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Matthias Sammer wird mit sofortiger Wirkung Sportdirektor beim FC Bayern München.

München - Matthias Sammer löst beim deutschen Fußball-Rekordmeister FC Bayern München den bisherigen Sportdirektor Christian Nerlinger ab. Sammer werde mit sofortiger Wirkung als Sport-Vorstand fungieren, bestätigten die Münchner am Montag. Der FC Bayern startet an diesem Dienstag in die Vorbereitung auf die neue Spielzeit.

1992 Deutsche Meister mit dem VfB

Sammer war seit 2006 als DFB-Sportdirektor tätig und gilt als treibende Kraft hinter dem erfolgreichen Jugendprogramm des Verbandes. Als Spieler war er mit Borussia Dortmund Meister und Champions League-Sieger geworden. Mit dem VfB Stuttgart war er 1992 Deutscher Meister geworden.

Durch die überraschende Personalie zogen die Münchner Konsequenzen aus den jüngsten Misserfolgen. Erst im vergangenen November war der Vertrag mit Nerlinger vorzeitig um zwei weitere Jahre bis 2014 verlängert worden. Der frühere Bayern-Profi hatte 2009 als Sportdirektor die Aufgaben des langjährigen Managers und heutigen Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß übernommen.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will sich bei der Suche nach einem Nachfolger für Matthias Sammer keinen Zeitdruck auferlegen. "Die Jugend- und Talentförderung ist und bleibt in Kombination mit der Trainerausbildung eine zentrale Aufgabe des DFB. Wir werden uns jetzt in Ruhe nach einem Nachfolger umschauen, der diese wichtige Position ausfüllen kann", sagte Generalsekretär Helmut Sandrock in einer Mitteilung des Verbandes.

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach drückte sein Bedauern über den Wechsel Sammers zum FC Bayern München aus. "Wir lassen Matthias Sammer nur sehr schweren Herzens gehen. Er hat mit seiner Kompetenz und Leidenschaft viel für die Talentförderung in Deutschland bewegt und dem Verband mit seiner Art unglaublich gut getan. Gleichzeitig respektieren wir seinen Wunsch und möchten seinen weiteren Plänen nicht im Wege stehen. Die enge Verbindung zu ihm wird auch in Zukunft erhalten bleiben", sagte Niersbach.

DFB will sich mit Nachfolger Zeit lassen

Sammer hatte Niersbach seine Pläne am Montagmorgen am Telefon mitgeteilt - kurz darauf bat Bayern-Präsident Uli Hoeneß offiziell um eine Freigabe, wie der DFB mitteilte. Nach Rücksprache mit den Mitgliedern des DFB-Präsidiums sei der bis 2016 laufende Vertrag aufgelöst worden. Sammer war seit 2006 als Sportdirektor für die Jugend- und Talentförderung zuständig gewesen. Auch die Trainerausbildung fiel in seinen Bereich.

Wer Sammers Nachfolge antreten könnte, ist vorerst unklar. Kandidaten könnten aus der DFB-Jugendarbeit kommen. Dort sind unter anderen die ehemaligen Nationalspieler Steffen Freund und Christian Ziege aktiv. Freund ist Assistenztrainer der U20-Auswahl, Ziege trainiert die U18-Mannschaft. Beide wurden 1996 zusammen mit Matthias Sammer und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff Europameister.

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