Foto: dapd

Vor Viertelfinale gegen Spanien zielte Reservist Martin auf Verlobte von Casillas.

Donezk - Frankreichs mühsam restauriertes Fußball-Image ist nach dem beschämenden EM-Ende (0:2 gegen Spanien) erneut ramponiert.

Mit einer derben Schimpftirade hat Mittelfeldspieler Samir Nasri die Wunde von der WM 2010 wieder aufgerissen und der Grande Nation den nächsten Skandal eingebrockt.

Zudem wurde inzwischen bekannt, dass Frankreichs Rerservist Marvin Martin, der sich vor dem Anpfiff den Ball mit Jérémy Menez und Samir Nasri zuspielte, auf Spielerfrau Sara Carbonero schoss. Die 28-Jährige arbeitet als Fernsehreporterin fürs spanische Fernsehen und ist die Verlobte von Spaniens Torhüter Iker Casillas. Um knapp einen Meter verfehlte der Ball von Martin die hübsche Journalistin.

Hier das Video:

Und Nasri? Nur zwei Jahre nach der französischen WM-Schmach von Südafrika rastete der frustrierte Nasri nach dem Schlusspfiff völlig aus. Auf die Bitte des Reporters um eine Reaktion fing er bereits an zu zetern, es würde immer nur „Scheiße“ geschrieben.

Als der Medienvertreter ihn daraufhin wüst zum Verschwinden aufforderte, bot der Profi von Manchester City erst an, die Dinge draußen zu regeln und verlor dann endgültig die Kontrolle über sich. „F... dich selber in den A..., geh deine Mutter f...“, pöbelte der eingewechselte Nasri und bezeichnete den Journalisten als „Hurensohn“. Als Nicolas Anelka 2010 den damaligen Trainer Raymond Domenech verbal angegriffen und das WM-Theater eingeleitet hatte, soll er ähnliche Worte gewählt haben.

„Jetzt kannst du schreiben, dass ich schlecht erzogen bin“, spottete Nasri zum Schluss seines Rüpel-Auftritts. Blanc empfand die Nasri-Affäre als „Respektlosigkeit“ und als „sehr bedauerlich für sein persönliches Image und das der Nationalmannschaft.“ Vor einer möglichen Strafe soll der 24-Jährige angehört werden.

"Nasri gelingt es nicht, seine Emotionen zu beherrschen"

Als „unerträglich“ bezeichnete Verbandspräsident Noël Le Graët im Interview mit RMC Sport den Ausbruch: „Samir ist äußerst reizbar, er will immer alles richtig machen. Ihm gelingt es aber nicht, seine Emotionen zu beherrschen.“ Am Sonntagabend landeten Nasri und Co. nahe Paris auf dem Flughafen Le Bourget, wurden aber nur von wenigen Dutzend Fans erwartet.

„Nasri ist ein unheilbarer Wiederholungstäter“, analysierte „Le Parisien“. Bereits im Auftaktspiel gegen England (1:1) hatte er Ärger verursacht. Bei seinem Torjubel hatte Nasri aus Zorn über einen Zeitungsbericht den Zeigefinger auf die Lippen gelegt und einen Journalisten mit „Halt's Maul“ zum Schweigen aufgefordert.

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