablöse (rund 7,5 Millionen Euro, d. Red.) in Vedad Ibisevic investiert, und man muss auch sagen, dass Sven Ulreich gut gehalten hat. Ich bin jedenfalls überhaupt nicht sauer oder nachtragend. Und ich wünsche dem VfB sehr, dass er schnell wieder aufsteigt. Denn dieser Verein gehört in die Bundesliga.“

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