Thomas Babel (rechts) und der TSV Merklingen: Auch für den Rest der Saison obenauf? Foto: Andreas Gorr

Während die SKV Rutesheim II nach einer starken ersten Saisonhälfte dem Wiederbeginn in der Bezirksliga sorgenfrei entgegen blickt, gilt es für den TSV Merklingen und den TSV Flacht, zunächst die nötigen Punkte für den Klassenerhalt einzufahren.

Leonberg - Alle drei Altkreisvertreter haben vor dem 17. Spieltag der Bezirksliga mit personellen Problemen zu kämpfen. Dennoch sind die Trainer des TSV Merklingen und des TSV Flacht optimistisch, das Ziel Klassenverbleib bald erreichen zu können. Die SKV Rutesheim II schielt sogar auf mehr. Alle Begegnungen finden am Sonntag um 15 Uhr statt.

SKV Rutesheim II

In der Hinrunde unterlag die SKV Rutesheim II zu Hause mit 0:4 gegen den TSV Grünbühl. Diese Niederlage war der Startschuss für eine grandiose Hinrunde, die auf Platz drei mit drei Zählern Rückstand auf den Relegationsplatz endete. Die junge Mannschaft überzeugte vor allem durch ihre Fitness und Moral, die die Grundlage für einige späte Tore und Punkte waren. Gegen eine ähnliche Erfolgsserie hätte Trainer Alexander Ziegler nichts einzuwenden, der Auftakt gegen Grünbühl soll aber anders ausgehen. „Wir sind da übermotiviert angerannt, haben uns überrumpeln lassen und sind in Konter gelaufen. Wir müssen am Sonntag cleverer und geduldiger spielen“, gibt Ziegler die Taktik vor. Seiner Mannschaft und auch den Einzelspielern bescheinigt er eine enorme Weiterentwicklung.

Die führte dazu, dass mit Patric Vaihinger ein Schlüsselspieler den Anschluss an den Landesligakader gefunden hat. Der 20-Jährige wird aber wohl hin und wieder für die zweite Mannschaft auflaufen. Darüber hinaus muss Ziegler am Sonntag auf Vladyslav Bondar (nach Verletzung erst seit kurzem wieder im Training), Dennis Mangold und die Zwillinge Max und Axel Weeber verzichten. Auch die Verletzten Jonas Lattauer, Marwin Wingert und Dominic Pohle fallen vorerst aus. Diese werden am Sonntag durch vier A-Jugendliche ersetzt. Außerdem kann der Übungsleiter grundsätzlich mit Timo Espenschied planen, der den Verein doch nicht berufsbedingt verlassen muss, am Sonntag aber noch mit einer Patellasehnenreizung fehlt.

Obwohl sein Team nicht aufsteigen darf, sieht Ziegler keine Motivationsprobleme für die Rückrunde. Vielmehr will er vom schweren Auftaktprogramm von Hellas Bietigheim profitieren und den Tabellenzweiten noch einholen: „Wir halten den Ball flach, das war ‚nur’ ein halbes, sehr erfolgreiches Jahr. Aber Platz zwei wäre schon ein toller Erfolg. “

TSV Merklingen

Auch der TSV Merklingen befindet sich nach 16 Spielen in einer neuen Situation – allerdings im negativeren Sinne. Platz zehn und solide aber keinesfalls komfortable sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz entsprechen nicht den Erwartungen der Anhänger und der Mannschaft selbst. Dementsprechend misst Trainer Christian Steidle dem Saisonauftakt gegen den Vorletzten TKSZ Ludwigsburg eine besondere Bedeutung zu: „Der Gegner steht unter Erfolgsdruck, um aus dem Keller zu kommen. Wir hingegen wollen Ludwigsburg nicht näher an uns heran kommen lassen, um einen ruhigeren Auftakt zu haben.“ Steidle erwartet einen Gegner, der „vom Kampf und den Emotionen lebt, wenn man ihn spielen lässt.“

In den Testspielen wusste sein Team vor allem gegen Ende der Vorbereitung zu überzeugen, dementsprechend zuversichtlich ist der Übungsleiter: „Wir sind deutlich weiter als vor einem halben Jahr. Die Mannschaft findet sich und kennt nun meine Vorgaben. Außerdem passt der zweite Anzug.“ Das wird auch nötig sein, denn gegen Ludwigsburg fallen neben den noch nicht genesenen Kai Woischiski und Dominic Elfadli auch Kapitän Maximilian Schneider (Urlaub), Murat Gündüz (Krankheit) und Chris Eisenhardt (Gelb-rot-Sperre) aus. Zudem sind die Einsätze der angeschlagenen Thomas Babel, Samet Ceviker, Eugen Schön und Thomas Wogh fraglich. Dementsprechend will Steidle im Verlauf der Rückrunde auch einigen A-Jugendlichen Spielpraxis verschaffen. Außerdem hat sich Neuzugang Salih Karaman (VfR Pforzheim II) in der Vorbereitung in den Vordergrund gespielt. „Wir wollen erst einmal den Klassenerhalt sichern und schauen dann in vier Wochen, wo die Reise hingeht“, so Steidle über die Ziele in den verbleibenden Partien.

TSV Flacht

Dasselbe gilt auch für den TSV Flacht, der zwei Punkte mehr auf dem Konto hat und auf Platz acht steht. „Auf der einen Seite hört sich das gut an und ist ein angenehmes Polster, auf der anderen Seite ist es aber auch gefährlich“, schätzt Trainer Thorsten Talmon die Ausgangslage ein. Dabei hat der Übungsleiter auch die Situation in der Landesliga im Auge, in der einige Vereine aus dem Bezirk Enz-Murr gegen den Abstieg kämpfen und die Anzahl der Absteiger dementsprechend noch unklar ist. Flacht will auch in der Rückrunde selbstbewusst und mutig auftreten und Talmons offensiver Spielphilosophie treu bleiben. Im vergangenen Jahr stand der Aufsteiger für Spektakel, in den Spielen mit Flachter Beteiligung fielen ligaweit die meisten Tore (Torverhältnis 48:37). Aus diesem Grund hat Talmon in der Vorbereitung an der Rückwärtsbewegung und dem Spiel gegen den Ball gearbeitet: „Wir wollen weniger Gegentore bekommen aber dabei unsere Stärken in der Offensive beibehalten.“

Dabei kann Erdi Kocaoglu nicht helfen, der Mittelfeldstratege und Standardspezialist hat sich beim 1:4 im Testspiel gegen Höfingen ohne Fremdeinwirkung das hintere Kreuzband gerissen und wird diese Saison nicht mehr auf den Rasen zurückkehren. „Das ist natürlich ein Schock für uns, aber wir müssen und werden das kompensieren“, kommentiert Talmon den Ausfall. Der Übungsleiter muss außerdem bis auf weiteres auf Jan Jessberger (fehlt wegen einer Knieverletzung noch einige Wochen) und Florian Hofmann (nach seinem Kahnbeinbruch noch im Lauftraining) verzichten. Die Verpflichtung von Marco Gritsch vom TSV Eltingen könnte demnach Gold wert sein. „Er hat natürlich eine enorme Qualität und wird von Beginn an auflaufen. Ich habe mich aber noch auf keine Position festgelegt“, so Talmon, der sein Team für den Auftakt beim traditionell heimstarken TSV Phönix Lomersheim gerüstet sieht.

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