Dong-Won Ji erzielte gegen Dortmund zwei Treffer. Foto: DPA

Im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga hat der FC Augsburg wichtige Punkte gesammelt. Gegen den Tabellenführer Borussia Dortmund gewannen die Schwaben überraschend mit 2:1.

Augsburg - Der Ex-Dortmunder Dong-Won Ji hat Marco Reus bei dessen Comeback die Show gestohlen und das Meisterrennen in der Bundesliga mit einem geradezu historischen Doppelpack noch spannender gemacht. Der Südkoreaner führte den FC Augsburg mit seinen goldenen Treffern (21., 68.) beim völlig überraschenden 2:1 (1:0) zum ersten Heimsieg gegen Borussia Dortmund überhaupt. Der kurz zuvor eingewechselte Edeljoker Paco Alcacer (81.) konnte für die Gäste nur noch verkürzen.

Beim Führungstor benötigte Ji noch zwei Versuche, sein zweiter Treffer war ein echtes Kunststück - ein herrlicher Lupfer über den hilflosen BVB-Torwart Roman Bürki. Alcacer machte mit seinem elften Jokertor die Partie anschließend wieder spannend. Augsburg eröffnete damit Titelverteidiger Bayern München die Chance, mit einem Sieg am Samstagabend (18.30 Uhr) bei Borussia Mönchengladbach mit der Borussia gleichziehen, die erst zum zweiten Mal in dieser Saison verlor.

Marco Reus selbstkritisch

Für Augsburg und Trainer Manuel Baum war der verdiente erste Erfolg vor heimischer Kulisse im achten Anlauf gegen weitgehend einfallslose Dortmunder um den blassen Reus ein wichtiges Lebenszeichen im Abstiegskampf. „Wir schießen uns selbst die Tore rein, machen zwei individuelle Fehler. Das müssen wir abstellen. So leichtfertig dürfen wir die Bälle nicht herschenken. Wir hatten genug Torchancen, um das Spiel zu gewinnen“, monierte Reus selbstkritisch nach dem Abpfiff bei Eurosport.

Augsburgs Taktik war laut Baum, Dortmund in Ballbesitz „keine Zehntelsekunde Zeit“ zu lassen, also früh und bissig zu pressen. Allerdings war es vor 30.660 Zuschauern in der ausverkauften WWK Arena zunächst der BVB, der dem Gegner kaum Luft zum Atmen ließ. Angeführt von Reus, den seine Kollegen immer wieder suchten, lief Dortmund hoch an und provozierte so Fehler. Das hätte schon früh beinahe zum Erfolg geführt, als Jacob Bruun-Larsen Reus bediente, dieser aber an Torhüter Gregor Kobel scheiterte (8.). Baums Pläne wurden abermals durchkreuzt, als er Außenverteidiger Konstantinos Stafylidis verletzungsbedingt vom Platz nehmen musste, für ihn kam Georg Teigl (17.).

Paco Alcacer trifft zum Anschluss

Doch die Augsburger, denen neben Stürmer Alfred Finnbogason auch Abwehrchef Jeffrey Gouweleeuw fehlte, verteidigten bald konzentrierter. Der BVB machte sich das Leben mit vielen leichten (Abspiel-)Fehlern selbst schwer. So auch vor dem 0:1, als Dan-Axel Zagadou den Ball gegen Andre Hahn verlor, dessen Pass in der Mitte Ji fand. Der Stürmer scheiterte zunächst noch am grätschenden Manuel Akanji, sein Nachschuss aber zischte links oben ins Netz. Bruun-Larsen hatte den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte aber am stark reagierenden Kobel (42.). „Allein die Tatsache, dass er da ist, tut der Mannschaft gut“, sagte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke vor dem Anpfiff bei Eurosport über Reus. Und der Kapitän versuchte auch nach dem Seitenwechsel, seine Kollegen mitzureißen. Doch nach vier Wochen Verletzungspause fehlte dem Nationalspieler die Kraft, in der 66. Minute machte er für Raphael Guerreiro Platz. Augsburg ließ sich mit zunehmender Dauer immer tiefer fallen und bot so kaum mehr Räume. Ein schlimmer Fehlpass des indisponierten Achraf Hakimi leitete dann das 2:0 ein. Ji ließ Zagadou aussteigen und lupfte den Ball gekonnt ins Tor. Der eingewechselte Paco Alcacer nutzte dann im zweiten Versuch die Gelegenheit zum Anschlusstreffer. Der überragende Kobel rettete den Hausherren anschließend den Sieg.

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