Die Verbandsliga-Fußballer von Calcio Leinfelden-Echterdingen überzeugen beim 1:0-Heimsieg gegen die TSG Tübingen durch eine kollektive Defensivarbeit.
Viele im weißen Trikot waren am Freitagabend nach dem Abpfiff des guten Schiedsrichters Max Augustin nicht in der Lage, eine Reaktion zu zeigen. Sie blieben einfach stehen, stützten die Hände auf die Schenkel und schnauften tief durch. Dabei hätten sie eigentlich allen Grund gehabt, die Arme mit geballter Faust in die Höhe zu recken. Er war nämlich geschafft, der 1:0-Heimsieg der Verbandsliga-Fußballer von Calcio Leinfelden-Echterdingen gegen die TSG Tübingen. „Geschafft“ war überhaupt die richtige Bezeichnung. Alle Gastgeber-Akteure haben die gesamte Spielzeit über viel „geschafft“, sich den Erfolg hart erkämpft und waren dementsprechend körperlich auch total geschafft.
Neu: Calcio Leinfelden-Echterdingen überzeugt im Kollektiv
Calcio Leinfelden-Echterdingen in der Spielzeit 2025/26: eine Mannschaft, die von ihrer DNA nicht mehr wieder zu erkennen ist im Vergleich zu dem, für was die Italo-Schwaben über viele Jahre – Ausnahme die letztjährige Pleitensaison – standen. Ehemals viele, auch launische fußballerische Feingeister mit Hang zum Spektakel und wenig Begeisterung fürs Ackern. Zudem auch oft mit zu wenig Miteinander. Und heute? Verteidigen ist mittlerweile Trumpf, und dies im Kollektiv, sprich als tatsächlicher Verbund auf dem Platz und nicht nur auf dem Papier. Dementsprechend sagte auch der Trainer Francesco Di Frisco: „Mit der heutigen Defensivleistung bin ich sehr zufrieden.“ Ganz anders als vor Wochenfrist bei der überraschenden 0:4-Schlappe beim Kellerkind FC Esslingen. Da war die Abwehrarbeit mangelhaft gewesen.
Gegen Tübingen bot Di Frisco eine veränderte Viererkette auf – zwangsweise. Gustavo Vieira (Oberschenkelverhärtung) musste passen, seinen Part hinten links übernahm Andrei-Lucian Ulici. Nach 33 Minuten war für diesen aber wegen einer Schulterverletzung bereits Schluss. Maximilian Kuchler kam, reihte sich nahtlos ein und verteidigte ebenso gut wie seine anderen Mitspieler. So hatte der Schlussmann Zacharias Velvelidis einen recht gechillten Abend. Er musste nur einmal, in der 37. Minute, nach einem Neun-Meter-Abschluss von Noah Müller per Fußabwehr eingreifen.
Calcio Leinfelden-Echterdingen hat wenige, aber die besseren Chancen
Aber trotz der überzeugenden Defensive meckerte Di Frisco. Lachend sagte er: „Gewonnen, aber dennoch unzufrieden – ich glaub’, ich hab’ einen Schaden.“ Konkret meinte er das Umschaltspiel der Seinen, das alles andere als nach Plan funktionierte. Über die meiste Zeit überließen die Gastgeber dem Gegner den Ball, empfingen diesen in der eigenen Hälfte und wollten über Konter zum Erfolg kommen. „Wir waren im Spiel nach vorne viel zu ungenau. Wenn es dann doch mal klappte, haben wie die Chance versemmelt“, erkannte Di Frisco. Letzteres passierte Pero Mamic und dem eingewechselten Emilio Amenta. Beide scheiterten frei vor dem Schlussmann Tom Mang.
Weil auch die Gäste „eindrucksvoll“ präsentierten, warum ihnen in den 14 Partien zuvor nur 15 Treffer gelungen waren, war es typisch für das Duell, dass das Tor des Tages aus einem Standard resultierte. Dan Constantinescu servierte eine Freistoß von rechts in die Mitte, einem Gästeakteur sprang der Ball unglücklich ans Knie und vor die Füße von Calcios Innenverteidiger Nick Olteanu, der mit der Fußspitze vollendete (9.).
Durch den Sieg im letzten Hinrunden- Heimspiel ist Calcio wieder auf Kurs. „Unser Ziel ist immer noch der Klassenverbleib und 25 Zähler zur Halbzeit. Das können wir noch schaffen“, sagte Di Frisco. Bedeutet: Am nächsten Samstag in Dorfmerkingen erneut drei Punkte.
Calcios Bester Spieler
Innenverteidiger Lukas Zweigle (Nominierung 1) ragte aus einer insgesamt ganz starken Defensive heraus. Er gewann zahlreiche Zweikämpfe und organisierte die Defensive – auch durch gezielte Anweisung. Zudem war er sich auch nicht zu schade, das Spielgerät einfach mal wegzudreschen, wenn Gefahr in Verzug war. Zugegeben, bei den offensiv harmlosenen Tübingern kam das selten vor.
Calcio Leinfelden-Echterdingen: Velvelidis – Todorovic, Zweigle, Olteanu, Andrei-Lucian Ulici (33. Kuchler) – Constantinescu – Schlotterbeck (66. Amenta), Kaligiannidis (83. Isik), Zekaj (90. Unger), Casian-Matei Ulici (77. Vittorio) – Mamic.
TSG Tübingen: Mang – Grözinger (58. Hollnberger), Thomas, Bissinger, Jaeger (81. Zahn) – Kramm (75. Schall), Zeyer – Seibold (58. Gambert), Müller (58. Assassa), Killi – Grauer.