Jens Eng (links), Leonard Saku: Sportlich kann es besser kaum laufen. Foto: Andreas Gorr

Die Wege von Spielertrainer Jens Eng und dem TSV Merklingen trennen sich. Sieben Spieltage vor Schluss steht die Mannschaft in der Bezirksliga auf dem zweiten Tabellenplatz und hat gute Aussichten, die Aufstiegsspiele zu absolvieren.

Weil der Stadt - Seit dem Wiederaufstieg in die Bezirksliga in der Saison 2008/2009 hat es das beim TSV Merklingen nicht mehr gegeben. Sieben Spieltage vor Saisonende hält der Club als Tabellenzweiter Kurs Richtung Aufstiegsspiele. In diesem Jahr gab es in sechs Begegnungen fünf Siege. Und hätte die Mannschaft nicht das Kunststück fertig gebracht, die Partie gegen die SpVgg Renningen trotz 2:0-Führung und nummerischer Überzahl noch mit 2:3 zu verlieren, würde sie schon ein respektables Polster von fünf Punkten Vorsprung auf den Tabellenritten GSV Pleidelsheim haben.

Diese Erfolgsgeschichte spricht für die Arbeit von Verantwortlichen und dem Spielertrainer Jens Eng. Und doch werden sich die Wege der Beteiligten am Ende der Saison trennen. Nun ist der TSV Merklingen nicht Bayern München, der einen Triple-Gewinner-Trainer wie Jupp Heynckes durch Pep Guardiola ersetzt. In den Niederungen der Fußballwelt reicht angesichts einer positiven sportlichen Entwicklung wie sie der TSV Merklingen hingelegt hat, in der Regel ein kurzes Gespräch, um die Zusammenarbeit für die nächste Saison zu besiegeln. Genau das hatten TSV-Abteilungsleiter Thomas Hammann und der sportliche Leiter Holger Gresens auch vor, als sie sich Ende Januar mit ihrem spielenden Coach zusammen setzten. Der allerdings bat sich noch Bedenkzeit aus, wollte die ersten Spiele nach der Winterpause abwarten. Eng: „Ich hatte das Gefühl, es läuft nicht alles rund. Mir persönlich hat der letzte Zug gefehlt – auch im Verein.“

Eine gute Mannschaft braucht einen guten Trainer

Das Funktionärsduo blieb etwas ratlos zurück. „Wir haben ihn gefragt, wo das Problem liegt. Das konnte er uns aber nicht konkret sagen. So hatten wir keine Möglichkeit, die Sachen zu regeln“, sagt Hammann. Und deshalb begann die Suche nach Alternativen. Holger Gresens: „Irgendwann kommt der Punkt, an dem man sich fragt, wie lange wollen wir warten? Wir haben dem Jens Eng sehr viel zu verdanken. Aber jetzt haben wir eine gute Truppe beisammen, der können wir nicht einen x-beliebigen Trainer vorsetzen.“

Nach der ersten Kontaktaufnahme war man sich mit dem Neuen schnell einig. Wolfgang Buck, der vor knapp zwei Jahren sein Engagement bei der SpVgg Renningen beendete und derzeit beim Tabellenführer der Bezirksliga Böblingen/Calw, TV Darmsheim, spielt, übernimmt in der neuen Saison das Kommando. Das wurde auch Jens Eng Anfang März mitgeteilt. „Das hat mich und die Mannschaft schon überrascht“, sagt der 36-Jährige, dessen Verhältnis zur Abteilungsleitung nach dieser Entscheidung merklich abgekühlt ist. Auf sein Team lässt er nichts kommen. „Die Mannschaft hat eine super Reaktion gezeigt und ist gewillt, die Sache mit mir durchzuziehen. Das hat mich mehr gefreut als jeder Sieg“ (Eng).

Enttäuschung von Jens Eng überrascht die Verantwortlichen

Holger Gresens steht zu der Entscheidung des Vereins. Dass der Trainer, den auch eine Freundschaft mit dem sportlichen Leiter verbindet, so enttäuscht sei, damit habe man nicht gerechnet. Gresens: „Wir müssen uns jetzt professionell verhalten und die Sache so jetzt auch zu Ende bringen.“

Engs Nachfolger Wolfgang Buck will sich nicht weiter zu dieser Vorgeschichte äußern. Nur soviel: „Es wird nie so sein, dass ich mich irgendwo antrage. Ich wollte ihm seinen Job jedenfalls nicht wegnehmen.“ Der 38-Jährige lässt offen, ob er auch in Merklingen aktiv ins Spielgeschehen eingreift oder ausschließlich seine Arbeit an der Seitenlinie erledigt. Der Kontakt zum TSV hat immer bestanden und ist während seiner aktiven Zeit auch nie abgerissen. Buck: „Es ist der gefühlt achte Anlauf, um dorthin zu gehen.“ Bucks Traum ist es, sich von seiner offiziell letzten Station als Spieler in Darmsheim mit dem Landesliga-Aufstieg zu verabschieden. In welcher Spielklasse er dann den TSV Merklingen übernimmt, spielt für ihn keine große Rolle. „Man nimmt das, was man bekommt. Die Landesliga wäre aber schon gleich ein hartes Brot.“

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