„Katastrophale Aussetzer“ – der Filder-Verbandsligist und vor allem einer seiner Spieler haben beim 0:4 in Oberensingen einen verkorksten Nachmittag.
Ein Trainer auf der Flucht? Nach dem Abpfiff musste es jedenfalls schnell gehen. Francesco Di Frisco hatte zwei Gründe – einen guten und einen schlechten. Der eine war schon zuvor festgestanden: ein Zirkusbesuch am Abend mit der Familie. Der andere hatte sich erst während des Spiels der Verbandsliga-Fußballer von Calcio Leinfelden-Echterdingen ergeben. Endstand in der Partie beim Tabellenvierten TSV Oberensingen: ein 0:4. Wer von den Gästen hätte hiernach noch länger am Ort des tristen Geschehens bleiben wollen? Die Devise konnte nur noch lauten: nichts wie weg.
Für ein Fazit vonseiten des Coachs sollte es dann allerdings doch noch reichen. Dieses lautet: „Zwei katastrophale Aussetzer bei den Gegentoren. Insgesamt bin ich mit der Einstellung, die die Mannschaft gezeigt hat, nicht zufrieden.“ Vor allem von seinen Einwechselkickern habe ihm die nötige Intensität gefehlt. Mitte der zweiten Hälfte versuchte Di Frisco mit gleich fünf Spielertäuschen innerhalb von zehn Minuten noch eine Wende zu erzwingen – allerdings ohne Erfolg. Unter dem Strich stand die dritte Auswärtsschlappe in Serie. 0:4 in Esslingen, 1:3 in Dorfmerkingen, nun die Enttäuschung im Teilort von Nürtingen. In der Tabelle bleiben die Echterdinger damit als Neunter im Mittelmaß stecken, mit nur dünnem Punktepolster zur Abstiegszone. Für ein Positiverlebnis vor der Winterpause bleibt jetzt allein noch die Heimbegegnung am nächsten Sonntag mit der TSG Hofherrnweiler.
Einstweilen bekam der Oberliga-Absteiger von seinem Gegner eine Lektion in Sachen kühler Konterfußball erteilt. Die Oberensinger Gastgeber lauerten auf Calcio-Fehler, und Di Friscos Elf machte sie. Die Pannenstatistik in Kürze: Beim 0:1 aus Echterdinger Sicht wurde ein eigener Einwurf zum Bumerang. Schneller Gegenzug, Abschluss Samuel Bosler, Tor (14.). Beim 0:2 und 0:3 rutschte der aus einer Verletzungspause zurückgekehrte Gustavo Vieira jeweils aus – Geschenke, die Patrick Werner und Georgios Avtzis dankend annahmen (44./51.). Und das 0:4 von Fabian Leidenbach (82.)? Spielte hiernach keine wirkliche Rolle mehr.
Ob alles anders gelaufen wäre, hätte Philipp Seemann zwischendurch die Großchance zum Ausgleich genutzt? Er scheiterte aber am Torhüter Marcel Schleicher. „Wir haben dem Gegner den Schneid abgekauft. In der zweiten Hälfte kann es auch noch höher ausgehen“, konstatierte der Oberensinger Trainer Leonard Gjini.
Er hatte schließlich gut Verweilen – während sein Gegenüber Di Frisco bereits auf der Suche nach Ablenkung war. Inwieweit Letzteres im Zelt bei Clowns und Artisten gelungen ist, ist nicht überliefert.
Calcio-„Spieler des Spiels“
Dan Constantinescu (Nominierungen: 5). Im Team der Enttäuschenden einer der wenigen mit Normalform. Überzeugte in der Mittelfeld-Zentrale mit gewonnenen Zweikämpfen und Spielübersicht.
TSV Oberensingen: Schleicher – Gorr, Maximilian Gjini, Lander, Linder (66. Miller) – Soloperto (38. Hennig), Kulay (66. Schmid), Heil (74. Leidenbach), Avtzis – Bosler (66. Brandstetter) – Werner.
Calcio Leinfelden-Echterdingen: Bozatziolou – Schlotterbeck (59. Andrei-Lucian Ulici), Olteanu, Zweigle, Vieira (59. Aziz) – Constantinescu, Philipp Seemann – Kaligiannidis (59. Vittorio), Zekaj (59. Isik), Casian-Matei Ulici (67. Thompson) – Mamic.