Nach der 1:2-Niederlage beim Aufsteiger TSV Schornbach sind die Oeffinger Landesliga-Fußballer von der Hitze und dem Spiel gezeichnet. Foto: Eva Herschmann

Dem Landesligisten SV Fellbach und seinem städtischen Ligakonkurrenten TV Oeffingen fehlen bisher die Erfolgserlebnisse und Punkte – und dem SVF zudem auch noch Offensivkräfte.

Crailsheim/Schornbach - Die Begegnung mit den Landesliga-Fußballern des TSV Crailsheim war für den Fellbacher Trainer Marco Fischer, 34, am Samstag auch eine Begegnung mit guten Bekannten: Mit Thomas Weiß, dem 32-jährigen Spielertrainer und Tormann des Aufstiegsanwärters aus Crailsheim, hatte er 2010 beim SGV Freiberg in der Oberliga zusammen auf dem Platz gestanden. Mit dem Assistenztrainer Eberhard Ilg, 32, war Marco Fischer Ende der 1990er Jahre in der Jugend des VfB Stuttgart gemeinsam aktiv. Übrigens ja auch an der Seite der späteren Nationalspieler Kevin Kuranyi und Andreas Hinkel, mit denen er 1999 die deutsche B-Jugend-Meisterschaft gewann. Einen Stürmer wie Kevin Kuranyi könnte Marco Fischer auch heuer ganz gut gebrauchen, ist die Auswahl an Offensivkräften beim SV Fellbach doch schon zu Beginn der Saison recht überschaubar. Daniel Reiser, vor der Saison vom VfB Neckarrems nach Fellbach zurückgekehrt, hat nach seiner Innenbanddehnung noch nicht wieder trainiert. Giuseppe Saltarelli fällt nach einem Muskelbündelriss wohl noch bis in den Oktober hinein aus. Christian Buck hat es gar noch schlimmer erwischt, ein schwerer Knorpelschaden zwingt ihn zu einer langfristigen Pause. Und so hat Marco Fischer am Samstag bei der 2:4-Niederlage in Crailsheim für den gelernten Stürmer Burak Yalman den Mittelfeldspieler Kai Helmle eingewechselt. Dieser erwies sich als guter Vorlagengeber für Mario Mutic, der in der 88. Spielminute das 1:4 für den SV Fellbach erzielte. Mario Mutic ist ja auch lieber ein offensiver Mittelfeldspieler, mit vier Treffern führt er nach drei Spieltagen nun aber die interne Torschützenliste an. Seinen vierten Saisontreffer, ein sehenswerter Heber über den Torsteher Thomas Weiß in der finalen Spielminute zum 2:4-Endstand, brachte ihm auch den Titel Spieler des Tages ein.

SV Fellbach: Acht Gegentore in zwei Spielen

Nicht nur im Sturm hapert es zu Beginn dieser Saison noch bei den Fußballern des SV Fellbach, auch die Abwehrreihe steht noch nicht gut genug. Acht Gegentreffer in den beiden jüngsten Landesliga-Begegnungen mit dem TSV Heimerdingen (2:4) und dem TSV Crailsheim (2:4) zeigen dies deutlich. Der Auftritt am Samstag in Crailsheim hat dem SVF-Trainer Marco Fischer überhaupt nicht gefallen. Er sprach von einem Tiefschlaf, in den seine Spieler gefallen seien. Die Abstimmungsprobleme mögen auch mit dem Fehlen des zentralen Abwehrmanns und Kapitäns Manuel Schmid zusammenhängen. Nach seinem Urlaub hat er noch Trainingsrückstand, soll laut Trainer aber baldmöglichst wieder in die Fellbacher Mannschaft zurückkehren. Dann könnte er zusammen mit Thomas Doser, der ihn zurzeit als Kapitän vertritt, für mehr Sicherheit sorgen. „Manuel fehlt uns, das konnten wir bisher als Mannschaft nicht kompensieren“, sagte Marco Fischer. Auch am Mittwochabend, 19.30 Uhr, im Heimspiel gegen den Aufsteiger TV Pflugfelden wird Manuel Schmid wieder im Kader des SV Fellbach stehen; ob es schon für die Anfangsformation reichen wird, möchte Marco Fischer kurzfristig entscheiden.

Alexander Malchow trainiert jetzt den FV Germania Degerloch

Ein Heimspiel gegen Salamander Kornwestheim hat er sich angeschaut, dazu noch zwei Gespräche mit dem Abteilungsleiter Mathias Fischer geführt. Dann hat der ehemalige Profi Alexander Malchow dem SV Fellbach im vergangenen November abgesagt und den freien Trainerposten beim Landesligisten nicht übernommen. Nun ist der 46-Jährige, der 14 Jahre lang in der zweit- und dritthöchsten deutschen Spielklasse am Ball war (unter anderem beim VfB Oldenburg, bei Eintracht Braunschweig, dem FC Augsburg und den Stuttgarter Kickers), aber doch wieder auf die Trainerbank zurückgekehrt. Am kommenden Sonntag startet der ehemalige Co-Trainer der Stuttgarter Kickers mit dem FV Germania Degerloch in die neue Saison in der Kreisliga B. „Das Angebot aus Fellbach hat mich sehr gereizt, aber ich habe dort gemerkt, dass die sportlichen Ansprüche und der zeitliche Aufwand nicht mit meinem Beruf vereinbar sind. Das ist jetzt bei der Germania besser hinzukriegen“, sagte Alexander Malchow, der in Stuttgart eine Fußballschule für Kinder betreibt und in ganz Deutschland Camps für Nachwuchskicker anbietet. „Es wird einige Wochenenden geben, an denen der Job Vorrang hat und mein Assistent coachen muss. Das wäre mit der Landesliga einfach nicht vereinbar gewesen“, sagte der gebürtige Bremer, der einst bei Werder unter Otto Rehhagel bei den Profis mittrainieren durfte und bei den Amateuren in der Regionalliga spielte.

Bisher hatten die Oeffinger Landesliga-Fußballer gute Erinnerungen an Begegnungen mit dem TSV Schornbach. In der letzten gemeinsamen Bezirksliga-Saison im Jahr 2014/2015 gewann der TV Oeffingen das Hinspiel auf dem Tennwengert mit 3:0 und das Rückspiel im idyllisch gelegenen Schornbacher Stadion an der Weißbucher Straße mit 2:0. Giuseppe Greco, der Trainer des Aufsteigers, ging nicht nur deshalb mit großem Respekt in das erste Aufeinandertreffen in der L andesliga. „Nicht umsonst gehörte der TVOe zu den besten Rückrundenteams in der vergangenen Saison“, sagte der Fellbacher, der seit 2013 beim TSV Schornbach ist , vor dem Heimspiel am Sonntag. Hinterher hatte seine Mannschaft drei Punkte mehr auf dem Konto, und die Oeffinger kämpften nach der 1:2-Niederlage mit Frust und Enttäuschung. Auch Rifaat Al-Shammaa, der mit flinken Flankenläufen bewies, wie wertvoll er noch für den TVOe sein kann – und deshalb Spieler des Tages ist –, war geknickt. Der Fellbacher Giuseppe Greco, einst Spielleiter beim AC Azzurri Fellbach, als dieser vom ehemaligen Bundesliga-Profi Giuseppe Catizone trainiert wurde, nimmt das Beispiel des Gegners als Mahnung. Schließlich hatte sich der TV Oeffingen ein Jahr zuvor ohne eine Niederlage als Bezirksliga-Meister in die Landesliga gespielt und nur mit einer starken Rückrunde den direkten Wiederabstieg verhindern können. „Wir sind gewarnt“, sagte Giuseppe Greco.

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